Pietro del, Maler und Kupferstecher

Pietro del, Maler und Kupferstecher , wurde 1610 zu Pal

geboren, und wenn er nicht unmittelbar Schüler des Domenico

gewesen ist, so muss man ihn doch zu den Nachahmern dessel

ben Meisters zählen. Er lebte längere Zeit in Rom , wo man

donna di Constantinopoli ein grosses Altarbild von ihm sieht,

ches aber nicht so vollkommen ist, wie die Staffeleibilder da

Künstlers. Besonders geschätzt wurden seine kleinen, miniatur

artig behandelten Bilder. Werke dieser Art sah man in verschi

denen Cabinetten, mehrere in Spanien . In späterer Zeit liess er

del Po zu Neapel nieder, wo er wenig mehr malte. Starb 1719.

P. del Po hat auch in Kupfer gestochen, und dabei die

mit dem Grabstichel verbunden. Seine Blätter sind für jene

in welcher diese Kunst bereits nachlässig betrieben wurde,

schön schätzbar, indem der Künstler gegen die Gewohnheit

Kunstgenossen auf richtige Zeichnung und gute Wirkung

Bartsch, P., gr. XX. 245 ff., beschreibt 32 Blätter von ihm,

glaubt, dass das Verzeichnis so ziemlich vollständig sei. J

  1. Die Geburt der heil. Jungfrau, Pietro del Po invent

Pin. 1666. Mit Dedication an Nicolo Antoni. H. 17 Z.

6 L. mit dem Rand, Br. 14 Z. OL. |

Po, Pietro del. 425

Dieses Blatt nennen wir hier, weil es Bartsch dem P. del Po beilegt, obgleich Huber im Catalog der Winklerschen Sammlung es als Werk der Theresia del Po bezeichnet. Barisch muss einen Abdruck ohne Namen gesehen haben, Es gibt solche mit Theresia’s Namen, und zwar schon vor der Dedication, welche als erste zu bezeichnen sind. Im späteren retouchirten Drucke hat das Blatt die Dedication an Maria Cardelli,

  1. Der Engel Gabriel kündigt der heil. Jungfrau die In- carnation. Letztere sitzt auf einem grossen Kissen mit dem Buche zur Seite. Nach Poussin, aber ohne Namen. H. 10 Z. 7 L., Br. 8 Z. 8 L. ;

  2. Die Geburt Christi, oder die Anbetung des Jesuskindes. Ma- ria kniet, hinter ihr steht Juseph, und im Grunde sind die Thiere. Nach N. Poussin, ohne alle Schrift. H. 10 Z. 6 L., Br. 8 Z. 6 L.

  3. Die Hirten beten das neugeborne Kind an, welchem Maria die Brust darreicht. Am Piedestal der Säule steht: RAPHAEL URBIN PINXIT, der Maler ist aber nicht Rafael, sondern A. Schiavone, was Bartsch nicht bemerkt. Im Rande steht die Dedication an den Grossherzog von Toskana von einem gewissen J. B. Franceschi. H. 15 Z. 5 L. mit 8 L. Rand, Br. 21 Z. 6 L. Im zweiten Drucke sieht man Franceschi’s Bildniss in Medaillon an der Säule und dann steht dabei: J. B. F. Se Suaque D. D. D.

  4. Die Darstellung im Tempel, nach N. Poussin, angeblich von Po radirt, dessen Namen das Blatt nicht trägt. Es ist schwach radirt, und durchaus retouchirt. H. 18 Z. 0 L., Br. 13 Z. 10 L.

  5. Die heil. Jungfrau mit dem Kinde, und Joseph, dem ein Engel in der Luft den Weg nach Aegypten zeigt, nach N. Poussin, ohne alle Schrift: H. 13 Z. 6 L., Br. 18 Z. 6 L.

  6. Die Taufe Christi im Jordan, nach N. Poussin, ohne Schrift. H. 1 Z., Br. 15 Z. 9 L.

  7. Die Cananäerin bittet den Heiland um Heilung ihrer Toch- ter, nach Annib. Carracci’s Bild in der Capelle des Pallastes Farnese. H. 15 Z. 4 L., Br. 11 Z. 10 L. Es gibt Abdrücke vor und mit der Adresse.

  8. Jesus Christus mit der Dornenkrone, und dem Rohr in der Linken, nach N. Poussin, ohne Schrift. Durchmesser 8 Z. 1 L.

  9. Die heil. Jungfrau mit dem Leichnam Christi auf dem Schosse, nach Annib. Carracci. H. 15 Z. 5 L., Br. 11 Z. 10 L.

  10. Die heil. Jungfrau und Johannes bei dem Leichnam Christi am Ehägfl\g es Grabes, nach N. Poussin, aber ohne Na- men. H. 10 Z. 9 L., Br. 8 Z. 4 L.

  11. Christus als Gärtner erscheint der Magdalena, nach N. Pous- sın, ohne Schrift. H. 11 Z., Br. 8 Z. 7 L. |

  12. St. Benedikt in der Wüste, halbe Figur im Oval, wahrschein- lich nach eigener Erfindung. H. 6 Z. 10 L., Br. 4 Z. 9 L.

  13. Die heil. Jungfrau erscheint der heil. Francisca Romana, nach N. Poussin, mit Dedication an den Cardinal Rospig-

Po, Pietro del.

  1. Der Täufer Johannes in der Wüste deutet auf Christus

nach Annib. Carracci, H. 15 Z. 9 L., Br. 12 Z. 3 L. Im ersten Drucke ohne Adresse links unten, im zweiten

Drucke mit der Adresse: A Paris — — chez le sieur

trand — 1663. Später wurde die Platte verständig re

chirt, und Malboure’s Adresse darauf gesetzt. Von

den Abdrucke wusste Bartsch nichts.

  1. St. Hieronymus auf den Knien in der Wüste. Links up

Dominicus. In (Dominichino) und Betrand’s Adresse, !

H. 15 Z. 0 L., Br. 12 Z. 4 L. Im ersten seltenen D:

vor den Worten: a Paris au quay de Gesures etc. Di

Abdruck kennt Bartsch nicht.

  1. St. Paul von den Engeln in den dritten Himmel erhoben

Rechts unten: Nic, Pons. (N. Poussin), ohne del Po's Men

men. H. 16 Z. 9 L., Br. 12 Z. 3 L.

  1. St. Philippus Neri mit Camillo de Lellio auf dem Weg

Ecce Ministrantes Sociis pia etc. Ex Voto, nach eigener

Erfindung. H. 9 Z. 4 L., Br. 6 Z. 10 L.

  1. St. Peter von Alcantara in Verzückung, nach M. P.

mit dessen Adresse an T. Rospigliosi.

  1. St. Thomas von Villanuova gibt einem Weibe mit Kisit

Almosen, nach M. Gaffa’s Bildwerk in S. Agostino zu

In foraminibus Petrae fovet viscera charitatis, H. 13

3 L., Br. 11 Z. 3 L.

  1. Die heil. Jungfrau mit dem Kinde, welches zwei Bisch

anbeten, nach Lanfranco, ohne Namen des Stechers.

38 Z., Br. 14 Z.

Die heil. Jungfrau auf dem Throne, unten St. Johannei4

Täufer und St. Petronius, nach D. Zampieri. H. 16

6 L., Br. 12 Z. 9 L.

  1. — 27) Die vier Cardinaltugenden, allegorische Frauen

stalten, nach Dominichino’s Bildern in S. Carlo zu

H. 25 Z., Br. oben 19 Z., unten 12 Z. Vortreffliche 4

seltene Blätter, ganz mit der Nadel behandelt.

  1. Dido ordnet den Bau der Mauern von Carthago an,

lich von P. del Po. H. 5 Z. 5 L., Br. 5 Z. 6 L.

  1. Achilles unter den Töchtern des Lycomedes von Ulysses

kannt, nach N. Poussin, ohne Namen, H. 13 Z. 6 L.,

18 Z. 6 L.

  1. Dieselbe Darstellung, etwas verschieden, links Achilles,

N. Poussin, ohne Schrift. H. 15 Z. 6 L., Br. 18 Z. 6 L.

  1. Neptun taucht aus dem Meer auf, während Psyche

den Zephiren entführt wird, nach G. Romano’s Platte

im Palazzo del Te. Durchmesser 10 Z. 3 L.

  1. Venus auf dem Ruhebette mit Amor in der Werhksiätte

Vulkan, nach Ag. Carracci. H. 6 Z. 9 L., Br. 10 Z. 3 L.

  1. Eine Allegorie: Bellona, die Stärke und Klugheit auf W

ken von Genien umgeben, Petrus del Po inv. etc.

Dieses Blatt kannte Bartsch nicht.

Füssly behauptet auch, dass P. del Po mit G. Videmann

zu Rom 1666 gefeierten Leichenzug der Königin Anna von

Österreich nach E. Benedetti’s Erfindung und A. Schmid’s

Zeichnung gestochen habe, unter dem Titel: Il mondo piangente et

festeggiante nel funeral apparato dell’ esseguie celebrati in B

nella chiesa di san Luigi de Francesi alla gloriosa memoria

Anna d’Austria, composto e descritto dall' abate Elpidio B

Vorsicht

Diese Seite wurde maschinell erstellt. Die Zuverlässigkeit der OCR ist durch die Qualität der Scans, der Software und des Workflows zwangsläufig beschränkt. Eine menschliche Korrektur und Redaktion fand nicht statt.

Das Ziel dieser Seite ist es, die gezeigten Resourcen einfach zugänglich zu machen. Für Zitate und eine direkte Nutzung sind sie nicht ausreichend. Hierfür ist notwendigerweise das originale Quellenmaterial hinzuzuziehen.

Der zugrundeliegende Scan ist hier zu finden https://archive.org/details/bub_gb_cvNRGQRp4uYC/