Pasinelli, Lorenzo, Maler von Bologna , neben C. Cignani der- jenige Künstler , der im letzten Zeitraum der Bologner Schule noch Epoche gemacht hat, obgleich das Anscheinen der Meisterschaft dem Cignani geblieben ist. Pasinelli wurde zuerst von Cantarini unterrichtet, dann von Torre weiter unterwiesen; allein er langte in dieser Schule nicht zu Richtigkeit der Zeichnung, was ihm sogar noch, als er Paolo’s Werke studiert hatte, teilweise anhing. Den Paolo Veronese ahmte er indessen nicht schülerhaft nach, er strebte nur nach dessen grandiosem Stil, und nach der Weise, mit breiten Licht- und Schattenmassen zu imponieren. In den Gesichtsbildungen und in der Farbengebung gefielen ihm an- dere besser. Durch reiche, volle, muntere Compositionen zu über- raschen, hielt er, wie jener, von Natur aus Hang, wie seine
beiden Bilder des Einzuges Christi und des Heilandes in der Vor- hölle in der Carthause bei Bologna beweisen. Auch ein öfter wie- derholtes Gemälde mit Corinlan gehört hieher. Niemand, sagt Lanzi, wird diese Bilder sehen, ohne Pasinelli's großes maleri- sches Feuer, Ideenneuheit und Rüstbildmäßiges darin zu erken- nen, das nie der Mittelmäßigkeit angehört. Bei diesen Vorzü- gen findet aber Lanzi zuweilen etwas Gezwungenes in den Bewe- gungen, und in der paolischen Nachahmung der Feierkleider neuer und seltsamer Trachten wiederholt er sich mitunter zu sehr, wie in der Predigt Johannes des Täufers. Indessen wusste er sich auch je nach dem Stoffe zu mäßigen, wie in der heil. Familie bei den Barfüssern, die etwas von Albani hat. Er arbeitete mehr für Pri- vaten als Gemeinden, in Munterkeit sich stets gleich, im Colorit verschieden. Lanzi sah Altarbilder von ihm, so saftig, heiter und leuchtend, dass sie lombardisch oder venetisch scheinen, nament- lich manche Aphroditen, welche man für Bildnisse einer seiner drei Frauen hält. In manchen anderen Gemälden von ihm ist da- gegen wenig Rundung, satte Farbe, eine von der der Bologner vor den Carracci nicht sehr verschiedene Färbung, Bilder aus sei- ner frühesten Zeit oder aus seinem späteren Alter. Der Dichter N. Baldinelli hat seine Werke besungen, in folgendem Buche: Proteo vagante ammiratore delle maravigliose opere dell’ immortal enello del Sig. Pasinelli, Bologna 1802. Der Tod überraschte ihn 1700 zu Bologna, wo er gelehrt und gearbeitet hatte, wie Cagnoni, doch jeder auf seine Weise, Pasinelli wurde 71 Jahre alt.
— Lorenzini radirte geistreich und malerisch die Predigt des Täu- fers Johannes aus der Sammlung des Fürsten von Lippe-Bücke- burg, dann die Wunder des heil. Anton von Padua, die heil. Ur- sula mit der Fahne in Mitte der Mörder der elftausend Jungfrauen, und die oben erwähnte heil. Familie bei den Barfüssern; D. Bo- navera stach den heil. Anton von Padua und die heil. Magdalena mit dem Kreuze; von H. Maracci und D. M. Muratori haben wir ebenfalls zwei geistreiche Radierungen nach Pasinelli: von ersterem das Engelconcert, von letzterem die Büste einer Muse und St. Franz von Paula. F. M. Franzia stach die Märtyrer des Jesuiten- Ordens, und die Synode des Cardinals Boncampagni; J. dal Sole: die Predigt des heil. Franciscus Xaverius in Indien, ein Plafond- bild im Hause des Generals Montecuculi, Mars vorstellend, wie er von Jupiter und Juno den Schild erhält; dann ein anderes Pla- fondstück mit zwei großen schwebenden Engeln, und die Maler- bildnisse für die Felsina pittrice. J. Vitalba stach die Herodias mit dem Kopfe des Täufers; L. da la Volpe: die Empfangniss Mariä; J. B. Zanotti: das Bild von St. Gio. della Croce, und eine heil. Catharina; J. Rolli: eine Sibylle u. s. w.
Pasinelli hat selbst radirt. Rost erwähnt zwei Blätter von ihm, und ein drittes Füssly, genau sind sie aber nicht beschrieben:
Die Martyrien mehrerer Heiligen, gr. qu. fol. f
Die Predigt des Täufers Johannes in der Wüste, ein großes, schön und äußerst seltenes Blatt, s. gr. qu. fol. f
Der Kindermord, nach G. Reni.
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