Percier, Charles

Percier, Charles, berühmter Architekt , dessen Name sich an alle Großen und Prächtigen knüpft, was die kaiserliche Regierung in Paris geschaffen. Seinen Ruhm theilt aber Fontaine, der Jugend- freund und Amtsgenosse dieses Künstlers, der mit ihm in un- trübter Harmonie zum Glanze des Vaterlandes fast jede Arbeit theilte, sei es denn, dass sie eine bedeutende Restauration vorzü- gen, oder einen Prachtbau zu führen hatten. Sie waren beide zugleich in Rom , und schon da verbanden sie sich zu einer ge- meinschaftlichen Arbeit. Sie beschrieben und zeichneten eine be- deutende Anzahl von interessanten römischen Palästen und Lan- häusern Roms, und nach diesen Zeichnungen entstand nach un- serer Zeit ein Kupferwerk, unter dem Titel: Palais, maisons et autres édifices modernes, dessines à Rome, publics à Paris (par Percier, Fontaine et Bernier). Paris An. VI. (1708), 100 Bl., gr. fol. Hier auf grünem Percier und Fontaine folgendes Werk heraus: Choix des plus célèbres maisons de plaisance de Rome et de ses environs, Paris 1800 — 1813, 12 Lieferungen mit Kupfern, gr. fol. Dasselbe leistete dieser Künstler auch im Decorationslabor. Ausgezeichnete war, dass Alles, was er in dieser Hinsicht lieferte, für klassisch klärt wurde. Auch bei diesen Bestrebungen war Fontaine Thei- lnehmer, der mit Percier verschiedene Zeichnungen entwarf, von welchen mehrere in Kupfer radirt wurden. Den Geschmack, wel- cher die Künstler dabei leitete, kann man aus folgendem Werk erkennen: Recueil de décorations intérieures pour tout ce qui con- cerne l’ameublement, 12 Lieferungen, fol. Paris 1812. In diesem Prachtwerk dieser Art ist auch die Description des cérémonies et fêtes qui ont eu lieu pour le couronnement de Napoléon, Paris 1807, gr. fol., und die Description des cérémonies et fêtes qui ont lieu à l’occasion du mariage de l’empereur Napoléon avec Marie-Louise, Paris 1810, fol. Percier hatte mit Fontaine und Is- sac die Zeichnungen zum berühmten Werke über die Krönung des Kaisers geliefert, welches früher erschien, mit 30 schönen Kupfern geziert, aber sehr selten ist. In diesen Werken herrscht ungemeiner Reichthum der Verzierungskunst, so dass selbst der Luxus in seinem Recueil de décorations reiche Auswahl findet, und kaiserliche Pracht in den anderen nichts vermisst.

Percier und Fontaine errichteten auch den Triumphbogen, der den Carrouselplatz ziert. Nach ihren Zeichnungen wurde dann das Musée Charles X. im mittäglichen Flügel des Louvre gerichtet, und die prächtige Stiege desselben angelegt, so wie eine grosse Anzahl von Monumenten aller Art errichtet. Im Jahre 1817 erhielten sie vom Kaiser Napoleon den Auftrag zum Ausbau des Louvre; denn damals wäre dieses merkwürdige Gebäude zu Grunde gegangen, da seit C. Perrault’s Tod fast nichts mehr gescheh- en war. Das Ausbauen wurde unter Leitung der genannten Architek- ten 1817 vollendet. Der Louvre bildet jetzt ein regelmäßiges Quadrat, aus vier Hauptgebäuden bestehend, welche einen prächtlichen Hofraum einschliessen. Es ist dies ein umfangreiches Bau, der im Einzelnen viele Schönheiten, aber im Ganzen kei- ne Symmetrie hat, indem die verschiedenen Architekten, welche dar- an gebaut, an dem Grundplan des Pierre Lescot immer änderten, um ihre eigene Originalität zu versuchen, so dass zuletzt ein bun- tartiges Gemisch entstand, wobei neben schönen architektonischen Verzierungen geschmacklose Schnörkel sich zeigen, unangenehme Linien, schwerfällige Balustraden etc. stören. |5ic auf einem maß- vollen Unterbau von Perrault aufgeführte Colonnade mit 28 kurinthisch-

Säulen mit ihren schön gearbeiteten Capitälen ist großartig und imposant. Auch die von C. Perrault errichtete Fassade gegen Saint Germain-l’Auxerrois hin ist großartig. Zunächst in Beziehung auf diese Bauten entstand dann auch folgendes Werk, welches, so wie die oben erwähnten, zu den architektonischen Prachtwerken gezählt werden muss: Residences de souverains. Parallele entre plusieurs résidences de souverains de France, d'Allemagne, de Russie et d'Italie. Paris 1833, 4. Mit Atlas, 38 Bl., ol.

Die Restauration, und der Ausbau des Louvre und der Tuilerien, sichern diesen beiden Architekten in der Geschichte jener merkwür- digen Gebäude einen rühmlichen Namen, so wie auch ihre ande- ren Werke das Gepräge ungewöhnlicher Meisterschaft an sich tra- gen. Diese Künstler wurden desswegen vom Kaiser ausgezeichnet, und auch das spätere Künigthum verschmähte ihre Dienste nicht. Percier behielt seine Wohnung im Louvre bei, und blieb Mitglied des Conseil des bâtiments civils. Er wurde auch in den Ritter- stand des Reiches erhoben, und zum Offizier der Ehrenlegion er- nannt.

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