Petzholdt, Friedrich

Petzholdt, Friedrich, Landschaftsmaler , wurde 1805 zu Colm en geboren, und da sich bei ihm schon frühe eine entschiede €orliebe zum Zeichnen äusserte, so fand man es später geralhe derselben durch den Besuch der Akademie seiner Vaterstadt v Nahrung zu gewähren. Es zog ihn besonders zur landschaftlich Darstellung, die durch irgend eine bedeutsame Staffage noch m ehoben werden sollte, und daher zeichnete Petzholdt auch ! zwei Figuren, Thiere und Architektur. Sein Talent hatte sich ! reits in mehreren schönen Gemälden mit Darstellungen vaterlän scher Gegenden auf das entschiedenste erprobt, als Petzholdt 18 nach München sich begab, um daselbst seine weitere Ausb zu verfolgen. Er studirte da die Schätze der königl. Pinakoth führte auch einige Gemälde aus, und nachdem er auf solche We sich einige Jahre mit grüsstem Erfolge geübt hatte, begab er * nach Italien , da sich ihm hier sowohl in Hinsicht auf landschaft che Scenerie, als auf interessante und malerische Beigaben reichste Auswahl darbot. Petzholdt machte da zahlreiche Studie und führte auch Bilder in Öl aus, die, so wie frühere Werke, verschiedenen Besitz übergangen. Im Jahre 1838 bewunderte » in München ein ziemlich großes Bild, dessen Inhalt den pont schen Sümpfen entnommen war, ein streng und brrlich durc bildetes Werk. Es wurde vom Kunstvereine der erwähnten d angekauft, und der Verloosung unterworfen, wo es 1839 dem G fen von Preysing-Lichtenegg - Moos zufiel. Es ist wohl das ältesten Gemälde des Künstlers, da er im Jahre 1838 in M en starb.

Petzl, Joseph. 197

Joseph Petzl, Maler, einer der ausgezeichnetsten jetzt lebenden

Künstler, der sich in seiner Kunstweise mit Ruhm an Ary Scheffer und David Wilkie anschließt. Er wurde 1805 zu München geboren, besuchte da bis 1821 das Gymnasium, und trat dann unter Direktor P. von Langer an die Akademie der Künste über. Anfangs Historienmalerei zu widmen, allein er erkannte, dass das Feld seiner Thätigkeit ein anderes sei, dass das Le- ben mit seinen mannigfaltigen Erscheinungen sein Talent in An- spruch nehme. Vertraut mit dem Technischen der Malerei trieb er daher hinaus, um Sitten und Gewohnheiten des Volkes näher zu lernen, um das Treiben desselben in engeren und wei- teren Kreisen zu belauschen, und die Resultate dieser Beobachtun- gen, die er auf kleinen Reisen in Bayern, in Tirol, Italien und Schweiz gesammelt hatte, gab er schon frühe in kleineren Bildern, welche bereits zu glänzenden Hoffnungen berechtig- ten. Im Jahre 1827 begab sich der Künstler nach Berlin, um unter Leitung des berühmten Professor Begas sich zu üben, und dieser Meister war es auch, der ihn ermunterte, mit aller Kraft dem edleren Genre sich zu widmen, und in reicheren Compositio- nen seine Kunst zu erproben. Hierauf begab er sich nach Dres- den, wo die herrlichen Werke der königl. Gallerie ein ganzes Jahr fesselten, endlich aber ergriff er den Wanderstab, um auf einer Reise durch Sachsen, Böhmen, Hannover, Schleswig, Däne- mark und einen Theil von Schweden den Kreis seiner Erfahrun- gen zu erweitern. Das rege Kunstleben in Düsseldorf zog ihn nicht minder an, und der Rhein mit seinen Burgen und seinen feierlichen Erinnerungen beschloss seine erste grössere Wanderung. Im Jahre 1851 kam Petzl wieder in München an, wo er jetzt einige Werke malte, bis er nach Jahresfrist mit einigen Freunden nach Italien ziehte; endlich aber kam die Zeit, wo es ihm vergönnt ward, ein Land zu betreten, welches ihm Stoff zu jenen reichen glänzenden Bildern bot, die seinen Ruhm weithin verkünden sollten. Er fand Gelegenheit, im Gefolge des Königs Otto nach Hel- lenika zu reisen, und in den ersten Freudentagen das lebendige Leben eines edlen Volkes zu schauen. Das lebendige Interesse, welches die Proklamation des Königs in Nauplia erregte, bot ihm sogleich Gelegenheit zu einem eindrucksvollen, cha- rakteristischen Bilde, welches jetzt Senator Jänisch in Hamburg hat. Es ist dies jene viel besprochene und auch in der Geschichte der neueren deutschen Kunst II. 470 ge- nannte Versammlung von griechischen Hauptlingen in Nauplia, welche die Einsetzung des Königs Otto lesen, lauter Porträts mit grosser Mannigfaltigkeit der Charaktere, in freier und lebendi- ger Bewegung, im Jahre 1834 gemalt. Es ist aber dieses nicht das einzige Bild des Künstlers, wodurch er die Erinnerung an Griechenland weckt, es gibt deren mehrere; denn Petzl unternahm Reisen durch Lakonien, Attika, Euböa, durch die Maina, Arka- dien und nach den Cycladen. Er verweilte auch auf Patmos, Lipsara, und endlich besuchte er auch Constantinopel, wo er gerade zur Zeit des Ba`ramfestes eintraf. Auf dieser Reise zog ein buntes Gewühl von Erscheinungen aller Art an dem Künstler Vorüber, und er hatte nichts Eifrigeres zu thun, als festzuhalten, was zur malerischen Darstellung ihm das Interessanteste schien. Im Herbst des Jahres 1834 kam Petzl wieder nach München zu- rück, wo er jetzt aus dem reichen Schatze seiner Zeichnungen einen zu einer Reihe von Gemälden Auswahl traf. Darun- ter nennen wir zunächst das treffliche Bild einer griechischen Hoch-

Zeit, reich an mannigfaltigen Gruppen und üppigem Pflanzenv im hellsten Sonnenglanze, 1837 vollendet. Seine Gemälde weithin zerstreut, dass es schon schwer wird, den Ort unı Besitzer zu bestimmen. In Berlin ist das Bild der attischen Fr am Monumente des Lysikrates beim Einzuge des Königs Otto, emalt; ein Gemälde mit schachspielenden Türken besitzt H. £aber in Wien; gefangene Griechinnen vor einem Pascha Gra Lerchenfeld, bayerischer Gesandter in Berlin; ein anderes Ge: mit griechischen Frauen sieht man in der Gallerie zu Hänn Fürst Gagarin in St. Petersburg besitzt das hebliche Bild griechischen Braut, welche die Ankunft des Bräutigams erw und die Fürstin Radziwill in St. Petersburg ein anderes: eine i nische Volksscene, die Unterzeichnung des Ehecontraktes’ vo: lend, 1858 vollendet. Eines seiner früheren Werke, eine der r sten Compositionen, minder glänzend als die griechischen Sce aber trefflich in seiner Art, besitzt der Fürst von Thurn und xis in Regensburg. Es ist eine öffentliche Versteigerung, ‘ ihn D. Wilkie’s herrliches Gemälde der Testamentspublikation der königl. Pinakothek zu München aneiferte. Zwei frühere der sind auch die Jubelhochzeit im Besitze des Kronprinzen Schweden, und die ungarische Hochzeit, welche Louis Graf Arco in München bewahrt. Ein anderes Gemälde aus der ers! Zeit des Künstlers ist durch Leiter’s Lithographie nach demse bekannt. Es stellt eine Wirthsstube an der preußischen Gr zur Zeit der Cholera vor. Die einzelnen Figuren sind vort lich charakterisiert, und an Kraft und Harmonie der Farben ! das Bild wenigen späteren nach. An diese Werke reihen sich ! mehrere andere Bilder kleinerer Art, die aber an innerem Gel von nicht geringerer Bedeutung sind. Es sind dies Darstellun theils aus dem griechischen, theils aus dem italienischen und d schen Volksleben. Im Jahre 1841 vollendete er jenes Bild, we! die entführte Tochter unter den Schauspielern darstellt, ein Gemälde, welches durch Reichthum der Composition, durch geis' che Charakteristik und durch Zartheit des Pinsels sich auszeich Diese Vorzüge vereinigen sich indessen in allen Werken des hu Jlers. Er ist immer geistreich, genial, zart und anmutig, * oder launig, je nachdem es der Gegenstand erfordert. Wep' Künstlern ist ein so glückliches Talent für charakteristische Au! sung und malerische Gruppirung verliehen, und dabei bedar nur einer geringen Skizze, um das figurenreichste Gemälde schaffen; dies ohne Modelle, und dennoch mit einer Correct der Form, welche wenig zu wünschen übrig lässt. Er Webt £ zenden Farbenschmuck, weiss aber bei aller Pracht und ®° Reichthume die schönste Harmonie über seine Gemälde auszugie”

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