Perger, Sigismund Ferdinand von, Maler und Kupferstecher , wurde in Wien geboren, und da er schon in früher Kindheit grosse Liebe zum Zeichnen äusserte, nahmen seine Angehörigen kei- nes Anstandes, an der k. k. Akademie seinem Talente die gehörige Richtung zu geben. Schon wurde er an der k. k. Porzellanmanufaktur angestellt, wo er im Verlaufe von elf Jahren viel Gefässe und Tafeln mit historischen Darstellungen zierte, endlich aber bewog ihn der Drang nach weiterer Ausbildung, und die Hoffnung, Italien bereisen zu können, seine Entlassung zu nehmen, trotz der ehrenvollen Vorschlüge, welche die Direktion ihm machte. Sein erstes grosses historisches Gemälde — früher malte er nur in Miniatur — sah man auf der Kunstausstellung von , jenen Griechen vorstellend, der mit solcher Eile die Nachricht vom Siege bei Marathon nach Athen brachte, dass er mit der Botschaft zugleich den Geist aushauchte. Hierauf suchte er in der vaterländischen Geschichte Stoff zur bildlichen Darstellung, und bearbeitete auf Anregung des Freiherrn von Hormayr zuerst 16 Blätter aus der Geschichte der Babenberger, von denen er einige in Gemälden ausführte, alle aber in Kupferstich . Es gibt überhaupt keinen Kunstzweig, den S. von Perger nicht geübt, obgleich in der Malerei und im Kupferstechen nie eigentlich einen Meister hat. Er versuchte sich auch in jedem Gebiete der Darstel- lung und namentlich ist es die Thiermalerei, in welcher er Vorzüge leistete. Das k. k. Oberst stallmeisteramt liess durch ihn Bildnisse von Pferden malen, und der Künstler entledigte sich dieses Auftrages mit voller Zufriedenheit. Zwölf von diesen Pferden hat er selbst in Kupfer gestochen. Im Jahre 1816 zeichnete er in Gegenwart des Kaisers das Pferderennen von Hopfgasse, und führte es später in Öl aus. Dieses Bild erwarb ihm 1817 die Stelle eines k. k. Hof-Thiermalers, sowie er schon früher den Titel eines akademischen Historienmalers erhalten hatte. Im Jahre 1841 wurde er zweiter Custos der k. k. Gallerie des Belvedere, als welcher er 1841 starb.
Ein merkwürdiges und verdienstliches Unternehmen des Künst- lers ist die Herausgabe der vorzüglichsten Kunstschütze des k. k.
Belvedere in Wien durch den Kupferstich. Perger verband sich zu diesem Zwecke mit dem Buchhändler Carl Haas, und so wurde das Werk rasch begonnen. Er fertigte die Zeichnungen zum Buch und da mehrere Künstler an diesem Teil nahmen, kam das Werk in wenigen Jahren zu Stande. Es hat folgenden Titel: H. K. B. dergallerie im Belvedere zu Wien; Nach den Zeichnungen des k. k. Hofmalers Sigmund von Perger, in Kupfer gestochen von verschiedenen Künstlern, Mit Erklärungen, deutsch und französisch. (2 Bände oder 60 Lieferungen. Wien 1828; 30, k). foh Prin.
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Man hat von diesem Künstler auch punktierte und radierte Blätter, deren wir folgende erwähnen.
Das Bildnis des Kaisers Franz I. von Österreich, nach Heinke, fol. Im ersten Drucke vor der Schrift.
Scenen aus der Vaterlandsgeschichte, Folge von 16 Blättern in Aquatinta, mit Text, 1813, qu. Fol. Es gibt auch farbige Abdrücke.
Romulus und Remus von der Wölfin ernährt, qu. 4. Im ersten Drucke von der rein geätzten Platte.
Oedipus wird am Baum gehangen.
Zwei Blätter mit Cavalleriegefechten, qu. fol.
Das Pferderennen von Koptsän bei Anwesenheit des kaiserlichen Hofes, gr. qu. fol.
Eine Folge von Pferden, 12 Blätter, 1812 herausgegeben.
Einige Carrikaturscenen und Vignetten, qu. 4. und 12.
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