Pichler, Joseph Anton

Pichler, Joseph Anton, Edelsteinschneider, ein vorzüglicher Künst- ler seines Faches, welchen man als den Wiederhersteller der Stein- schneidekunst bezeichnete. Er wurde zu Brixen geboren, und von seinem Vater, einem Ärzte , zur Kaufmannschaft bestimmt, wo- für aber der junge Pichler gar keine Neigung hatte, so dass er zuletzt seine Condition in Nizza verließ, und nach Neapel sich begab. Hier beschäftigte sich einer seiner Freunde etwas mit Stein- schneiden, und bald hatte auch Pichler für diese Arbeit solche Vor-

Liebe gewonnen, dass er sich vornahm, selbe ernstlich zu pflegen.
Er verfertigte sich selbst die nöthigen Instrumente, und bildete sich
nach und nach ohne Lehrmeister zum wirklichen Künstler in dieses
Fache. Pichler blieb mehrere Jahre in Neapel, verehelichte sich
auch daselbst mit einer deutschen Wittwe, Namens Therese Yil,
zog aber 1750 nach Rom, und starb daselbst 1770. In S. Lorer
in Lucina ist die Grabstätte des Künstlers. Pichler erzeugte
zwei Kinder. Sein älterer Sohn war Architekt , starb aber schon
im zwanzigsten Jahre. Der zweite ist der berühmte Edelsteinschneider
Johann Pichler. Aus seiner zweiten Ehe, die er in Rom mit
Caterina Migozzi schloss, stammen Joseph und Ludwig Pichler,
die die Kunst ihres Vaters erbten. Eine Schwester heiratete den
berühmten Dichter Monti.

Anton’s vorzüglichste Werke belaufen sich ungefähr auf
120 Stücke, von denen sein Sohn Ludwig Gypsabdrücke besitzt.
Dazu gehören nach eigener Erfindung: Antigonus und Ismene
vor dem Tempel der Füürinen, wie sie dem Vater rathen, nach Theben
zurückzukehren, ein großer Onyx. Ferner sind zu nennen:
Pallas zu den Füßen des Achilles, ebenfalls ein großes Stück
nach eigener Erfindung; die große Büste des Homer, en face;
der Kopf des Julius Caesar, Melcager, nach der Statue im Vatikan;
das Bacchanal des Michel Angelo, dessen Siegelring genannt,
gefälscht copirt. Nachrichten über Anton Pichler findet man
im Sammler für Tirol, V. 170, und auch im Tiroler Künstler-Lexikon.
Da ist ein Schreiben des Alois Pichler abgedruckt, welches den 12. April
1727 als die Zeit von dessen Geburt bestimmt, und auch das Taufbuch
der Pfarre Brixen zeigt unter jenem Tage und Jahre die Geburt
des Joseph Anton Pichler an. Füssly nennt ihn Johann Anton,
lässt diesen 1700 geboren werden.

Vorsicht

Diese Seite wurde maschinell erstellt. Die Zuverlässigkeit der OCR ist durch die Qualität der Scans, der Software und des Workflows zwangsläufig beschränkt. Eine menschliche Korrektur und Redaktion fand nicht statt.

Das Ziel dieser Seite ist es, die gezeigten Resourcen einfach zugänglich zu machen. Für Zitate und eine direkte Nutzung sind sie nicht ausreichend. Hierfür ist notwendigerweise das originale Quellenmaterial hinzuzuziehen.

Der zugrundeliegende Scan ist hier zu finden https://archive.org/details/bub_gb_cvNRGQRp4uYC/