Pichler, Johann

Pichler, Johann, berühmter Edelsteinschneider, und Sohn des
letzteren, wurde 1734 zu Neapel geboren, und vom Vater mit solcher
Glücke in der Kunst unterrichtet, dass er schon vor seinem 30.
Jahre eine hohe Stufe der Ausbildung erreicht hatte.
Erstens bezeichnete er seine Werke nicht, was die Ursache war, dass
sie von den Gemmenhändlern für antik verkauft wurden; als
Pichler den Betrug bemerkte, bediente er sich eines eigenen Zeichens.
Die Anzahl seiner Gemmen ist nicht unbedeutend, sowohl verziert
als erhaben geschnitten, mit einer Reinheit und Schärfe, die
allerdings mit jenen des Cinquecento verglichen werden kann.
Auch in der Pastellmalerei leistete er Gutes. Er verlebte die größte
Zeit seines Lebens in Rom , wies die glänzendsten Anträge aus
Europa ab, und entschuldigte sich selbst vor dem Kaiser, als der
ihm Vorschläge machte, sich in Wien niederzulassen. Als nämlich
Joseph II. 1770 in Rom war, und einst in der Villa Medici speiste,
drängte sich Pichler unvermerkt an ihn, um sein Bildnis abzunehmen,
und es dann in Stein zu schneiden. Der Kaiser bemerkte es,
und ließ den Künstler am nächsten Tage rufen, wo er
jene Anträge machte. Der greise Vater und eine zahlreiche Familie
machten ihm seinen Aufenthalt in Rom wünschenswerth, und selbst
der Kaiser nahm die Weigerung nicht ungnädig auf, da er
ihn in den Adelstand erhob, und ihm den Titel eines kaiserlichen
Edelsteinschneiders erteilte. Sein Ruf war ein europäischer, und
Italiener nannten ihn häufig Artefice di sempre gloriosa memoria.
Er starb zu Rom 1791, und im Pantheon wurde ihm ein Denkmal
mit passender Inschrift gesetzt, wo aber irrig Trient als seine
Heimatstadt genannt wird. Abbate Rossi schrieb im folgenden Jahr:
Del Cav. Giovanni Pickler, intagliatore in pietre fine. Murr gab

seinem Journal Vlfl' 5. das Verzeichniss der Werke des Künstlers von 1760 — 71. a —

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