Palissy, Bernard de

Palissy, Bernard de, ein berühmter, vielseitig gebildeter Künst- ler und Schriftsteller , wurde zu Saintonge oder eher zu Agen an der Garonne geboren, wann aber, ist nicht sicher zu ermitteln. Einige geben als sein Geburtsjahr, Andere nahmen an, wenn wir aber Langlois glauben, so fällt es in die Mitte. Dieser Schriftsteller sagt, dass Palissy ungefähr 86 Jahre alt gestor- ben sei. Die frühere Angabe rührt von D’Auvigne her, welcher den Künstler 1589 im 90. Jahre sterben lässt.

B. de Palissy, auch Bernard des Tuileries genannt, weil ihm der König eine Wohnung in den Tuilerien einräumte, musste als armer Bauernjunge in der Fabrik zu Saintes das Töpferhandwerk erlernen, unermüdlich thätig aber avancirte er bald zum Glasmaler. Als solcher übte er sich in der Zeichenkunst , studierte die Archi- tektur, befasste sich mit der Physik und Chemie, um Farben zum Malen zu gewinnen, und bald war Palissy auch einer der berühm- ten Email- und Glasmaler .

Die von ihm bemalten Fayence-Gefässe, besonders Platten und Vasen, wurden zum Modeartikel, nach welchem der Hof und die Grossen des Reiches begierig waren, besonders um die Gärten damit zu zieren. Der Künstler nennt sich daher: Inventeur et Fabricateur des rustiques figulines du Roi et de la Reine mere, und welche Mühe ihn die Erwerbung dieses Titels gekostet, beweisen die zwanzigjährigen Versuche, nach welchen er sagen konnte: après un millier d’angoisses très cuisantes. Erst

  • in seinem hohen Alter erfand er die Kapseln aus einer Art Porzel- lanmasse, in welche man im Ofen die Gefäße setzt. Diese Fayence- stücke sind selten geworden, aber noch immer in hohem An-

sehen.

mals in Fontainebleau arbeitete, nach einer mittleren Grösse zum Gebrauche Palissy’s noch einmal zeichnete. Diese Glasmalereien, welche um 1541—1542 entstanden, (nach Anderen schon 1525 be- gonnen wurden,) bildeten ehedem die Fenster eines Saales im Schlosse zu Ecouen, und sie waren dem Untergange nahe, als der verdienstvolle Lenoir für das Musée des Petits-Augustins selbe er- warb. Da blieben sie bis zur zweiten Restauration, bis jemand den Prinzen von Condé darauf aufmerksam machte, der dann die Bilder als Eigentum seiner Vorfahren ansprach. Auf solche Weise wurden die Gemälde ihres sicheren Schutzes beraubt. A. Lenoir hat sie für die Monuments français in Kupfer stechen lassen , und spä- ter wurden sie auf 46 Blättern radiert. Lenoir liess auch fünf ge- malte Glasfenster der Kapelle zu Ecouen nach Paris bringen, um sie in dem von ihm gegründeten Museum aufzubewahren. Das eine stellt den Connetable von Montmorency auf den Knien betend vor, neben Maria, Anna und Johannes. Das andere zeigt die Familie des Connetable’s, hinter ihm kniend, überall lebensgrosse Figuren. Zwei andere Bilder stellen die Geburt und die Beschnei- dung dar, nach Primaticcio grau in grau gemalt, und das letzte die Steinigung des heil. Stephan in fast lebensgrossen Figuren, nach J. Bullant. Im 14ten und 15ten Bande von Landon’s Annales sind diese trefflichen Malereien abgebildet. Palissy malte für den Connetable von Frankreich auch sehr schöne und reich componirte Arabesken. Auch diese Malereien kamen ins Museum, um den jungen Künstlern zum Studium zu dienen. Daselbst sah man eben- falls Proben von Gemälden auf Fayence, 1542 gefertigt. Sie stellen beide Schlachten vor.

B. de Palissy war Hugenotte, und so sah er sich 1550 und 1572 großen Gefahren ausgesetzt. Zuletzt kam er in die Bastille, welche ihn aber keineswegs auf andere Gesinnungen brachte. Der König, besorgt für den Künstler, besuchte ihn im Gefängnisse und sagte mit Theilnahme: Guter Mann, wenn du dich nicht in die Reli- gionsverhältnisse fügen willst, so muss ich dich meinen Feinden überlassen! Allein Palissy entgegnete nur: Herr, diejenigen, welche du fürchtest, können mir nichts anhaben, denn ich weiß zu sterben. Und er soll auch im Gefängnisse gestorben sein.

Wir haben von diesem merkwürdigen Manne auch schriftstellerische Werke, von welchen Fauja de St. Fond und H. Gobet 1777 eine neue Ausgabe besorgten. Die frühere Ausgabe folgender Traktate ist äusserst selten:

Recette véritable, par laquelle tous les hommes de la France pourront apprendre à augmenter leurs trésors, avec le dessin d’un Jardin agréable et utile et celui d’une forteresse inexpugnable. Rochelle 1506.

Discours admirable de la nature des eaux et fontaines des métaux, des sels etc. Paris um 1580.

Eben so selten ist auch folgende erste Sammlung seiner Werke: Le Moyen de devenir riche, ou la manière véritable par laquelle tous les hommes de la France pourront apprendre à multiplier et à augmenter leurs trésors et possessions, avec un discours de la na- ture des Eaux et Fontaines tant naturelles que artificielles, 2 tom. Paris 1632 oder 1636.

Die Composition der Fayenten-Masse gibt er wie folgt: Les &maux de quoi je fais ma besogne sont faits d’Etain, de plomb, de fer, d’acier, d’antimoine, de saphre de cuivre (préparation de enbalt), d’arene, de salicort, de cendre, gravée de litharge et de pierre de Perigord. An einer andern Stelle klagt er, dass zu seiner Zeit das Kupferstechen der Bildnissmalerei großen Schaden zugefügt habe, und dass namentlich die Schmelzmaler von ihrer echten, lim; s; kaum mehr so viel zu gewinnen im Stande seien, um davon zu leben. *

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