Pinturicchio, Bernardino

Pinturicchio, Bernardino, Maler von Perugino, heißt eigentlich Bernardino Betti, das Malerlein (Pinturicchio) genannt. Pinturicchio nennt das Geburtsjahr des Künstlers; Vasari kann nicht, so wie er sich denn überhaupt um Pinturicchio zu vernehmen bemühte. Letzterer ist daher erst in neuester Zeit, besonders durch Freiherrn von Rumohr (Italienische Forschungen II, 35) und L. Schorn (Uebersetzung der Lebensbeschreibungen Vasari II, 2, 316 ff.) nach seinen Verdiensten gewürdigt worden, entgegen, welcher gleich Eingangs von dessen Biographie den Pinturicchio zu jenen Menschen zählt, welche, ohne wirkliche Leistungen, das Glück emporhebt. Nach seiner Ansicht hatte Bernardino einen weit größeren Namen, als seine Werke verdienten, und wurde seit Vasari dieser Künstler nicht selten mit Ungerechtigkeit behandelt, was nach Freiherrn von Rumohr seinen Grund zu haben scheint, dass man die Leistungen seines früheren Lebens nicht genug von den späteren unterschieden hat, in denen lebhafte Fertigkeit und einseitiges Absehen auf Gewinn walten, in welchen vielleicht eben das Schlechtere von handmäßigen Gehüllen beschafft sein mag. Dass Pinturicchio eine Menge hatte, wissen wir aus Vasari. Er selbst war in frühesten Zeiten der Gehülfe des Pietro Perugino, als welcher er, dritten Theil des ganzen Gewinnes bezug, scheint aber nicht genannter Schüler des Perugino gewesen zu sein. Vasari behauptet zwar dieses; allein Bernardino war nur um acht Jahre jünger als jener, und beide könnten nach Rumohr (l.c. 320) nach den Regungen des Niccolo di Fuligno und des Lorenzo di Lomazzo vielmehr eine gleichmäßige Ausbildung erhalten haben. Auch das gleichmäßige Wirken deutet auch der von Vasari angeführte Stand, dass Pinturicchio einen Theil des Gewinnes bezog, wohl dem Schüler nicht zu Theil geworden wäre,

Die früheren Arbeiten, zum Teil gemeinschaftlich mit Pietro Perugino in Rom ausgeführt, waren in Rom zu sehen. Vasari setzt aber jene in Siena voran, welche die späteren von Bernardino malte in Rom mit Perugino vermuthlich schon in der Sixtina, um 1484, und hierauf beschäftigte ihn der Cardinal Giovanni della Rovere, der von Pinturicchio seinen Palast in Bocchiccioli mit Malereien verzieren ließ. Er arbeitete auch Einzelheiten im Palaste von St. Apostoli, für Sciarra Colonna, allein alle Arbeiten scheinen zu Grunde gegangen zu sein, da sie von römischen Topographen nicht erwähnt werden. Nicht lange her, führt Vasari fort, im Jahre 1484 ließ Innocenz VIII. einige Säle und Logen im Palaste von Belvedere malen. Er stellt dar die Ansichten von Rom, Mailand, Genua, Florenz, Venedig und Neapel, und über der Haupttüre malte er die Madonna Gottes in Fresco; aber alle diese Bilder sind zu Grunde gegangen, so wie die Madonna in Tempera in einer Capelle von St. Maria, deren Vasari erwähnt. In der Kirche S. Maria del Popolo verlieh er zwei Capellen, die eine für Domenico della Rovere, die andere für den Cardinal Innocenzio Cibo. Er malte da die beiden Capellen in Lebensgrößen. In der Rovere’schen Capelle ist das Altargemälde erhalten, die Anbetung des Christuskindes stellend. Die Bilder der anderen Capelle gingen 1707 zu Grunde; dagegen existieren noch jene der von Sixtus IV. daselbst gebauten Capelle, wovon die Madonna und ein heiliger Augustinus von Pinturicchio herrühren. Diese Bilder sind neuerlich von Muccini restauriert worden. In der Wölbung der Hauptkapelle befinden sich ebenfalls Malereien von ihm, deren Vasari im Verlaufe seiner

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Graphie nur obenhin erwähnt. Pinturicchio malte da die vier Kirchenlehrer, die vier Sibyllen, die vier Evangelisten und in der Mitte die Krönung Mariä. Vasari nennt nur die Kirchenlehrer. Alle diese Bilder sind noch vorhanden. Auch von den Malereien in der Capelle des heil. Bernhard in Araceli spricht Vasari nur obenhin. Man sieht da die Geschichte des heil. Bernhard in mehreren Bildern, und am Gewölbe die vier Evangelisten. Titi schreibt diese Gemälde dem Francesco da Castello und Luc. Signorelli zu, alle übrigen erkennen sie einstimmig für Werke des Pinturicchio.

F. v. Rumohr setzt sie in Hinsicht des künstlerischen Verdienstes neben das schöne Altarbild der Akademie in Prag.

Im Palast des Papstes malte Pinturicchio mehrere Zimmer und die ganze Torre Borgia. Vasari erwähnt daselbst nur ein Zimmer, wo Bernardo die freien Künste darstellte. In zwei andern sind Darstellungen aus dem Leben der Madonna und verschiedener Heiligen, alle bis auf den heutigen Tag erhalten, da sie Pius VI. reinigen und wieder herstellen liess. Die mit Gold und Stuccoarbeiten ausgeschmückten Wölbungen hatten schon zu Vasari's Zeit gelitten. Sie sind diese vergoldeten Reliefzierathen, die Pinturicchio besonders liebte. So stellte er in einem Bilde jener Zimmer, welches eine Episode aus dem Leben der hl. Cutharina vorstellt, die Tramphbügen von Rom im Hintergrunde erhoben gearbeitet dar, die Figuren dagegen gemalt, so dass die Gegenstände, welche sich dem Auge verkleinert zeigen, weiter hervorragen als die, welche größer erscheinen. Im Schlosse von St. Agnolo verzierte er eine Reihe von Zimmern mit Grottesken, und im Turme unten im Garten malte er Begebenheiten aus dem Leben Papst Alexanders; auch die Königin Isabelle von Spanien nach dem Leben, den Grafen Niccolo Orsini, den Gianiacomo Trivulzi und viele andere Verwandte des Papstes, vornehmlich den Cesare Borgia, dessen Schwestern und Brüder, und andere berühmte Menschen jeder Zeit. Von den Malereien der Engelsburg ist aber nichts mehr vorhanden. Die Zeit der Entstehung derselben bestimmt Vasari nicht, wir wissen aber aus Urkunden, die Mariotti beibringt, dass Pinturicchio 1405 für die Malereien im Vatican und in St. Angelo noch als besondere Belohnung oder Vergütung eines unbezahlt gebliebenen Restes, Grundstücke erhalten hat. Vgl. Vasari vom Schorn, I. c. Anmerk. 10.

Die oben erwähnten Bilder, die Pinturicchio in Rom malte, erwähnt grösstentheils auch Vasari, es sind aber ausserdem noch andere Malereien von ihm in den Kirchen jener Stadt, die Schorn zum Vasari, I. c. 328 aufzählt. In St. Croce di Gerusalemme sind von ihm die Fresken in der Tribune des Hauptaltares, die F. v. Rumohr für Arbeiten aus der früheren Zeit des Künstlers hält, unter Beihilfe des Luca Signorelli entstanden. Man sieht da den Heiland von Engeln umgeben, auf blauem Grund mit goldenen Sternen, und die Geschichte der heil. Helena. In S. Onofrio sind die Fresken am Gewölbe der Tribune des Hochaltars von ihm. In einer Capelle von St. Alessio legt ihm Pascoli eine Madonna mit einigen Heiligen bei, und in St. Agostino die Engel und den Fries in der Cupelle, welche Titi als Werk des Francesco da Castello erklärt. In einer Capelle des Palastes der Conservatoren auf dem Capitol sieht man eine schöne Madonna mit dem Kinde im Fresko, welche von Einigen dem Pinturicchio, und von Passavant dem Ingegno zugeschrieben wird. Im Palazzo Braschi befindet sich jetzt eine Anbetung der Hirten, und eine Kreuzigung.

Wie lange sich Pinturicchio in Rom aufgehalten, und ob er

eine ununterbrochene Reihe von Jahren daselbst verweilt hat,
ist unbekannt. Der Künstler war auch in andern Gegenden
Italiens, denn Vasari sagt, dass er in ganz Italien unzählige Werke
vollführt habe, die er aber mit Stillschweigen übergeht, weil
ihm nicht vorzüglich schienen. Er nennt nur die Himmelsflut
Mariä in der Capelle des Paulo Tolosa in Monte Oliveto zu
Napoli. Dieses Gemälde ist noch wohl erhalten, und es wird
Recht als eines der besten Werke Pinturicchio’s angesehen. Auf
dem Mittelbilde sieht man die erwähnte Darstellung, auf dem rechten
Flügel St. Sebastian, eine schöne nackte Figur, und auf dem
linken einen heil. Bischof.

Auch im Dome zu Orvieto malte Bernardo Della Valle
in der Geschichte des Domes ein Breve Papst Alexanders VI.,
woraus erhellt, dass die Olivetaner den heil. Vater gebeten haben,
ihnen den Pinturicchio zu schicken, damit derselbe die am
Gewölbe der Domkapelle St. Brizio von Fra Giovanni da Fiesole
geführten Gemälde vollende. Pinturicchio folgte auch dem Rat,
zog sich aber den Unwillen der Olivetaner durch die Verschwendung
zu, die er mit Azurblau und Wein trieb. Von letzterer
bewilligte man ihm quantum libebat, aber für die vielen Pfunde
Ultramarin fehlte es an Geld. Orsini behauptet, der Künstler
habe dort die vier Kirchenlehrer in der grossen Tribune gemalt.

In Perugia vollendete Pinturicchio nach Vasari’s Behauptung
nur wenige Dinge, der Biograph nennt aber kein einziges.
Bellini aber führt in St. Maria degli Angeli, gewöhnlich Maria
de’ Fossi genannt, das Bild des Hauptaltares an: auf dem Mittelbilde
die Madonna zwischen St. Augustinus und St. Hieronymus,
auf den Flügeln eine Verkündigung, ein toter Christus als Reliefbild,
und eine figurenreiche Predella. Dieses Bild wurde 1405
um 110 Flor. bei ihm bestellt. Es befindet sich
in der Akademie zu Perugia, und obwohl etwas retouchiert,
klärt es von Rumohr als eines derjenigen Werke, in welchen
sich Pinturicchio's Verwandtschaft mit dem Gefühle des Niccolò
Alunno am meisten kundgibt. Die Predella wurde später
durch eine neuere ersetzt, von der älteren sind aber wahrscheinlich
beide Stücke, welche Dr. Waagen (Kunst und Künstler)
beim Lord Dudley in London sah. Das eine stellt die Taufe
heil. Augustin durch St. Ambros dar, das andere den Heiligen
Johann, beide von ansprechenden Motiven. Im Waisenhause
St. Anna zu Perugia befindet sich in einer Lunette über der Thür
des Refectoriums eine Madonna mit dem Kinde und zwei Heiligen,
in Fresco gemalt.

Vasari übergeht auch die Malereien im Dome zu Spello,
er in der sogenannten schönen Capelle an den Wänden die
Verkündigung, das Präsepe und Christus als zehnjährigen Knaben
im Tempel, und im Gewölbe die vier Sibyllen malte. Im
Gewölbe des Knaben Jesu brachte er sein eigenes Portrait an, bezeichnet
das Werk: Bernardinus Pictoricus Perusinus MCCCCCI. Vgl.
zur Übersetzung des Vasari, Kunstblatt 1837, No. 84.
Hält sie für die beste Arbeit des Meisters, B. von Rumohr bemerkt
aber darin schon Abnahme des Anteils an der Idee seiner Avantgarde
und Unvermögen, die Umrisse der großgehaltenen Figuren
auszufüllen. Noch auffallender findet er aber diese Abnahme
in einer Altartafel der Kirche St. Andrea desselben Stadtchens,
welcher Pinturicchio die Madonna mit dem Kinde und mehrere
Heilige dargestellt hat, wahrscheinlich 1508, da auf einem Brief
welchen der Maler anbrachte, diese Jahrzahl steht.

In der Sakristei des Domes befand sich zu Orsini’s Zeit eine Madonna mit dem Kinde, und in St. Bernardino eine Madonna mit St. Hieronymus und Bernardin.

Bekannter sind seine Arbeiten in Siena, da dieselben im Leben Rafael’s schon vielfach besprochen worden sind, nämlich die Bil- der der Dombibliothek. Im Leben Pinturicchio’s sagt Vasari, dass Rafael alle Zeichnungen dazu gefertiget habe, im Leben Rafael’s schreibt er diesem aber nur einige Zeichnungen und Cartons zu. Die italienischen Schriftsteller pflichten fast alle der ersteren An- gabe bei, indem sie die sämmtlichen Werke als Rafaelische Com- positionen betrachtet wünschen. Dagegen spricht aber der Um- stand, dass man in mehreren nichts von der natürlichen Anmuth und Freiheit erkennt, durch welche Rafael den Pinturicchio so weit übertraf. Dass Rafael einige Zeichnungen gemacht habe, ist noläugbar, denn es sind noch zwei derselben übrig, die eine in der Gallerie der Uffizi zu Florenz, die andere im Hause Baldeschi zu Perugia, beide braun mit Sepia getuscht, und kaum noch be- merklich mit Weiss gehöht. Die erste dieser Zeichnungen ist der Entwurf zu dem von Vasari zuerst beschriebenen Bilde, welches den Cardinal Capranica vorstellt, wie er sich in Begleitung des Aeneas Piccolomini zum Concilium von Basel begibt, und welches nach Lanzi, Bottari u. a. von Rafael selbst gemalt seyn soll, was aber von Rumohr verneint, indem das Gemälde das Geistreiche der Zeichnung bei weitem nicht wiedergibt. Die zweite, zu Perugia befindliche Zeichnung, stellt das 5te Bild, die erste Begegnung des Friedrichs III. mit seiner Braut am Thore von Siena dar. Diese Umgebung, sogar die Säule, welche zum Andenken an jene Begebenheit errichtet worden war, sieht man im Gemälde ange- bracht, so wie auch Bildnisse sienesischer Personen, was Alles in der Zeichnung fehlt. Hieraus schliesst Rumohr, dass Rafael diese Zeichnung gar nicht in Siena gefertiget, und hält es für ganz un- wahrscheinlich, dass er Cartons zu den Gemälden gemacht, oder vollends an ihrer Ausführung selbst geholfen habe. Die Ausfüh- rung der Gemälde, und wohl auch grösstentheils der Entwurf der Zeichnungen, geht daher auf Rechnung des Pinturicchio, der sich bei verschiedenen Jungen und Gesellen bediente, wie Vasari be- hauptet. Das ganze Werk wurde in 10 Bildern abgetheilt. Den Inhalt des ersten Bildes haben wir oben bezeichnet, im zweiten sieht man, wie das Concilium den Aeneas Piccolomini zu vielen Gesandtschaften aussendet, im dritten, wie er als Legat des Ge- papstes Felix zu Kaiser Friedrich III. kommt, im vierten Bilde, wie Friedrich ihn zu Papst Eugen IV. schickt, bei welcher Gele- genheit er zum Erzbischofe von Siena erhoben wurde, das fünfte haben wir oben genannt, im sechsten geht Aeneas als Gesandter des Kaisers zu Papst Calixtus III., im siebenten Gemälde sieht man ihn zum Papste Pius II. erhoben, im achten begeht er sich zum Concilium nach Mantua, im neunten ist dessen Heiligsprechung der heil. Catharina von Siena dargestellt, und im zehnten Gemälde sein unerwarteter Tod zu Ancona. Im Vordergrunde des zehnten Bildes zeigt man einen Jüngling im blauen Mantel und toten Beinkleidern als Bildnis Rafael’s; die Figur neben ihm, in Rot und Grün gekleidet, soll Pinturicchio seyn. Beide halten Bücher in den Händen, aber nur die des Pinturicchio ist ange- zeichnet. In den Feldern der Decke sind heidnische Gegenstände in Arabesken auf rothem und schwarzem Grunde angebracht. Ein weiteres Gemälde über der Thüre der Bibliothek, erst nach dem Tode Pius II. ausgeführt, stellt die Krönung Pius III. dar, mit einer Menge von Bildnissen und der Unterschrift:

Pinturicchio, Bernardino.

Pius II. Senensis, Pii secundi nepos MDII. Septembris XI. apertis electus suffragiis, octavo Octobris coronatus est.

Daraus ersehen wir zugleich, dass Pinturicchio noch 1504 in Siena gearbeitet haben muss. Alle diese Werke sind noch voll- erhalten. Die Tafel mit der Geburt der Maria, welche Pinturic- chio nach Vasari in seinem 50. Jahre für St. Francesco zu Si- ena gemalt hatte, ging aber im Brande von 1655 zu Grunde. Dieses Bild war das letzte des Künstlers, über dessen Ausführung er nach und nach zu Tode grämte, wenn nämlich die Erzählung Vasari gegründet ist. Er sagt nämlich, die Mönche hätten einen Maler ein großes Zimmer räumen müssen, nur einen alten schwä- ren Kasten nicht weiter schleppen wollen, bis sie endlich der wiede- holte Lärm Pinturicchio’s dazu bestimmte. Bei dieser Gelegen- heit brach im Kasten ein Brett, und die Mönche fanden darin 20 Ducaten in Gold, was nach Vasari den Maler so geärgert haben sollte, dass er zuletzt aus Verdruss starb. An der Richtigkeit dieser Er- zählung erregte indessen Titius, ein gleichzeitiger Schriftsteller, gros- sen Zweifel. Dieser meint, das erwähnte Madonnabild sei den 8. No- vember 1504 öffentlich aufgestellt worden, während es nach Vasari’s Angabe erst 1512 vollendet worden sein müsste, im Jahr des Künstlers. Titius nennt als Ursache seines Todes den Verdruss über die Untreue und das ausschweifende Leben seiner Frau, welche Bemerkung wenigstens bestätigt, dass er in Siena gestorben ist. Mariotti hat aber Unrecht, wenn er glaubt, Pinturic- chio sei von 1503 bis 1513 ununterbrochen in Siena geblieben.

Von den Gallerien des Auslandes hat namentlich jene des könig- lichen Museums in Berlin Werke von Pinturicchio. Als ein sehr wür- digender Beleg für die Richtung dieses Künstlers, und nament- lich seinen Wandgemälden vergleichbar, ist unter diesen eine gro- ße Anbetung der Könige hervorzuheben, nach Kugler ein festlich- ausdrucksvolles Bild, wenn gleich in der Ausführung eine gewis- se mehr handwerksmäßige Weise anklingt. Anziehend ist insbe- sondere die Gestalt des jüngsten der Könige, der in liebenswür- diger Jugendlichkeit vortritt. Er trägt diejenigen Züge, die man mehrfach in Perugino’s Fresken findet, und die man zugleich als das Portrait von Pinturic- chio’s jüngeren Mitschüler Rafael zu bezeichnen pflegt. Trefflich ist auch die Gestalt des neben der Maria knieenden Donators, so wie es auch den übrigen Figuren nicht an mannigfach charaktervoller Individualisierung fehlt. Von ihm ist daselbst auch ein kindlich sinniges Portrait eines zarten Jünglings mit blondem herabhängendem Haar, nach Kugler Meinung ebenfalls Rafael’s Bildnis. Eine kleine Skizze von seiner Hand ist sehr anmutig, voll Grazie und lebendiger Bewegung. Zwei Bilder, deren jedes eine Menge von Szenen der Geschichte des Tobias in kleinen Figuren enthält, sind nach Kugler minder in Bezug auf Composition und gediegene Zeichnung, als wegen des mannigfach verschiedenen Erlebnis- typus und der launigen Zwischenhandlungen interessant.

Außer der Biographie in Vasari’s Lebensbeschreibung haben wir über Pinturicchio folgendes Werk: Di Bern. Pinturicchio e de Pietro Perugino de secoli XV. XVI. memorie raccolte e pubblicate da G. B. Vermiglioli. Con appendice di documenti in buona parte inediti e con illustrazioni nuove e copiose anche della vita, e qualche opera di Pietro Perugino onde emendare i Biografi ed alle omissioni loro notevolmente supplire, Nebst Pinturichio’s Portrait. Perugia, 1837.

Graf Caylus und N. le Sueur stachen nach Pinturicchio’s Zeichnungen.

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