Piloty, Ferdinand

Piloty, Ferdinand, Litograph, wurde 1786 zu Homburg in der Rheinpfalz geboren, und von M. Kellerhofen in München unterrichtet, bis sich endlich Ch. von Mannlich väterlich seiner annahm. Dieser verdiente Künstler leitete seine Studien, und ertheilte ihm neben dem Besuche der k. Akademie auch Unterricht in der Malerei ; allein die Erfindung der Lithographie bestimmte ihn, ausschliesslich dieser neuen Erfindung seine künstlerische Wirkung zu widmen. Der Erfolg war ein glänzender, denn bald wurden, neben Senfelder und Mannlich, auch Piloty und Strixner als die berühmtesten Steinzeichner genannt. Piloty machte mehrfache Versuche, die endlich so glücklich ausfielen, dass er sich mit Strixner ein für damalige Zeit erstaunungswürdiges Unternehmen wagte, die Herausgabe lithographirter Nachbildungen und Handzeichnungen aus dem k. Handzeichnungs-Cabinete, die von 1808 – 1810 unter dem Titel: Oeuvres lithographiques etc. erschienen, und 432 Blättern in 72 Heften heranreichten. Über dieses Werk haben wir bereits im Artikel des Ch. von Mannlich gehandelt. Im Jahre 1815 erhielt Piloty die allerhöchste Erlaubnis, in Verbindung mit andern Künstlern Meisterwerke der k. Gemälde-Galerien zu München und Schleissheim herauszugeben. Dieses Unternehmen erregte bald allgemeines Interesse, da die Theilnehmer in diesem Werke eine bisher unerreichte technische Vollkommenheit entwickelten, und als tüchtige Zeichner ein getreues Abbild zu liefern im Stande waren. Besonders wurden Piloty’s Blätter, was geist- und charaktervolle Auffassung des Urbildes anbelangt, stets gepriesen. Selbst das Ausland, und namentlich Frankreich, sprach sich schon über jene früheren Leistungen mit Bewunderung aus, teilweise in umfassenden Kritiken. Das Comte des arts zu Paris richtete schon 1816 an die Herausgeber des wähnten Galleriewerkes eine rühmende Zuschrift. — Anfangs schrieb Piloty mehr im breiten Stile, und in Vorbildern einer flüchtigen, geistreichen Behandlung zu gefallen. Die Werke eines Rubens, van Dyck, Honthorst, Snyders, Murillo, Zurbaran, der Caracci, Guercino’s, Sasso Ferrato’s, fanden an ihm einen tüchtigen Zeichner, der zugleich auch im Stande war, ihre charakteristischen Eigenthümlichkeiten zu erfassen. In seinen späteren Werken ging er von seiner frühern etwas flüchtigen Behandlung weise ab, und wendete sich einer sorgfältigeren zu, und auch andere Vorbilder in den Kreis seiner Nachbildung, auch solche, die sich durch Strenge und Tiefe des Ausdrucks auszeichnen. Als Werke einer sorgfältigeren und weit gediegeneren Behandlung nannte man damals Christus auf den Sym

der vier Evangelisten ruhend. nach France, die heilige Agnes nach C. Dolce, eine heilige Familie und die Madonna mit dem Kinde nach Guerino, die würfelnden Krieger nach G. Flink; Helena Forman nach Rubens etc. Seit der Zeit, dass man Piloty’s Blätter auf solche Weise klassifizierte, sind fast zwei Decennien verflossen; im Verlaufe der Zeit aber hatte sich diese Jüngste der Künste so außerordentlich vervollkommnet, dass ihre Erzeugnisse denen der früheren Periode weit vorausstanden. Piloty ist einer derjenigen Künstler, die auf dem Felde dieser neuen Erfahrungen rüstig fortschritten, bis endlich durch die vereinte Bemühung derselben dieser jungen Kunst eine ruhmvolle Stelle angewiesen wurde. Ihre Werke gelangten nach und nach zu immer größerer Vollkommenheit, und so sind die früheren Versuche mit den späteren Produkten in technischer Hinsicht nicht mehr zu vergleichen; endlich aber war man im Stande, getreue und vollendete Nachbildungen der Urbilder zu geben, in welchen alle Schwierigkeiten der Technik überwunden waren; letztere nur als Mittel erscheint, um desto vollkommener in den Geist und den Charakter des Originals eindringen zu können. Dies ist namentlich mit den Blättern unsers Künstlers der Fall, und sein vollständiges Werk, mit allen Versuchen, dürfte um so interessanter sein; als sich in demselben die Ausbildung der Lithographischen Technik historisch entwickeln liesse. Eines der frühesten lithographischen Werke, von Piloty und Wagenbauer nach Mannich’s Zeichnung, ist Aesculps Hahn und Amors vergiftete Fackel. Eine Lydlle in fünf Farben, München 1812, gr. fol. „SA“.

Außer den Oeuvres lithographisch, erwähnen wir zunächst die Galleriewerke, welche durch die Bemühung Piloty’s und anderer Künstler entstanden, wie sie unter den verschiedenen Titeln erschienen; da

  1. Königl. Bayrische Gemäldesammlung zu München und Schleissheim, lithographirt von Piloty, Flachenecker, Strixner u. a. 50 Lieferungen in 200 Blättern, Stuttgart und München,
    1. Foy fol. „ u 2 n D a
  1. Sammlung der vorzüglichsten Gemälde aus der königl. Gemäldegallerie zu München und Schleissheim, in Lithographien herausgegeben von F. Piloty. München, 1834 ff.

Später unter dem Titel:

Königl. Bayerische Pinakothek zu München und Gemäldegallerie zu Schleissheim in lithographirten Abbildungen herausgegeben von Piloty und Löhle. München, 1834 ff. Foy fol.

  1. Auswahl von 50 der vorzüglichsten Gemälde der königl. Pinakothek in München; als Folge der grossen bayerischen Gemäldesammlung, lithographirt von Piloty, Borum, Hohe, Leiter u. a. München, 1853. Foy fol. „ u 2 n D a

  2. Herzogl. Leuchtenbergsche Gallerie, eine Auswahl von 50 der vorzüglichsten Bilder, lithographirt von Borum, Lobt, Leiter, Piloty u. a. München, 1830. Foy fol.

  3. Sammlung von 6 Blättern nach Murillo aus der Königl. Gallerie von München und Schleissheim, lithographirt von Flachenecker, Selb und Piloty. München, 1834 ff. Foy fol.

Von einzelnen Blättern aus der Pinakothek, von Piloty und Löhle, erwähnen wir:

  1. Die Himmelfahrt der Maria nach Guido Reni’s herrlichem Gemälde in der königl. Pinakothek zu München. Mit Dedication an die Königin Caroline von Bayern. Imp. fol. „!

  2. Die Anbetung der Hirten, nach Poussin. „ 70 Y, fol.

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%.. . g):Die,.heil. Familie, 'nach A.. van Dyck;, roy.ı Ffol,

n * 410) Ohrißä:::flll Kreuze: Et: inclinato vcapite etc., nach, Ru

I ' ;royi fol,. '4 “ ; ‚00 }ıa

u * 446) Der.KRindermord :zu Bethlehem, ‚nach.. Rubens , von I

  • „ .and 3J,: Wölfle lith, „‚qu imp. fol. . . 5

  • ı 432} Die Gefangennchmung:. Simson’s, nach, Rubens, qu. 70y

-, ' 923) : Die-keusche Susangai, nach demselben, qu. roy. fol.

3:1! 934) Der Leichnam Chftisti,nach »G. Caveddne:; 'qu. r0y. fol. ‚15.4.Die heil, Jungfrau: mit ;dcmi. Kinde, ‚Madonna di T

arı ı ‚- -.-gach Rafael , B 57ı MT A N ‘

-r 4r 1r46') ‚König Midas bittet den‘ Bacchus, ‚die Gabe: zurückzune!

... .. i a.nach N; Ponasin., reiche Compositioh , gr, doy, ‚qu., fol

.. ” 37) En schlafeades- Mädchkn nach Graf, Rutani, ‚gr. fol,

E #8 ) Ein.weinenjdes. Madchen , pach. demse)lben „.gr.: fol.

e-;. 1 40:) -Zwei .Bettelknaben , ‚pach Murillo, gs.: folı -

‚'. ' 26) Die: Alte, welche ‚den, Knaben Jaust, nach Murillo, gı

400 . Q19) ßna*f ’B|ätalkinden spielenid . und essendi; ‚nach demsı

..g';; ‘7 7 °7Ny.' °i!" *r #8 oa: “ .. ; „tff ‘ '3 7 ‘ 1,0f7 °

si ı ,, 224 Der; Bauernjunge. und das‘ Mädchen bei‘ dem Obst

.30 3 4Je anflld z'a'h!end—.:nm:thci:ilb„gr. {

  • ' 23) Zwei: ‚Beiteljungen ‚. Melortee essend , 'nach Mufrillo, g

s:7 , 24 DieJagd des wälden Ebens;' nach F, Snyders, gr. qu.

-ı * 25) .Der,wilde Eher von -det Löwin überwältgt; fnläz dems:

.44 1ir 1.46“.‘]“M‘0‘:! , a d 0In vr’ T

;.P."h.e“ . ijrpgz, Maler und l9,äp(ß‚:;$&@9h„ fquxi‘_’Gc'nt‚ wurde ” eboren und vgn R. Audenarde, unterrichtet. , Seine weilere ® ,„gemmlnäm!%g? sind unbekannt, falgende Blätter sprechen von seiınem ase%n: | | \ - . ‚. 3) Maria, welche Milch in den Mund des Jesuskindes d 5 - ı 'y): Die Bekehrung ‘des he .'*Bbvo’‚‘-fig»n'h reiche Compo i F nach Rubens’, ggfl£ ol: : Seten vbr 'der Dedichtion. ’ ‚ 3) Das Urtheil des Tmolus, Tmoli judieium, nach Rı '# 14 ?-:«fd%»fi . .04a &, ;*°;.‘!" ' > vl tr „ a1t ! 9a6 N 4» 000 n& VDa Matrter des ‚ Bläsius‘, ndch O; Craver; gr. fol M 47 5c)‘Dä’!\“betttü3 6?:l £liflél'l ‚'nach A, Sacechi} l’«o'l£ig ‚ ©O). Grosse Decoration bei der ' Huldigung ''der‘ Kalserin ! T'ı n . bPhegesie in Gent den'27: ‘Aprik 1744;'s! gr; imp. fol. i i .7 L''»‚“: ’

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.i’niz‚ Joaeph y: Historienmaler von, Kremsier, „‚arbeitete um 17

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K, -Weisskirchen: sind Bilder ıvon ihm. a

«4 ! In R{ Weige!'s, Kunstkatalog.! ist . von einem. Pilz eine ] zeichnung, welche..den.blinden .Homer vorstellt, erwähnt.

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'ÜMenofi„ NICOIÖ_‚ Bilflh'ag‘én'_vow St. Üete:iburg‚ der Sohn ' „gleichen Küngtlers, wurde { 3, geboren,, und auf der Aka ‚,, seiner Vaterstadt znm Kunstler herangebildet, ‚Er lieferte ‚' frühe Proben eines tüchtigen Talentes, in verschiedenen , ‚dellen bestehend, von welchen 1837 der Kaiser eines in M Z außzuführen befahl. In diesenz Jähre unternalim der/Hünstle: ‚ Beise durch Deutschland nach Italien; um 'in"R‘oni gine S! ‘"‚'f' zuv}fetifle*n.' A *M eeC- H P ınacCl, «GIOBB_ED, Maler von. Siena, war, Schüler von und Borgognone, und ein guter Bildnissmaler.. Er

Pinaigrier, Robert.
Am Hofe des Vizekönigs Carpio zu Neapel, und dann des Großherzogs Ferdinand von Florenz. Sein größtes Verdienst war seine Kunstkennerschaft. Starb 1578 im 76. Jahr.
Seine Gattin: Edelgard, malt Blumen und Küchen-

Pinaigrier, s. Pynacker.

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