Pisano, Giunta

Pisano, Giunta, Maler von Pisa, Zeitgenosse des Guido da Siena, und beide Vorgänger des Cimabue, mit welchem Vasari sein Werk beginnt. Urkundliche Nachrichten über Giunta finden wir in Mo- rona’s Pisa illustrata, Editio II. tom. II. p. 127, wo er ein Sohn des Guidotto dal Colle genannt wird, und zwar in einer Urkunde vor 1202. In einer anderen Urkunde von 1255 wird er ausdrück- lich Junta Capitenus pictor genannt, und in einer anderen alten Schrift von 1267 steht bei seinem Namen das Wort quonam, woraus man schloss, dass Giunta zwischen gelebt haben müsse. Allein F. von Rumohr, Ital. Forschungen , erhob gegründeten Zweifel, ob der Junta Guidotti pictor derselbe Junta sei, dessen Kunstrichtung noch immer aus einem hinzuwahlerhaltenen Gemälde, einem Crucifixe in S. Maria degli Angeli bei Assisi, zu bestimmen ist. Grössere Beachtung verdient vielleicht die Nachricht des Pater Angioli, des Geschichtsschreibers

Nagler’s Künstler-Lex. XT. Bd. 24

Pisano, Giunta.

der Basilica von Assisi, welcher den Giunta erst um 1210 die Malerei erlernen lässt, und zwar von den Griechen, deren starre Weise damals die Kunst in Italien beherrschte. P. Angioli sagt: Juncta Pisanus ruditer a Graecis instructus primus ex Italis apud hunc tempus circa ann. sal. . Pisa hat kein unbezweifeltes Werk ihm, einen Gekreuzigten ausgenommen, sagt Lanzi, ein Jugendwerk des Künstlers, mit dessen Namen versehen, und im sechsten Bande der Pisa illustrata gestochen. Um berief ihn sein Bruder Elias, der Gefährte des heil. Franz und Ordensgeneral in Assisi, dahin, um die Aufsicht über die Künstler zu führen, im Sacro convento daselbst malten. Man schreibt ihm selbst der Oberkirche S. Francesco zu Assisi einige Wandmalereien, Verzierungen um das hinterste Fenster der Altarnische bildend, deren Verfertiger nach Kugler, Handbuch I. 27, eben nicht ein sonderlich geistvoller Maler erscheint, aber gleichwohl mit einem gewissen reineren Gefühle für die Bedeutung der Form und für heiterere Farbe begabt ist, wie solches bei den wirklichen Byzantinern nicht gefunden wird. Die Marter des heil. Petrus, ein Fragment in S. Francesco zu Assisi, angeblich Giunta’s Werk, hat C.L. Nio gestochen, Lastri pittrice No. VI. In einer Capelle des linken Armes der Kirche St. Maria degli Angeli nächst Assisi ein wohl erhaltenes Crucifix von diesem Künstler. Zu den Seiten Heilandes am Kreuze sieht man Maria und zwei halbe Figuren und unten eine verstümmelte Inschrift:

„…tini Pisanus „…tinimef…

Morona hat irrig tipi statt tini gelesen; Lanzi ergänzt die fehlende Silbe und macht Juntini daraus, nach einer Handschrift von 1450, auf welcher nach Morona’s Behauptung der Name Giunta mit tini vorkommt, den Lanzi mit unserm Giunta für eine Person erklärt.

Gewiss ist auch, dass Fra Elia von diesem Pisaner ein Crucifix mit seinem knieenden Bildnis für die obere Kirche des heil. Franziskus haben malen lassen. Dieses Bildnis erwähnen mehrere Schriftsteller bis zum Ende des vorigen Jahrhunderts, jetzt aber ist es verloren. Wading in seinen Jahrbüchern des Franziskanerordens 94 erwähnt es beim Jahre 1236 ein „affabre pictum ,“ und dann gibt er die Unterschrift, wie folgt:

F. Helias fecit fieri. Jesu Christe pie miserere precantis Heliae, Juncta Pisanus me pinxit an. d. 1236. Indit. IX.

Hinter dem Hochaltare in der Kirche St. Chiara zu Assisi ein Christus am Kreuze, die heil. Jungfrau und die Clara auf drei Holztafeln, die als ein Werk Giunta’s gelten: unrichtig ist, da die Unterschrift das Pontifikat Martin V. nennt, welches gegen Ende des 13. Jahrhunderts fällt.

Außer diesen Gemälden schreibt man ihm noch ein Crucifix in S. Ranieri und eine Tafel mit Heiligen in der Capelle des santo zu Pisa zu, was freilich nicht alles verbürgt werden kann. Young Ottley zu London besitzt eine Kreuzigung, wenn nicht Giunta, doch wenigstens ein vortreffliches italienisches Werk, das von diesem Meisters durchaus würdig ist:

Kunst etc. I. 305.

Über Giunta und andere alte italienische Maler siehe d’Agincourt und Lanzi’s Geschichte der Malerei, hauptsächlich mehr’s italienische Forschungen und denselben über die

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