Panaenus, Maler von Athen , der Neffe des berühmten Phidias, wie der genauere Strabo benachrichtigt, während Plinius und Pausanias ihn Bruder desselben nennen. Die Blütezeit dieses Künstlers, welchen Einige den Cimabue der älteren athenischen Malerschule enannt haben, setzt Plinius in Ol. 83, und O. Müller dehnt die- selbe bis Ol. 86 aus. Er malte die Schranken des Thrones, auf welchem Phidias Olympischer Zeus ruhte, so wie die Blumen des Goldgewandes, wie O. Müller aus alten Quellen schliesst; Bötti- ger, in der Archäologie der Malerei, dehnt diese Thätigkeit noch weiter aus, indem er den Panaenus als denjenigen Gehülfen des Meisters bezeichnet, der theils dessen Sculpturen in Holz und El- fenbein mit Farben anmalte, theils die in Metall gegossenen Bild- werke mit Schmelz auszierte. Nach Böttiger ’s Ansicht dürften die kleineren Figuren und Lilien auf den Gewändern in metallischer Schmelzarbeit ausgeführt gewesen sein. Dann wissen wir aus Plinius, dass dieser Künstler auch das Innere des Schildes der Minerva in Elis gemalt habe, und da dieser von Erz war, so könnte sich Panaenus hier ebenfalls der Schmelzmalerei bedient haben.
Dann gab es von Panaenus auch Wandbilder, deren Strabo noch mehrere sah. Vielleicht waren alle auf Stucco gemalt; zumin- dest ist dies von Einigen nachweisbar, während andere auf Holztafeln ausgeführt gewesen sein dürften. Thiersch, Müller u. a. sind auch der vollen Überzeugung, dass die Alten unmittelbar an die Wand gemalt haben, nur Raoul-Rochette (Peintures antiques inédites etc., die Recensio- n im Kunstblatte 1837) lässt Panaenus keine Wandmalerei gelten.
Panaenus malte im Tempel der Pallas zu Elis auf einen Grund, der mit Milch und Saffran gemischt war. Plinius erzählt zwar nur, dass der Künstler einen Anstrich (nach der gewöhnlicheren Annahme) auf die Mauer gemacht habe, es bleibt aber doch kaum ein Zweifel übrig, dass Panaenus darauf ein Gemälde ausgeführt habe, weil Plinius sagt, dass man noch den Saffran rieche, wenn man mit dem Finger reibt. Im Tempel des Jupiter zu Olympia an den 3 Wänden, wo der Thron des Gottes stand, malte er mythologische Bilder, deren Pausanias einige beschreibt; das berühmteste Werk des Künstlers nennt aber der Perieget die Schlacht bei Marathon, welche Panaenus in der Pökile zu Athen gemalt haben soll, doch auch Micon und Polygnut werden als Meister genannt. Für Panaenus ist auch wirklich der Umstand, dass darauf die Bildnisse der Haupt- personen angebracht waren, etwas bedenklich; denn die Schlacht bei Ol. 72, 3. vor, mehr als 40 Jahre früher, als Panaenus arbeitete, und so müsste er denn die Helden nach den schon vorhandenen Bildnissen, oder bloß nach der Überlieferung gemalt haben. Es waren da mehrere Momente der Schlacht aufgefasst, Götter und Heroen eingemischt, außerdem auch die Flucht zu den Schif- fen dargestellt. Raoul-Rochette hält dies für ein Tafelgemälde, weil er glaubt, die zu einem Wandgemälde erforderliche Eile und Sicherheit gestatte keine ikonische Darstellung der Heerführer bei- der Parteien. Die Gesichte sagt indessen nicht, dass der Künstler dieses Bild auf Holz gemalt habe, und somit scheint es, dass über die Art der Ausführung dieser Werke kein entscheidendes Urteil zu fällen ist. Das scheint sicher zu sein, dass die Alten häufig auf Stuccobewurf, und selbst auf Marmor gemalt haben.
Panacus wurde irrig auch der obige Künstler genannt, so wie Pantacus. Es gibt indessen einen Edelsteinschneider Panaeus, von
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