Pierre, Jean Baptiste Marie, Maler, wurde nach Basan oder 1715, nach Andern 1720, zu Paris geboren, und als der Sohn eines begüterten Juweliers erlernte er in seiner Jugend die Malerei Bir zu seinem Vergnügen, entschloss sich aber bald, ‚selbe zur Bauptaufgabe seines Lebens zu machen. Er besuchte zu diesem Zwecke Natoire’s Schule, und als er den grossen Preis erhalten, ging er nach Rom , wo de Troy sich auf das freundlichste sei-
| Ber annahm ; :aber man bedauerte, dass Pierre keine strengen Stu-
‚ dien gemacht, dass er es mit den Regeln der Kunst: leicht ge-
‚ Tommen hatte, Seine glücklichen Verhältnisse, die ihm einen ge-
“ Misen äussern Glanz verliehen , mussten ilım Vieles ersetzen, und die Leichtigkeit, welche ihm die Natur verliehen hatte, die Menge Menden. éeine Werke fanden aber nach seiner Rückkehr durch- %s keinen Beifall; allein Pierre wurde nach Coypel’s Tod
‚ ester Maler des Herzogs von Orleans, 1748 auch noch Profes- sor an der Akademie zu Paris, dann an Boucher’s Stelle erster
ler des Königs, und zuletzt Direktor der Akademie, welche aber unter seiner Leitung nicht zur Blüthe gelangte, da Pierre in seiner Missgünstigkeit seine Kunstgenossen drückte, die brauchbar- en Männer zurücksetzte, und das verkannte Talent absichtlich | 1seiner Dunkelheit liess. Desto mehr suchte er selbst zu glänzen, ' und es gelang ihm auch wirklich, seinen Zeitgenossen den Rang ulaufen. Strenge Kunst kannte und forderte man damals in Paris auch nicht, Kunstflitter hatte aber Pierre in hinreichender lenge. Er zeichnete leidlich, componirte in einer gefälligeu Ma- Dier, wusste seinen Figuren Anschen und eine gewisse Grazie zu verleihen, belegte seine Palette mit schönen blühenden Farben, und wüsste so mit leichtem Pinsel ein wohlgefälliges Bild hinzuzau- ‚ sei es ein Portrait, eine historische Darstellung, oder cin Genre-Bild. Das Principat errang ihm sein grosses Plafondge- mälde der Capelle Notre-Dame in St. Roch zu Paris, da keiner kiner Collegen ein so grussräumiges Werk ausgeführt hatte; al- n jetzt betrachtet man- dieses Werk nur mehr als Ruin seines Ruhmes. In St. Germain-de-Pres sind zwei seiner vorzüglichsten Meinern Werke: . die Heilung des Lahmen durch Petrus und der Tod des Herodes, beide kurz nach seiner Heimkehr von Rom ge-
malt. Gerühmt wurde auch sein St. Franziskus in Sulpice, und das große Gemälde mit dem Urtheile des Paris, Friederich II. von Preussen gemalt. An diese Bilder reihen sich mehrere andere, die ehedem bewundert und später zurückgestellt wurden. Pierre starb 1780. A. de S. Aubin stach nach C. N. Chin’s Zeichnung desselben Bildnisses.
Viele seiner Gemälde und Zeichnungen wurden gut erhalten, und zwar von den besten Künstlern seiner Zeit; von Dupuis der erwähnte St. Franz im Gebete, von S. Carmona die Geburt Christi, von Lempereur der Kindermord, Bacchus und Ariadne; von J. Preisler ein Bacchanale; von Schedel die Einsiedler; von Levesque Venus und Amor; von Daulle la lanterne magique, etc. Diese gehören neben anderen zu den besten nach ihm gestochenen Bildern, und was A. le Fort, L. le Daulceur, Fessard, Lem, M. le Fort, Chenu, Pelletier, Igonet, Chedel, Demarteau, Chin, Watelet u. s. w. nach ihm gestochen haben; s. die Artikel jener Künstler.
Pierre hat selbst einige Blätter radirt, von welchen wir folgende erwähnt fanden:
Eine heilige Familie, 1758. fol.
Eine andere heilige Familie, 1750. fol.
St. Carolus Borromäus reicht den Pestkranken das Abendmahl, mit P. f. bezeichnet. qu. fol.
St. Franz, Oval, qu. 8. ;
Ein Tanz von Landleuten, qu. fol.
Der stehende Alte mit dem Stocke, nach links schreitend, Pierre 1739, 8. ;
Der Hirte, le Pâtre, ohne Namen, qu. fol.
Mehrere Blätter mit Darstellungen aus la Fontaine’s Erzählen, nach Subleyras,
Folge von Blättern mit Figuren aus dem gemeinen Volk in Rom. Figures dessinées d’après nature du bas Peuple à Rome, gr. 8.
Sechs männliche Akte. fol.
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