Pforr, Johann Georg

Pforr, Johann Georg, 9 Thiermaler, geboren zu Upfen in Sachsen 1745, gestorben zu Frankfurt am Main 1798. Dieser Künstler , welcher sich den Beinamen des deutschen Wouvermans erwarb, genoss den ersten Unterricht auf der Bergakademie zu Reichels- heim, wo er in kurzer Zeit solche Fortschritte im Zeichnen und Malen machte, dass ihn der Minister von Weitz als Maler an der Porzellanmanufaktur zu Cassel anstellte. Allein diese Arbeit behagte wenig, und er verliess nach einigen Jahren die Stelle; doch die Kunst aufzugeben, die vielmehr so sehr sein ganzes Vesen eingenommen hatte, dass er noch als Mann von 32 Jahren die Casseler Akademie besuchte, wo er jetzt an Tischbein einen Lehrer fand. Er gewann da bereits im ersten Jahre den akademi- schen Preis, und das folgende Jahr darauf nahm ihn die Akade- mie unter die Zahl ihrer Mitglieder auf. Im Jahre 1781 liess sich Pforr zu Frankfurt nieder, verehelichte sich 1784 mit Tischbein’s Tochter, und blieb bis an sein Ende in der genannten Stadt, weder als Künstler, wie als Mensch, Seine Pferdestücke wurden allgemein bewundert, und als unübertroffen gepriesen. Seine Bilder , in denen das getreueste Studium der Natur sichtbar ist, sind nur leicht untermalt, und sodann gleich ausgeführt, warm und lieblich von Färbung und mit kräftigem Pinsel gemalt. Mit ersterem Fleisse und höchster Reinlichkeit vollendete er die

Handzeichnungen , die meistens in bunten Tuschen behandelt, oft leicht colorirt sind. Er gab Alles bis in das kleinste Detail, ohne dass dadurch der Weichheit und Wärme Eintrag geschah.

Mehrere seiner Zeichnungen sind auch durch Stiche bekannt. Schytz stach eine Landschaft mit mehreren Kühen; Susemihl hat vier Blätter mit Pferdegruppen geätzt und colorirt; J. G. Reinheiss ein Blatt mit Pferden; P. Speth Reiter und Landleute in einer Landschaft, Aquatinta; H. J. Schulz die Tagszeiten, vier Blätter; A. Bartsch eine Gruppe von ungarischen Pferden, eine solche mit polnischen Pferden, schön radirte Blätter.

Dann finden sich von ihm selbst mehrere trefflich radirte Blätter:

  1. Die Radirungen in Hünersdorf’s Anleitung, Campagnepferde, abzurichten, in schwarzen und ausgemalten Exemplaren, wovon letztere 33 fl. kosteten,

  2. Die vorzüglichsten Pferderägen, eine Folge von 112 Blättern, wozu er selbst nur 4141 Platten vollendete. Diese Blätter wurden sehr gesucht, so dass sie in alten Abdrücken selten geworden sind. Es gibt schwarze Abdrücke, Eremitenplatten in Sepia übergangen, und colorirte. Solche kosteten 12 Louisd’or.

  3. Die Reiter, oder die Reitschule, Folge von 16 Blättern, leicht radirt zum coloriren, qu. fol. Bei R. Weigel ein colorirtes Exemplar 6 Thl.

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