Pisson, Johann Baptist

Pisson, Johann Baptist, Architekt, wurde zu Gent ren, und da er schon in früher Jugend zu einem Tischler Lehre kam, so blieben ihm nur die Nebenstunden zum Ze: übrig. Allein gerade hierin gelangte er zu ausgezeichuetem sich durch ein umfassendes Bauwerk zu verewigen, ward ihm zu Theil. Im Jahre 1784 erhielt er in der architektonischen position den zweiten grossen Preis der Akademie in Gent ,

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zwei Jahren endlich den ersten Preis, und nachdem er auf man- nigfache Weise Proben eines tüchtigen Künstlers abgelegt hatte, be- rief ihn die Regierung in ihre Dienste. Pisson rechtfertigte als Architekt derselben, so wie als Privatbaumeister das Vertrauen, welches man in ihn gesetzt hatte, in vollkommenem Maasse, und überdies trug er durch Lehre und Beispiel viel zur Verbreitung eines reineren Geschmackes der Baukunst in seinem Vaterlande bei. Er nahm anonym an mehreren Concursen zur Errichtung öffentli- cher Monumente Theil, während der Herrschaft Napoleon’s, und auch später noch; allein seine Projekte kamen nie zur Ausführung, nicht weil man dieselben für gering achtete, sondern weil gewöhn- lich die Mittel nicht hinreichten, um der Prachtliebe des Architek- ten zu willfahren. So lieferte er den Plan zum Theater in Lüttich , jenen zu einem Denkmale in Soestdijk und den Entwurf zum Mo- numente auf dem Schlachtfelde von Waterloo, die aber alle nicht zur Ausführung kamen. Mehr Nutzen gewährte er durch seine Wasserbauten, namentlich in Flandern . Auch für die Landhaus- kunst erwarb er sich grosse Verdienste. In seinem Nachlasse be- findet sich ein handschriftliches Werk über die Mittel zur Verbes- serung der Rural-Gebäude, welches 1817 mit jenem des Architek- ten Joseph de Nayer die goldene Medaille erhielt. Dann war Pis- son auch Mitglied der Commission, welche die Pläne zu dem neuen königl. Palaste in Brüssel prüfen musste. Überdies war er Mit- glied des königl. niederländischen Institutes, und Direktor der Classe der Architektur an der Akademie zu Gent, als welcher er 1819 starb.

Godecharle fertigte die Büste dieses verdienstvollen Architekten, und Calloigne dessen Monument, welches als Meisterstück er- achtet wird.

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