Pay oder Pey, Johann de, auch Depay und Depey geschrieben, Maler von Riedlingen in Schwaben , genoss in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts bedeutenden Ruf. Desswegen protestierte vielleicht die Zunft der Maler in München so eifrig, dass de Pay aufgenommen werden wollte. De Pay hatte früher in der Gegend von Wasserburg mehrere Deckenstücke gemalt und dann wurde ihm die Ausschmückung der alten, jetzt zerstörten Kirche in der Au bei München übertragen. Der Künstler vollendete das Werk zur vollen Zufriedenheit; auch der churfürstliche Hof übertrug ihm Arbeiten, und nach einiger Zeit erhielt er auch den Titel eines Hofmalers. Dies geschah gegen 1640. J. de Pay war aber noch nicht zünftiger Meister in München. Deswegen suchte die Zunft 1640 in einer Eingabe an den Churfürsten den Fremdling die Ausübung seiner Kunst streitig zu machen; alles erfuhr ein für die damaligen Münchner Künstler nicht sehr rühmlicher Bescheid. Darin heißt es nämlich: „den Supplicant sei hinwieder anzudeuten, wenn man der Malerey halber mit ihnen versehen wäre, würde nicht von Nüthen seyn, Fremde einzuziehen.“ Hierauf wandte sich die Zunft an den Magistrat , dass, weil die früheren Hofmaler (Christoph Schwarz, Georg Böhm) ihre Meisterstücke gemacht und die Malerbürden getragen hätten, er, Depey, auch dazu angehalten werden möchte. Eindlich scheint sich der Künstler gefügt zu haben, denn er wurde weiterhin nicht mehr angefochten.
J. de Pay malte Bildnisse und Altarstücke. Auch fleißige Kopien nach älteren Meisterwerken lieferte er, im großen und im kleinen Formate. In der St. Peterspfarrkirche zu München ist seine Kopie eines Altarbildes von A. van Dyck, die Maria mit dem Leichnam des göttlichen Sohnes auf dem Schoß. Sein letztes Werk, welches er aber nicht mehr vollenden konnte, ist die Himmelfahrt der Jungfrau in der St. Martinskirche zu Landshut. Damals war auch J. von Sandrart Mitbewerber, de Pey trug aber die Ehre davon und begann 1658 das Werk, welches er aber bei seinem 1660, also im 71. Jahre erfolgten Tod unvollendet hinterließ. Hieronymus Mayerlein sollte die Arbeit zu Ende bringen, dieser leichtfertigere Künstler erfüllte aber erst nach wiederholten Opfern des Hochstifts seine Pflicht. B. Kilian hat nach ihm gestochen.
Sandrart erwähnt diesen Künstler in seiner Akademie, kann ihn aber nicht so genau.
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