Perrault erhielt auch den Auftrag, eine Zeichnung zu fertigen, nach welcher am Eingange der Vorstadt St. Antoine Ludwig XIV, zu Ehren ein Triumphbogen errichtet werden sollte. Das Monument war auch bereits an Ort und Stelle in Gyps ausgelüftet, allein wie die Neugierde befriedigt war, erlosch auch der Eifer der Anordner, und da überdies neue Projekte neue Auslagen notwendig machten, so wurde das Modell umgeworfen und selbst das Fundament zerstört. Es ist also nur die Zeichnung vorhanden. Nach Perrault’s Zeichnung wurde auch die Grotte in Versailles und die Wasser-Allee angelegt. Auch entwarf er ein Projekt zu einem Gebäude, welches an die Stelle des von Ludwig XII erbauten Schlosses kommen sollte.
Von seinen Schriften gehören der Essai de Physique und die Mé- moires pour servir à l’histoire naturelle nicht in unsern Bereich. Seinen schriftstellerischen Ruhm gründete vornehmlich die Über- setzung des Vitruv, von welcher er später für den Elementarunter- richt der jungen Architekten einen Auszug in kleinem Formate veranstaltete. Die erste Ausgabe seines Vitruv ist von 1673, die zweite von 1684, beide in fol. Zu seinen besten Werken gehört auch eine Abhandlung in zwei Teilen, unter dem Titel: Ordon- nance des cinq especes de colonnes selon la methode des anciens. In seinem Nachlasse fand man auch eine Sammlung von Maschi- nen, welche ebenfalls bekannt gemacht wurden. Hier erweist wir noch, dass von Perrault auch die Beschreibung des sogenannten Cabinet des beaux-arts, Paris 1600, herrühre.
Dass ein Mann, wie Perrault, Feinde und Neider hat,
ist wohl nicht zu wundern. Der ärgste war sein Kunstgenoss
d’Orbay, welcher dem Dichter Boileau beweisen wollte, dass
die berühmte Fassade des Louvre Le Veau’s Erfindung sei. Nach
der meist verbreiteten Meinung starb er an den Folgen einer Art
Fieber, welches er sich bei der Section eines gemeinsamen
Gefäßes zugezogen hatte. Die medizinische Facultät liess nach seinem Tode in ihrem
Sitzungssaale das Bildnis des berühmten Arztes aufstellen,
die Nachwelt hat dem gelehrten Übersetzer des Vitruv, dem
berühmten Architekten der Colonnade des Louvre, einen ausgezeichneten Rang
unter den Männern zuerkannt, welche das Zeitalter
Ludwig XIV. verherrlicht haben;
S. le Clerc hat den oben erwähnten Triumphbogen gestochen,
so wie mehrere Blätter für die Übersetzung des Vitruv. Die
Fassade des Louvre stach F. Blondel auf 4 Blättern, eine kleinere
Ansicht derselben gab Quatremere de Quincy im Leben der berühmtesten Architekten,
in der französischen und deutschen Ausgabe.
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