Pichler, Johann Joseph

Pichler, Johann Joseph, Edelsteinschneider, der Stiefbruder des Obigen, wurde zu Rom geboren, und daselbst vornehmlich unter Leitung des berühmten Johann Pichler zum Künstler herangebil- det, da sein Vater für ihn, als Sohn seiner zweiten Ehe, zu früh starb. Es ist indessen die Kunst desselben, so wie jene seines Stiefbruders, auf ihn übergegangen. Er schnitt verschiedene treff- liche Cameen und Intaglios. Ausgezeichnet sind die Bilduisse des Kaisers Franz und Papst Pius VII., letzteres 1817 verticft in ovaler Form geschnitten, und von beträchtlicher Grösse. Auch verschiede- ne Pasten, Schwefel - und Gypsabdrücke fertigte er, so wie sein Bruder Luigi. Pichler wurde seiner grossen Geschicklichkeit wegen als Professor der Steinschneidekunst nach Wien berufen. Er erhielt er auch den Auftrag, von sämmtlichen kostbaren Steinen des k. k. Antikenkabinetes Glasausgüsse zu machen, eine kost- bare Sammlung, welche für den Papst Pius VII. bestimmt wurde. Pichler nahm die Formen mit grösster Genauigkeit von den Origi- nalen und bewerkstelligte dann den Ausguss der Glasflüsse in der Porzellanmanufaktur, der besonders bei den grösseren Stücken mit unsäglichen Schwierigkeiten verknüpft war. Primisser in

ws Archiv , Nr. 17 benachrichtet über dieses Unter- nehmen, und sagt, dass dessen oft auf die härtesten Proben ge- giellter Fleiss — da einige der grössten Stücke in der Schmelzung mehrmals misslangen — mit einem überraschenden Erfolge belohnt worden sei. Bei den kleinen Piegen, besonders den Intaglios, ist die Nachahmung; am täuschendsten; die Achate, Lazursteine, Jas- pise, sind in Farbe und Glanz unübertrefflich gelungen; nur bei wenigen erscheint das Colorit etwas verändert. Die grossen Onyxe und Sardonyxe Ptolemäus und Arsinoe, August und Roma, der prachtvolle Eber im Brustbilde, Cybele, der blitzschleudernde Ju- piter, die Familie des Kaisers Claudius, endlich der vortrefflichste aller antiken Onyx-Cameen, August’s Apotheose vorstellend, geben den unerreichbaren Originalien sehr nahe kommende Bilder. Diese m ihrer Art einzige Sammlung besteht aus mehreren Hunderten von Pasten. Im Jahre 1821 überbrachte sie der Künstler selbst nach Rom.

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