Paelinck, Jos. — Historienmaler

Paelinck, Jos. — Historienmaler , wurde 1781 in Oostacker bei
Gent geboren, und schon in früher Jugend äußerte er entschiedene
Neigung zur Kunst. Desswegen schickten ihn seine Angehörigen
auf die Akademie in Gent, wo ihn Professor Verhaegen zu
einem fleißigsten Schüler zählte, und bereits mit den Mitteln seiner
Kunst vertraut, ging er dann nach Paris , um die damals
hochberühmte Schule David’s zu besuchen. Hier machte sich Paelinck
bald bemerklich, da selbst der Meister die Bilder des jungen Künstlers
mit Beifall lobte, und seine Vaterstadt erkannte, daß darauf sein, auch
durch Landon’s Umriss bekanntes, Gemälde
mit dem Urtheile des Paris als des ‚ersten Preises würdig. Es ist
dieses eine graziöse Composition im Geiste der damaligen französischen
Schule, von deren Fesseln sich Paelinck nie mehr losmachen konnte.
Hierauf malte der Künstler den heil. Coletus, wie er zu Gent die Urkunde
zur Stiftung seines Klosters empfängt; und
dann haben wir von ihm auch ein ähnliches Bildnis der Kaiserin
Josephine, welches sich im Saale der k. Gesellschaft der schönen
Künste zu Paris befindet. Das Bild der Klostergründung kam in
die Kirche des heil. Bavo zu Gent.

Nach seiner Rückkehr ins Vaterland malte er das Bildnis des
Präfekten Faipoult, blieb aber nicht lange daselbst, da ihm eine
königliche Pension zu Theil wurde, um in Rom seine Studien
fortzusetzen. Paelinck verweilte da über drei Jahre, und führte
mehrere Werke aus, die zu den vorzüglichsten Erzeugnissen
damaliger Kunst gezählt wurden. Ein großes Gemälde, welches die
Verschönerung Roms durch Kaiser Augustus vorstellt, wurde im
Quirinal auf Monte Cavallo aufgestellt. Im Jahre 1811 malte er
in Rom den Landmann aus der Campagna di Roma, und die Skizze
zu einem Altarbilde, welches der Künstler 1817 der Kirche in
Oostacker schenkte. Es stellt Christus am Kreuze dar, und ein
anderes Hauptwerk aus jener Zeit, die Findung des heil. Kreuzes;
jetzt in St. Michael zu Gent, ist in de Bast’s Annales du Salon de
Gand p. 27 abgebildet.

Nach seiner Rückkehr malte er in Gent mehrere kleine Bilder
und Porträts, auch jenes des Königs und der Königin, der Prinzessin
Marianna etc. Im Jahre 1815 wurde er in Brüssel k. Hofmaler,
Mitglied des k. niederländischen Institutes, und 1820 auch
Ritter des belgischen Löwenordens. In demselben Jahre wurde sein
Bild der schönen Anthia gekrönt, und de Bast hat es in den Annales
du Salon p. 33 in Abbildung gegeben. Daselbst ist im Jahr-
gange 1823 p. 25 auch das Bildnis Wilhelm’s I, gestochen; so wie
p. 64 das 46 Fuss hohe Gemälde der Jünger in Emaus in der Kirche
zu Everghem bei Gent. Dieses Werk erwarb dem Künstler
grossen Beifall, so dass er sich bewogen fand, die Darstellung in
Kleinerem Formate zu wiederholen, um damit seinem besonderen
Gönner H. de Loose de Potter, der das Talent des Künstlers er-
munterte, seine Dankbarkeit auszudrücken. An diese Werke reihen sich
verschiedene andere Bildnisse und Historien; auch die

Schlacht von Waterloo, malt er, „Bagn-de-Rubm; bereitete ihm

die Toilette der Psyche, ehemals im Prinz Maurizhause, jetzt

in Harlem. Es ist dies eine Nachahmung der David’schen Schule,

geschmackvoll und glänzend behandelt, gemeinend, das

Weibliche in Köpfen, Händen und Füssen. Dies ist aber Alles,

und nur denjenigen genügend, der keine höheren Anforderungen

macht. Im Jahre 1833 begann er ein großes allegorisches Bild,

welches die Geburt des Thronerben vorstellt.

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