Palmaroli, Pietro

Palmaroli, Pietro, Maler und Gemälderestaurateur, dessen Ruf
schon zu Anfang unsers Jahrhunderts gegründet war, da er damals

eigenen Compositionen hat er sich wenig versucht, desto mehr
aber drang er in das Wesen der Technik der älteren Meister ein,
und als er zum Staunen der ganzen kunstliebenden Welt die berühmte
Grablegung Christi von Daniel da Volterra auf Trinitä de’
Monti von der Mauer auf Leinwand abgezogen hatte, musste Palmaroli
auf mannigfaltige Weise sein Geheimnis erproben, und die
Zahl der von ihm glücklich geretteten Meisterwerke ist auch wirklich sehr bedeutend
in Rom und anderwärts, besonders zu Dresden . In Rom sind aber noch mehr von Palmaroli
restaurierte Bilder.

In St. Onofrio zu Rom restaurierte er Leonardo da Vincis
Madonna mit dem Kinde, ein Bild, welches schon anfing, sich abzublättern. In der Kirche
St. Marta degli Angeli stellte er das auf die Wand gemalte Bild Dominichinos:
die Leiden des heil. Sebastians, trefflich herzugeben, das Bild des heil. Hieronymus
von Muziano. In der Kirche St. Gregorio de Monte Celto zu Rom zwei berühmte
Wandgemälde: die Geisslung des heil. Andreas von Dominichino und die Andacht
dieses Heiligen bei Erblickung des Kreuzes von Guido Reni, und in St. Onofrio das kleine
Wandgemälde, welches dem Leonardo da Vinci zugeschrieben wird.

Von großer Wichtigkeit ist die Wiederherstellung der vorher nicht mehr sichtbaren
auf die Wand gemalten Sibyllen Rafaels in der Kirche St. Maria della Pace daselbst.
Palmaroli hat durch Fleiss und seine große Geschicklichkeit dieses Werk, das
durch einen früheren Restaurator gänzlich verdorben war, der Welt
wieder gegeben und sich den früheren Ruhm erworben. Ferner
stellte er in derselben Kapelle die anderen Malereien wieder her,
welche von Rafaels Schülern ausgeführt worden waren; so wie das
colossale Bild, die Darstellung im Tempel, welche B. Peruzzi mit Ölfarben
auf die Wand gemalt hatte, und viele Malereien von F. Albani, Sermoneta
und anderen berühmten Meistern. In der Kirche St. Agostino
stellte Palmaroli das berühmte Bild von Rafaels Isaias wieder her.
In den Cupellen der Kirche St. Johannes der Florentiner hat er
viele Bilder restauriert, worunter Cioli’s auf Holz in Öl gemalte
Szenen aus dem Leben des heil. Hieronymus und das Bild dieses Heiligen
von Ritter Passignani die vorzüglichsten sind. Ferner stellte Palmaroli
in der Kirche des heil. Petrus, ip Fesseln das Bild des heil. Angustin von Guercino,
und in der Kirche des Sieges das Bild einer Madonna, von Dominichino in Öl
auf Leinwand gemalt, wieder her. In der Kirche St. Luigi dei Francesi wurden
von ihm die berühmten Bilder des M. A. da Caravaggio, welche die Berufung des Apostels
Matthäus, die Erscheinung der Engel und dieses Apostels Tod vorstellen,
und in Öl auf Leinwand gemalt sind, restauriert. Er restaurierte auch
Tizian’s berühmtes Bild des heil. Sebastian in der Sala Borgia,
und das Wandgemälde in St. Pietro in Montorio von Seb. del Piombo,
die berühmte Geisslung. Ebenso viel Ehre macht ihm
die Wiederherstellung des großen Altarblattes von Giulio Romano
in St. Maria del Anima und die Restauration der Kapelle, welche Vasari ausmalte.
Ein zweites berühmtes Werk des Giulio in der Kirche St. Trinità de Monte,
wie Christus der Maria Magdalena als Gärtner erscheint, wurde ebenfalls von Palmaroli
restauriert.
Im Palast Farnese nahm er drei Gemälde von der Wand ab und trug
sie auf Leinwand über. Auch in der Farnesina stellte er zwei Bilder
des Sodoma her: Alexander und Roxane, und Alexander im Zelt des Darius.
Vorzüglich gelang ihm die Wiederherstellung des Bildes der Fornarina von Rafael
im Palast Berberini zu Rom.

Für den Cardinal Fesch trug Palmaroli zwei Bilder, welche in Öl auf die Wand gemalt waren, auf Leinwand über den Besuch Mariens bei Elisabeth von S. del Piombo, früher in St. Maria della Pace, und Neptun und Amphitryte, eines der reizendsten Bilder von Giulio Romano. Auch Lucian Bonaparte liess durch ihn viele Bilder restaurieren, darunter jenes der Canaischen Wei- bes von Hannibal Carracci, die Erweckung des Sohnes der Wittwe von Nain und die Heilung des blindgeboren von L. Carracci; ferner das berühmte Bild von Honthorst, Christus vor Pilatus. Das Bedeutendste, was ihm Lucian anvertraute, ist die Madonna del Candelabro, welche dem Rafael zugeschrieben wird. Im Jahre 1820 restaurierte er auch die rafaelischen Stanzen- gemälde.

Auch für König Karl IV. von Spanien wurden ihm bedeutende Werke zur Restauration übergeben. Ebenso wurde er seiner ausgezeichneten Geschicklichkeit wegen nach Dresden berufen, um mehrere Meisterwerke der königl. Gallerie herzustellen. Im Jahre

1826 begann er seine Arbeit mit dem seit vielen Jahren, als un- heilbar beschädigt, auf die Seite gesetzten Bilde des Garofalo, die über den Heiligen Petrus, Georg und Bruno auf Wolken thronend schwebende Madonna. Dann zog Palmaroli das angeblich von Ti- tian gemalte Familienbild des Herzogs Alphons I. von Ferrara auf neue Leinwand und reinigte es. Dieses Bild darf nicht mit den berühmten Porträts des Herzogs und seiner Gemahlin verwech- selt werden, welche Ridolfi (parte prima 144) anführt. Titian’s Meisterwerk: il Christo della moneta, auf Holz gemalt, ist als Mu- ster vorsichtiger und schwieriger Reinigung aufzustellen. Ferner restaurierte Palmaroli ein Meisterwerk von P. Bordone, Marsyas und Midas vorstellend, das auf Holz gemalte Bildnis eines Arztes, bekannt unter der Benennung: der Arzt von Correggio. Dann re- staurierte Palmaroli — nach einigen Kennern nicht vollkommen glücklich — Rafael’s hohes Meisterwerk, die Madonna di S. Sisto, Venus, welche dem Amor einen Pfeil reicht, von Guido Reni; eine schöne alte Coupé von Rafael’s Madonna della Vergine, angeblich von F. Penni, eine der seelenvollsten Nachbildungen je- nes liebevollen Bildes; ein Ecce homo von Guido Reni; ein anderes Ecce homo von L. Morales und das Gemälde mit Jakob und Ra- hel, von Giorgione. Dieses Meisterwerk, ehedem in dem schlech- testen Zustand der methodischen Misshandlung, gehört zu dem lücklichsten und gelungensten Arbeiten Palmaroli’s, die er für die Dresdner Gallerie vollbracht. Dann restaurierte er auch die Nacht von Correggio, dieses weltberühmte Bild, so wie den heil. Sebastian und den heil. Franciscus, beide berühmte Gemälde Cor- reggio’s.

Palmaroli hat noch viele andere Werke restauriert und auf Lein- wand gezogen, die genannten gehören aber zu seinen gelungen- sten und zu den berühmtesten. Er arbeitete von 1808 an, nachdem er die Grabl.gung auf Trinita de Monti von der Wand abschütteln hatte, bis kurz vor seinem 1828 zu Rom erfolgten Tod.

In BöniFer’s ‚artistischem Notizenblatte 1827 werden ‚mehrere von Palmaroli restaurierte Gemälde aufgezählt, und über die Bedenklich- keiten, welche über solche Restaurationen erhoben wurden, na- chstehend der Madonna di S. Sisto in Dresden, s. Kunstblatt 1837, o. 49.

In folgendem Werke sind von ihm praktische Bemerkungen: Saggio chimico, „chimico sopra i culori minerali e sul modo

Die Curatori gli artefatti i smalti etc., par L. Marecucei, con%°oce di l’.g Palmnrolif fiilano 1833- ” .

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