Panicale, Masolino da

Panicale, Masolino da, Maler von Panicale im Florentinischen, muss neben P. Uccelo unter den Künstlern, welchen um den An- fang des 15. Jahrhunderts tätig waren, vornehmlich genannt wer-

— den. Sie bezeichnen den Übergang der älteren Darstellungsweise zu der neueren, indem sie, bei noch vorherrschendem Typus der vorigen Periode, bereits mit Absicht auf Rundung und bestimm- tere Entfaltung der Formen ausgehen, wie Kugler, Gesch. d. M. I. 88, sagt.

Masolino erlernte anfangs die Goldschmiedekunst , nebenbei lehrte ihn sein Zeitgenosse L. Ghiberti das Modelliren, und da er sich auch in der Zeichenkunst vervollkommnet hatte, fing er an, bei Starnina, die Malerei zu erlernen, in welcher er selbst wieder, wenn nicht Lehrer, doch Vorgänger des Masaccio gewesen ist. Werke von ihm sieht man in der Kirche S. M. del Carmine (Ca- pelle Brancacci). Er malte da die Predigt des heil. Petrus und de- ren Erfolg, und die Heilung des Lahmen und der Petronilla durch den Apostel. Diese Fresken der Capelle Brancacci setzte Masaccio fort, und Filippino vollendete sie. Einzelne Blätter hat Piroli darnach in Bistermanier gestochen, sämmtliche Malereien Lasinio in der Sammlung altflorentinischer Meister, und Durchzeichnun- gen der Köpfe haben wir von Patch: Masaccio, sua vita e colle- zione di 24 teste Firenze 1770. Masaccio steht hier oben an, doch bemerkt man auch schon bei Masolino ein schöneres Verhältniss in den Figuren, mehr Rundung der Formen, und eine bessere Verteilung von Licht und Schatten, als bei seinen Vorgängern. In der florentinischen Gallerie sieht man ein schönes Bild, in wel- chem Alles edel und zart gefühlt ist, Maria kniet vor dem Christ- kind, zur Linken betet ein Mönch, und der kleine Johannes zeigt von ferne auf das Kind hin. In der k. Pinakothek zu Mün- chen ist der englische Gruss. Die heil. Jungfrau hält mit beiden Händen ein aufgeschlagenes Buch, und den Grund bildet ein Prachtgebäude. Die Werke dieses Künstlers sind selten, denn er wurde nur 37 Jahre alt. Sein Tod erfolgte 1415, wie man wöhnlich angibt; auch 1418 und 1420 (Ticozzi) wird als sein To- desjahr bezeichnet. Vasari beschreibt das Leben des Künstlers. Übersetzung von Schorn II. 131.

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