Patenier wurde um 1490 zu Dinant geboren, und daher hat er den Beinamen Dienantensius. Außerdem weiß man noch

Patenier wurde um 1490 zu Dinant geboren, und daher hat er den Beinamen Dienantensius. Außerdem weiß man noch, dass der Künstler Mitglied der Akademie in Antwerpen geworden, und von dieser Zeit an jene Stadt nicht mehr verlassen habe. Wie alt er geworden ist, ist nicht bekannt, doch dürfte er kein hohes Alter erreicht haben, da sein Leben ungeregelt war. Er hatte sich dem Trunke ergeben, wobei es auch nicht an Ausschweifungen fehlte, und er soll nur dann gearbeitet haben, wenn ihm das Geld mangelte. Er fand indessen durch seine Bilder reichen Ersatz, denn sie wurden geschätzt und teuer bezahlt. Über seine Tüchtigkeit spricht man nicht, die Trunksucht und das liederliche Leben des Künstlers. Selbst Albrecht Dürer war 1520 in Antwerpen bezaubert von dessen Arbeiten, und er zeichnete mit dem Silberstifte Patenier’s Bildnis, welches in Kupfer gestochen ist, als Brustbild mit Pelzmütze und dem Mantel um die Schulter. Oben steht die Jahrzahl bei den Buchstaben A D, was den Albrecht Dürer wohl als Zeichner, aber nicht als Stecher bedeutet, wie einige glaubten. C. van Mander nennt den Cornelis Cort als den Ucheber. Es gibt noch eine ziemliche Anzahl von Werken dieses Künstlers, die in verschiedenen Galerien aufbewahrt werden, und nicht alle von gleichem Werthe sind. Eines der vorzüglichen Bilder ist die Anbetung der Könige in der königl. Gallerie des Louvre zu Paris , wie Dr. Waagen behauptet.

In der königl. Pinakothek zu München ist ebenfalls ein schönes Gemälde von Patenier, welches die Flucht nach Ägypten vorstellt, wahrscheinlich das Bild der Boisserce’schen Sammlung. Es offenbart sich darin eine gewisse Größe der Anordnung, und dann erreichte der Künstler auch eine kräftige Wirkung.

In der S. Morizkapelle zu Nürnberg ist die Versuchung Christi, und in der königl. Gallerie zu Schleissheim die klugen und törichten Jüngfrauen und die heil. Dreieinigkeit, lauter ganze Figuren.

In der k. k. Gallerie zu Wien sind acht Gemälde von Patenier, größtenteils der trefflichsten Art. Man sieht da in Landschaften

die Predigt des Täufers Johannes, die Ruhe in Ägypten, Taufe Christi, St. Hieronymus vor dem Crucifixe, die Marter heil. Catharina, die Madonna mit dem Kinde im Blumengarten, und zwei Hausaltärchen mit der Geschichte des biblischen Ha manns.

In der Gallerie des königl. Museums zu Berlin ist ein Gemälde, welches das Zollbureau des Matthäus vorstellt, und in der Fassung Christus, wie er den Zöllner zum Apostelamte ruft. Besonders interessant findet Kugler (Besch. S. 101) das landschaftliche Fresko, wo im Vorgrunde Maria, mit dem Kinde auf der Flucht begriffen, rastet, während im fernen Dörfchen der bethlehemitische Rin mord wütet. Auch ein Kloster setzte der Maler in den Kessel des mächtigen Felsens, zu welchem man auf einer Stiege gelangt. Rechts hat man die Aussicht über ein weites Flussthal mit einer Stadt, und am Horizont erscheint das Meer. Zwei andere Bilder des Museums enthalten ebenfalls die rastende Maria.

Auch in den Niederlanden sind noch hier und da Bilder diesem Künstler zerstreut. doch sicher nicht mehr alle zu finden, welche Descamps sah. Dieser Schriftsteller bemerkt (I. 31), dass Patenier die Untugend gehabt habe, seine Gemälde mit der Figur eines Bauern, der sich seines Bedürfnisses entledigt, zu bezeichnen. Diese saubere Bezeichnung ist indessen nicht allgemein.

Jungermeier lithographirte die Flucht nach Ägypten in der e maligen Boisserte’schen Sammlung, s. gr. roy. fol. Auch in der bei Cotta erschienenen Werke: Pinakothek, oder Sammlung der ausgezeichnetsten Gemälde der königl. Gallerie zu München, die Flucht in Ägypten, und dann noch die Versuchung Christi in lithographirter Nachbildung zu finden.

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