Palamedes Palamedissen, Anton

Palamedes Palamedissen, Anton, eigentlich Anton Steevens
Palamedesz, Maler von Delft , der Bruder des Obigen, war eben-
falls ein Künstler von Bedeutung. Er malte Bildnisso, Soldaten -
scenen, gewöhnlich ihr ruhiges oder erfreuliches Zusammenseyn,
auch solche im Kampfe, und Conversationsstücke, Alles voll Le-
ben und Ausdruck. Eines der schönsten und reichsten Gemälde
des Meisters, von herrlicher Composition, ist das früher zu Pa-
ris in de Pille’s Sammlung befindliche Bild, welches L. Lempereur
unter dem Titel: Le festin espagnol, gestochen hat, als Seiten-
stück zum Liebesgarten nach Rubens. In der 18538 zerstreuten
Sammlung des Direktors W. Tischbein war ein heiteres Bild: zwei
Damen und vier Cavaliere, von denen einer die Gesellschaft durch
Gesang und Lautenspiel unterhält. Im jovialen Übermuth unter-
füngt sich eine Dame Tabak zu rauchen, während die andere be-
redet wird, einen Becher Wein zu trinken. In dieser Sammlung
war auch noch eine Kriegsscene aus dem dreissigjährigen Kriege:
schwere Reiterei und Fussvolk kämpft am Ufer eines Baches. In
der Gallerie Esterhazy zu Wien ist ein Gemälde, welches den Tod
des Gustav Adolph vorstellt. Im k. Museum zu Berlin ist ein mit
dem Namen und der Jahrzahl bezeichnetes Bild, welches ei-
nen Kampf zwischen Cavalleristen und Infanteristen vorstellt, geist-
reich und derb hingeworfen, aber der bunte Vorgang löst sich von
den Augen des Beschauers ohne Verwirrung. In dieser Gallerie ist auch
das Bildnis eines Mädchens, ein derbes, lebensvolles Gesicht.

Visscher stach nach ihm das Bildniss des Theologen Robert Junius, A. Blooteling jenes von Johannes Cocceius.

Dann finden sich von Palamedissen auch Zeichnungen, im Gan- zen aber sind diese selten. In einem Verzeichnisse von Original- zeichnungen, welches Frenzel in Dresden 1857 anfertigte, ist eine meisterhafte Federzeichnung beschrieben, eine flamändische Hoch- zeitfeier, sehr schön componiert in charakteristischen Gruppen. Die Neuvermählten tanzen, und rechts am Tische sitzt ein älterer Alter, ein Mann mit der Pfeife unterhält sich mit einer Frau. H. 62 Z. 5 L., Br. 8 Z.

Palamedes wurde 1636 Mitglied der Akademie in Delft, 1673 Direktor derselben, und 1680 starb er, im 76. Jahre, wie Des- camps angibt.

Es gibt noch andere Künstler des Namens Steevens oder Stevens, wir wissen aber nicht, ob selbe mit den beiden Palamedesz ver- wandt sind. Peter Steevens scheint den Beinamen Palamedesz nicht geführt zu haben, s. Steevens und Stevens.

Vorsicht

Diese Seite wurde maschinell erstellt. Die Zuverlässigkeit der OCR ist durch die Qualität der Scans, der Software und des Workflows zwangsläufig beschränkt. Eine menschliche Korrektur und Redaktion fand nicht statt.

Das Ziel dieser Seite ist es, die gezeigten Resourcen einfach zugänglich zu machen. Für Zitate und eine direkte Nutzung sind sie nicht ausreichend. Hierfür ist notwendigerweise das originale Quellenmaterial hinzuzuziehen.

Der zugrundeliegende Scan ist hier zu finden https://archive.org/details/bub_gb_qsM-AAAAcAAJ_2/