Pisano, Vittore, Maler und Medailleur , der sich bisweilen auch Pisanello nennt, sowohl auf Gemälden, wie auf Münzen. Vasari, im Leben des Gentile aus Fabriano , deutsche Ausgabe von Schors II. 2. No. LXI., nennt ihn Pisannello aus Verona , allein es ist nicht ganz ausgemacht, ob der Künstler in der Stadt dieses Namens oder nur im Gebiete derselben geboren wurde. Del Pozzo bei nämlich ein Bild, auf welchem folgende Worte zu lesen sind:
Opera di Vittor Pisanello di S. Vi veronese MCCCCGVI. Über diesem S. Vi verstehen Einige das veranesische Dorf S. Vito, die meisten aber S. Vigilio am Lago di Garda. Aus dieser Inschrift wissen wir zugleich auch, dass Pisano bereits gearbeitet hat; ein noch früheres Datum gibt aber ein Medaillon auf Gio. Francesco Gonzaga von Mantua , welches vor gefertigt sein muss, da Gonzaga in jenem Jahre starb. Vasari macht ihn zu Castagno’s Schüler, was Maffei in seiner Verona illustrata, Laund del Pozzo (Vite degli pitt. veronesi) widersprechen, da Castagno um 1480 starb, und älter gewesen zu sein scheint, als Pisanello. Vasari sagt, Vittore habe die von seinem Meister angefangenen Bilder vollendet, wodurch er sich einen so großen Ruf erworben, dass Martin V., als er nach Florenz kam, ihn mit nach Rom geführt habe. Das erstere ist nach dem oben Gesagten unrichtig, das letztere aber wohl möglich, da Martin Papst gewählt wurde.
Zu Rom malte er in S. Gio. Laterano einige Frescobilder, bei der er sich reichlich des Ultramarins bediente, aber alle diese Werke sind zu Grunde gegangen. In Verona sah aber Vasari Einiges. Vor allen rühmt er in S. Anastasia (Capelle Pellegri) den heil. Eustachius, der seinen Hund liebkost. Dieser war dargestellt, als habe er ein Geräusch gehört, so lebendig gezeichnet, dass es nach Vasari in der Natur nicht besser geschehen kann. Dieses Werk ist zu Grunde gegangen, und das von Vasari gerühmte Bild des heil. Georg mit dem Lindwurm, welches Pisanello an der äußeren Wand malte, ist auch verschwunden. Noch sichtbar, doch meist übermalt, ist oberhalb des Bogens jener Capelle St. Georg, wie er die Königstochter vom Drachen befreit. Vasari sagt, dass dieses Werk, nach schöner Zeichnung, mit seltsamer Anmuth und Einsicht ausgeführt, von Niemanden ohne Verwunderung und Staunen betrachtet wird. In S. Fermo maggiore zu Verona, in der Capelle der Brenzoni ist über dem Bildwerke die Auferstehung von Vittore eine Verkündigung gemalt, noch zu sehen, aber ebenfalls sehr beschädigt. Zanzi nennt darin besonders ein bewunderungswürdig perspektivisches Gebäude, welches noch zu erkennen ist, so wie das aufgehöhte Gold. Man findet darunter: Pisanus pinxit. Persico (Desc. di Verona 1820) datiert das Bild um 1420.
Pisano, Vittore.
Eine Anbetung der Könige, welche sich in S. Fermo über dem Bogen der Capella degli Agonizzanti befindet, wird von Persico ebenfalls dem Pisaner zugeschrieben. Ausser diesen Fresken zeigt man dann in Verona auch noch mehrere Tafeln als Werke Pisanello's; bei Herrn Laffranchini eine Madonna mit dem Kinde von Frosser Zartheit der Ausführung; in der Pinakothek des Rathspal- tales die heil. Jungfrau im Blumengarten mit Engeln und der heil. Catharina; in der Gallerie Sanbonifacio eine Madonna mit dem Kinde; Anderes im Palaste Canossa. Einige kleine Bilder mit Ge- bichten des heil. Bernhard in der Sakristei von S. Francesco zu Perugia, werden ihm, wie es scheint, mit Unrecht zugeschrieben, wie schon Lanzi glaubte. Vasari sagt in der ersten Ausgabe, dass Vittore auch im Campo santo zu Pisa gemalt habe, es findet sich aber keine Spur davon. In der königl. Pinakothek zu München steht von Pisano ein Bild der heil. Jungfrau, wie sie auf dem Kissen sitzend das Kind auf dem Schosse hält. Über die vorhergenannten Werke vergleiche Kugler’s Handbuch, und die deutsche Aus- gabe des Vasari. Da lesen wir auch folgende Charakteristik: V. Pisano hat in seinen Gemälden viel Ähnlichkeit mit seinem Ge- lehrten Gentile da Fabriano, etwas Anmuthiges und Zartes in Cha- rakteren und Bewegungen, bei gleicher Alterthümlichkeit des Vor- ganges; doch steht er durch seine Neigung zum Nachbilden lebendiger Bewegungen, Verkürzungen und perspektivischer Ansichten Masaccio näher, und war ohne Zweifel als Maler für Verona, während jener für Florenz gewesen ist.
Das Todesjahr des Künstlers ist unbekannt; Vasari sagt nur, dass er in hohen Jahren erst zu einem bessern Leben überging. Die Angabe in Füssly’s Lexikon, er sei 1448 gestorben, ist un- bekannt.
Pisanello fertigte auch mehrere Medaillons, welche Bildnisse Fürsten und anderer Personen seiner Zeit vorstellen. Diese Medaillons sind gegossen; in Formen ausgeprägte Medaillen. Der Guss des Stempels in Stahl und der Münzschwengel, wodurch neueren eine grosse Schärfe und Reinheit erhielten, waren nochlich unbekannt. Beide wurden erst zu Anfang des 16. Jahr- hunderts, wahrscheinlich durch Vittore Camelo erfunden, und erst von dieser Zeit datiren sich die geprägten Medaillen. Die Medail- lonen und Medaillons des 15. Jahrhunderts sind noch gegossen, aber der Guss häufig sehr unrein ausfiel, ciselirt, meistens in Bronze, wenige in Silber und Gold. Was Auffassung des Bildnisses, kühne Ausdruckung der Figuren und schöne Behandlung des Reliefstils betrifft, gehören sie aber zu den vortrefflichsten Kunstdenkmälern dieser Zeit. Vittore Pisano ist ohne Zweifel der Vater dieser Kunst und als Begründer einer Schule zu betrachten, welche durch das 15. Jahrhundert nicht bloss in Verona, sondern durch Italien blühte. Siehe die Übersetzung von Vasari’s Lebensbeschrei- bungen von L. Schorn If. 2. S. 56. Nota 14. Die vollständigste Sammlung seiner Medaillons findet sich im Tresor de Num- ismatique et Glyptique, Ser. 4. Cl. 2. Livr. 1 — 4. Schon Va- sari nennt einige dieser Werke, schreibt ihm aber deren zwei mit Unrecht zu, nämlich die Medaille mit dem Reiterbilde des Sultan Mohamed, und jene mit dem Portraite der Madonna Issota von Anmino. Die erstere ist von Constantius, die Madonna Issota scheint von Matteo de’ Pasti abgebildet zu haben.
- Pisanus Pictor, die Büste des Pisanello, welche vielleicht nicht von ihm selbst gefertigt ist. Am Revers stehen die Buchstaben: F. S. K. J. — P. F. T., welche nach Lenor-
Pisano, Vittore.
Franciscus Morandinus. Fecit bedeuten könnten.
Divus Alphonsus Rex. Triumphator. Et. Fecit. MCCCXLVIII. Büste Alphons V. Am Reve Adler mit der Beute und andere Thiere. Liber Augusta, Unten: Pisani, Pictoris. Opvs. A phons V. hat man vier Medaillen von Pisano. Zwei unten No. 13 und 4 |
Philippus Morio. Angelus. Dux. Mediolani tera. Papie. Anglerie. Que. Comes. Ac. 6 Dominus.
Am Revers der Herzog zu Pferde und zwei Knüp Rüstung. Opves. Pisani. Pictoris.
- Franciscus Sfortia. Vicecomes, Marchio, 5 mes. Ac. Cremone, Dominvs.
Am Revers der Kopf eines Pferdes, Opvs. Pisao !0l'i‘.
- Ludovicus De. Gonzaga. Marchio, Mantr Cetera, Capitanevs. Armigerorvm.
Am Revers ein Ritter zu Pferde. Opvs. Pisani toris. s
- Cicilia. Virga, Filia, Johannis. Francisci, Marchionis. Mantve.
Am Revers ein halbnacktes Weib mit dem E Opvs. Pisani. Pictoris. M.CCCLXVII.
- Leonellus. Marchio. Estensis,
Am Revers der Kopf eines Kindes mit drei Ges M.CCCLXIII. — Opvs. Pisani. Pictoris.
- Malatesta. Novellus, Cesenae. Dominrvs.
Eauitvm. Praestans.
Revers: Ein Ritter vor dem Crucifize, Opvs. ! Pictoris,
o) Sigismundus. Pandulfus. De. Malatestis mini. Fani. -
Revers: Der Ritter zwischen Trophäen stehend. Pisani. Pictaris.
Sigismundus: Pandulfus. Malatesta, Par Filivs. Revers: Castellvm. Sismvndvm. Ariminen! MCCCXLVI. Diese Medaille ist vielleicht M. da erk.
Sigismundus, De. Malatestis. Arimini. B mane. Ecclesie. Capitanevs. Generalis. Revers: Malatesta zu Pferd mit denm Com M.CCCLXV. Opvs. Pisani. Pictoris.
Warvus. Bacilavus. Kau Avroxparwp. Pu) 'Q, Talkasoloyoc. Revers: Johannes Paläologos zu Pferde vor dem betend. Opvs. Pisani. Pictoris. In der Gallerie zu Florenz ist ein Exemplar von 6
Alphonsus, Rex. Aragonvm. Kleine Medaille. Revers: Amor auf dem Wagen,
Divus. Alphonsus., Aragoniae, Vtrivsque liae. Valenciae. etc. Rex. Revers: Amor auf dem Wagen. Fortitudo. M' Lavs. Mea. Dominvs ete. Opvs. Pisani. Pic
15). Nicolae. Picininus., Vicecomes. Marchio tanevs. Maximvs. Acı Mars. Alter.
Vorsicht
Diese Seite wurde maschinell erstellt. Die Zuverlässigkeit der OCR ist durch die Qualität der Scans, der Software und des Workflows zwangsläufig beschränkt. Eine menschliche Korrektur und Redaktion fand nicht statt.
Das Ziel dieser Seite ist es, die gezeigten Resourcen einfach zugänglich zu machen. Für Zitate und eine direkte Nutzung sind sie nicht ausreichend. Hierfür ist notwendigerweise das originale Quellenmaterial hinzuzuziehen.
Der zugrundeliegende Scan ist hier zu finden https://archive.org/details/bub_gb_cvNRGQRp4uYC/