Parrocel hat selbst mehrere Blätter radirt. Sie sind geistreich und malerisch behandelt, trefflich im Helldunkel, aber nur in früheren Drücken, vor der Retouche zu suchen. Später überging er die Platten mit dem Grabstichel , veränderte manches, im Ganzen nicht ohne Erfolg, zeigt aber dennoch zu wenig Übung in der Führung des Grabstichels. Sein Talent war auch zu ungestüm, um einen so langsamen Weg zu gehen, wie der Stichel erfordert.
Robert Dumesnil, P. gr. frang. II, p. 254, beschreibt folgende Blätter von ihm:
- — 13) Vignetten und Culs-de-Lampe im Missale Parisiense: Paris , Marbre — Cramoisy, 1685, — Frères Josse, 1600, — Les mêmes 1706, fol. RT;
Die ersten Abdrücke haben auf der Rückseite keinen Text, die zweiten haben Text, aber die Platten sind noch nicht retouchiert, wie in der Ausgabe von 1700. In dieser fehlen auch die Schlussvignetten. Man liest auf diesen Blättern den Namen J. Parrocel und J. Parrossel, doch nur auf den Vignetten; die anderen sind ohne Namen.
- der Vignetten 3 Z. 4 — 5 L., Br. 5 Z. 11 L.—6 Z. H. der Culs-de-Lampes 3 Z. 53 —7 L., Br. 2—52 Z. 4 bis 11 L.
Das Jesuskind in der Krippe von Engeln angebetet, oben Cherubim. J. Parrocel fe. H. 3 Z. 3 L., Br. 5 Z. 11 L.
Die Auferstehung Christi, in der Mitte unten eben so bezeichnet. H. 325 L., Br. 5 Z. 11 L.
Diese beiden Blätter gehören vermuthlich zu einem anderen liturgischen Buche.
- — 40) Die Geheimnisse und das Leben Jesu Christi, Folge von 23 numerirten Blättern, H. 52 Z. 9 L. — 6 Z. 2 L., Br. 6 Z. 6 — 10 L.
Die ersten seltenen Abdrücke kamen von den reingeätzten Platten. Das erste Blatt hat Audran’s Adresse.
Nagler’s Künstler-Lex. Bd. X, 35
Parrocel, Pierre.
Beim zweiten Drucke wurden die Platten überarbeitet, und jetzt liest man auf dem ersten Blatte: et Chez l’Auteur.
Der Name Audran steht am Rande des 13. Blattes.
Diese Blätter sind teils mit dem vollen Namen des Künst- lers, teils mit dem abgekürzten, die wenigsten mit den Initialen bezeichnet, wie die folgende Suite.
— 80) Die Wunderwerke Jesu, christi, Folge von 40 nu- merierten Blättern. H. 52. 9L. — 62. 2L., Br. 6 Z.
Die ersten reinen Aetzdrücke sind selten; vor dem zwei- ten Drucke wurden die Platten mit dem Stichel übergangen, und auf einigen Blättern steht Audran’s Adresse.
Eingefelsige Landschaft, links eine Baumgruppe, rechts im Grunde, ein hoher Berg, auf welchem Christus sitzt, wäh- rend Belzebub davonfliegt. J. Par. in. et f, H. 5 Z. 2 L., Br. 6 Z. 6 L.
- — 85) Die vier Tagszeiten, bezeichnet: Aurora, Merides, Vesper, Nox, und mit dem Namen des Künstlers. H. 3 Z.
Die ersten, sehr seltenen Abdrücke sind vor der Schrift, die zweiten haben dieselbe.
Ein öffentlicher Platz, links mit Soldaten im Bivouac, rechts solche um den Chef versammelt. Ohne Zeichen. H. 3 Z. 3 L., Br. 6 Z., za
— 90) Folge von vier Blättern, unter eigenem Titel: Divers Sujets de Guerre Dédid a Monsieur Titon Conseil et Secrétaire du Roy — — par son très humble serviteur Parrocel.
Das zweite Blatt enthält die Schlacht von Senef 1674, das dritte die Schlacht von Cassel 1677, und das vierte das Ge- fecht bei Bagolz 1677. H. 72. 4—5 L., Br. 10 Z. 5
i. a . .
Brulliot schreibt diesem Künstler ein Blatt zu, auf wel- chem vor einem Zelte Soldaten trinken und sich belustigen, bezeichnet: J. P. L., fecit. Dieses Blatt erklärt Robert-Dumesnil nicht als Arbeit Parrocel’s, erkennt hierin vielmehr die Hand des J. Pillement sen.
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