Peter, Leopold von. — Petera, Fränz. 163
Juno. beweisen, aber bald trieb ihn ein unwiderstehlicher Hang, ausschliesslich nur Thiere, theils die zu Rom gewöhnlichen, theils solche, die er sich allerwärts her zu verschaffen wusste, im Gros- sen zu malen. Peter hatte seinen Beruf erkannt. Durch seine un- ermüdeten Studien, wobei er vielfältige Opfer nicht scheute, war es ihm gelungen, nicht nur die Färbung, das Fell, die Muskeln, die einem jeden Thiere eigen sind, auf der Leinwand wieder zu machen, sondern er stellte auch dem aufmerksamen Beobachter den unruhig, den Tiger grimmig, den Löwen grossmüthig dar, kurz er wusste seinen Bildern ein solches Leben mitzutheilen, dass man nicht allein die Formen, sondern auch die Bewegung, das Eigenthümliche, die Stellungen und Gewohnheiten, welche je- des dargestellten Geschöpfes charakterisiren, genau wahrneh- men kann.
Der Fürst Marc-Antonio Borghese, der Vater des gegenwärtigen Fürsten Borghese, wurde der erklärte Beschützer Peter’s, dessen Werke man bald zu Rom, besonders im Quirinal und im Pal- laste Torlonia in bedeutender Anzahl sah. Zahlreiche bestellte wurden nach Neapel , Florenz , Mailand , Prag , nach Preus- sen, Russland , Spanien , Frankreich , Amerika und vor allen nach England gesendet, wohin er besonders eine grosse Menge Wölfe verfertigte, welche die Engländer vorzüglich suchten, weil dieses Thier sich nicht mehr in ihrem Lande findet. Das besondere Ver- st jedes dieser einzelnen Werke findet sich in einem einzigen Bilde von grossem Umfange, das irdische Paradies vorstellend, vereinigt. Hier bildet die mannigfaltigste Menge von vierfüssigen Kreften, Reptilien, Vögeln, die paarweise in einem reizenden Gar- ten verbreitet sind, ein friedliches Gefolge um das erste Menschen- r Dieses Bild war für den Künstler ein Gegenstand vielen depkens, schwieriger Arbeiten und beträchtlicher Unkosten. bildete darin alle Thiere ab, nach denen er Studien zu machen hatte, und dieses Bild wird stets sein vorzüglichster bleiben. Peter wollte es während seines Lebens an Nieman- Er war Professor an der Akademie von St. Luca in Rom. Im Kunstblatte 1830 steht der Nekrolog des Künstlers, einer Anekdote von einem jungen, reichen und eitlen Fran- zosen, den ein Spassvogel an den Künstler schickte, um sich ma- chen zu lassen, während aber im Billete, welches der Reisende schrieb, folgende Worte standen: „Hier überschicke ich Ihnen Je- manden, der Ihnen Gelegenheit geben wird, einen auserlesenen Pfau zu malen.“
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