Pajou hielt sich an die Natur, und war der erste

Pajou hielt sich an die Natur, und war der erste, welcher ei- nen bessern Pfad bezeichnete, die um die Mitte des verflossenen Jahrhunderts gesunkene Bildhauerkunst wieder zu heben. Zu sei- nen vorzüglichsten Werken gehören die Statuen von Descartes, Pal- cal, Turenne, Bossuet und Buffon. Er behandelte die Draperie mit Einsicht und Geschmack, und gab seinen Personen edle und

assende Stellungen. Bleibendes Verdienst hat auch seine Psyche, in dem Augenblicke dargestellt, wo der Gott der Liebe ihr ent- floh, jetzt in der Gallerie des Luxembourg. Von Pajou sind fer- ner die drei Najaden an der Fontaine des Innocens, die er ver- fertigte, als 1788 die Fontaine auf den Platz der Unschuldigen versetzt wurde. Die Herzogin von Mazarin liess durch ihn eine lebensgrosse Statue in Blei fertigen, Amor als Besieger der Ele- mente vorstellend, und für das Palais royal führte er vier neun Fuss grosse Statuen in Marmor aus: Mars, Apollo, Prudentia und Liberalitas. Im Jahre 1802 wurde seine Büste des Cäsar in der Gallerie der Consuln aufgestellt. Sein Werk sind auch die Frontons des Hofes des Palais royal, wo die Statue Ludwig XVI. aufgestellt wurde. Dann fertigte er die Sculpturen des grossen Thea- tersaales im Schlosse zu Versailles, die Ornamente im Palais Bour- bon, die neuen Zierwerke in der Cathédrale zu Orleans u. s. w. Die von ihm gefertigten Werke in Stein, Blei, Holz und Zeich- nung belaufen sich auf mehr denn 200. Im Jahre 1767 wurde er Mitglied und Professor an der alten Akademie zu Paris, und spä- ter Mitglied des Instituts. Auch auswärtige Akademien zählten ihn unter die Zahl ihrer Mitglieder, denn Pajou’s Ruf war europäisch. Dann genoss er auch als Mensch allgemeine Achtung. Im Pausanias Français, wo S. 462 — 74 die Biographie mit dem Verzeichnis der Werke des Künstlers zu lesen, heisst es, dass seine Seele mackellos gewesen, nie Arges gedacht, und sein Äußeres jene Ehrfurcht eingeflösst habe, die man der Tugend schuldig ist. Da ist auch das Bildnis des Künstlers, nach Roland’s Büste gesto- chen. Charpentier stach nach ihm Lycurg, der den Spartanern ihren neugebornen König zeigt; Martini, die Einnahme von Ve- jus durch die Römer, und Albinus, wie er den Vestalinnen sei- nen Wagen überlässt.

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