Pacher , Michael, Maler und Bildhauer , ein wenig bekannter, aber sehr guter Künstler , wurde in der ersten Hälfte des 15. Jahr- hunderts zu Bruneck in Tirol geboren. Seine Familie hatte da das Bürgerrecht, erlosch aber am Ende des 16. Jahrhunderts. Sein Daseyn beurkundet ein herrlicher Altar zu St. Wolfgang im Salz- kammergute, mit folgender gemalter Inschrift, die uns den Do- nator und das Jahr der Entstehung nennt: Benedictus Abbas de Monsee hoc opus fieri fecit ac complevit per magistrum Michaelem Pacher de Brauneck anno 1484.
Der mittlere Theil des etwa 30 Fuss hohen Altares besteht aus drei Abteilungen. Die unterste stellt in kleinen erhoben aus Holz geschnitzten Figuren die heil. drei Könige vor, in einer schönen mit Engelfiguren höchst fleissig und kunstreich gezierten Kinrah- mung. Im oberen Theile, der sich pyramidenförmig in Thürm-
chen. Blätter und Laubwerk endet, sind die lebensgrössen Bil-
der des Gekreuzigten zwischen Maria und Johannes, des Erzengels mit Schwert und Waage und eines Heiligen mit dem Buche. Ganz oben erscheint Gott Vater von Engeln umgeben. Im 12—13 Fuss grossen Mittelstücke sind ebenfalls lebensgrosse Bilder, die Hauptdarstellung des Ganzen in Hochrelief, Maria kniet vor dem seguenden himmlischen Vater, und über ihr schwebt das Symbol des Geistes. Die Figuren sind bemalt, in den Gewändern vergol- det, so wie die beiden überlebensgrossen Bischöfe, die je einer an den beiden Seiten des Altares stehen. Die Schnitzwerke des eigentlichen Altares sind durch zwei Flügelthüren bedeckt, auf wel- chen Darstellungen aus dem Leben Jesu und des heil. Wolfgang gemalt sind. Dieses durch Um’l’nns. Pracht und Kunst ausgezeich- nete Werk ist bewanderungswürdig, noch ganz rein und unver- sehrt. A. Primisser hat vor einigen Jahren in Frhrn. v. Hormayr’s Archiv..ete, darauf aufmerksam gemacht, als auf das einzige Werk dieses Künstlers. Im Jahre 1840 wurden im Ursulinerkloster zu Bruneck vier Gemälde auf Holz entdeckt, welche vermuthlich von eben diesem Pacher herrühren; allein sie sind durch die Nonnen wieder jedem kunstliebenden Auge entzogen, und so werden sie bald wieder in das vorige Dunkel der Vergessenheit zurückkehren, oder ihrem gänzlichen Untergange entgegeneilen. Ein Kunstfreund sorgte für die Reinigung und Wiederherstellung der Bilder. Sie stellen die Auferstehung Christi, die Himmelfahrt des Herrn, die Ausgiessung des heil. Geistes, und Maria als Schutzmutter der Menschheit vor.
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