Pinaigrier, Robert, Glasmaler. Einer der ausgezeichnetsten Künstler seines Faches. Nachbuhler des Jent(om?m? wurde um 1400 geboren. Seine Lebensverhältnisse sind unbekannt, man weiß nur, dass er in Italien gewesen, und die Schule des Leonardo da Vinci besucht habe. Nach seiner Rückkehr führte er in Paris und in anderen Städten Werke aus, die schön ausgeführt, trefflich und glänzend von Färbung sind.
In ersterer Stadt waren, ehemals, Werke von ihm, doch sind sie größtenteils zu Grunde gegangen. Die vorzüglichsten waren in Saint-Jacques de Bouche, in la Madeljeine, in Saint-Croix, in Saint-Etienne-du-Mont, in den Kirchen Saint-Barthelemy und Saint-Mery. Aus S. Etienne-du-Mont brachte A. Lenoir einige der herrlichen Bilder in das vom ihm mit Gefahr des Lebens gegründete Musée des Arts, Augustins, wie das Ende der Welt und die Auferstehung der Toten. Die Zerstörung der Malereien in Saint-Croix konnte er nicht hindern. In St. Gervais erzielte Robeet nicht weniger glänzende Werke, die jenen des berühmten J. Cusin nicht nachstanden. Hier malte er die Geschichte des Gieltheüchigen, jene des Lazarus, den Fischteich etc. In der Capelle St. Michel, jener Kirche, ist das gepriesene Werk, welches den Weltlauf junger Wallfahrter vorstellt: Binnenachdem sie den Gipfel des Felsens, der Abtei dieses Heiligen erklimmt haben, dem Tanze und andern Ereignissen sich ergeben. In der Capelle St. Clair, in der Abtei St. Victor sah man von ihm die Geschichte des verlorenen Sohnes, des Lazarus u. a., nach Dürer und Vignon gemalt. Diese Malereien gingen zu Grunde, sie wurden abgebrannt, die schönsten Paris gehalten, besonders der herrlichen Köpfe wegen.
In St. Paul sind die Fenster des Todtenhauses von Robert Pinaigrier, seinen Söhnen und A. gemalt, wie es scheint, in der späteren Zeit seines Lebens. Zu seinen früheren Werken gehörten die prächtigen Fenster in St. Hilaire zu Chartres, 1527 und 1550 gemalt. Eines dieser Bilder, welches die Wohlthat der Erlösung vorstellt, wurde auch von andern Malern kopiert. In der Todtenhaus von St. Etienne-du-Mont sieht man diese Darstellung ebenfalls. Die letzte Zeit seines Lebens verbrachte Robert in Tours, wo er auch überhaupt öfter aufhielt, und vielleicht auch dort starb. In Tours lebten auch seine Söhne Nicolaus, Louis und Jean. Diese Künstler, besonders der erstere, halfen dem Vater bei seinen Arbeiten, wie in St. Paul u. a. Zwei Fenster in der Kirche von St. Aignan, mehrere in Chore, der Säints Peres und die in der unteren Kirche von Chartres sind der Tradition zu-
gemäß Nicolaus Pinaigrier, kopiert in Villemain’s Monumens franco-
isés. Die Schönheit der Glasgemälde von Chartres gibt höchste Anerkennung von Robertis und seiner Söhnen Kunst.
In den Schlosse von Briffe erwarb Lenoir 7 Grau in Grau-Ge-
ilde für das Musée français. Es sind dies Allegorien auf die Könige, welche Nicolaus 1600 nach den Gemälden des Agnus Flo-
renti kopiert hatte. Die Ölbilder des genannten Künstlers besass Nicolaus Songheling, C. Comt sie gestochen.
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