Pacheco, Francisco, Maler, Dichter und Schriftsteller , stammte aus einer vornehmen Familie zu Sevilla , und hier wurde er 1571 geboren, da neuere Schriftsteller, Cean Bermúdez, Fiorillo etc., den Palomino, der den Künstler geboren werden lässt, korrigierten. Pacheco besuchte in seiner Vaterstadt die Schule des Luis Fernández, es zogen ihn aber vor allen die Werke Michel Angelos und Rafael’s an, die er wahrscheinlich im Wesentlichen nur nach Kupferstichen studiert haben dürfte, obgleich Palomino behauptet, dass der Künstler in Italien gewesen sei. In F. Prezziado’s Lett. pittoriche VI, 315 heißt es wirklich, dass Pacheco jene von ihm hochgeachteten Meister nur aus Blättern gekannt habe. Seine ersten Arbeiten waren geringe; so malte er 1504 für die nach Neuspanien bestimmte Flotte das Wappen des Königs, und St. Jago zu Pferd auf Flaggen von carmesinrothem Damast. Im Jahre 1517 errichtete er mit anderen Künstlern das Trauergerüst Philipp II. im Dome zu Sevilla, auch Statuen und Basreliefs bemalte er, bis er endlich 1600 mit A. Vasquez den Auftrag erhielt, im Kreuzgang von la Merced calzada das Leben des heil. Ramón bildlich darzustellen. Hierauf malte er für den Herzog von Alcalá acht Darstellungen aus der Fabel des Dädalus und Ikarus, wofür ihm 1000 Dukaten bezahlt wurden, obgleich die Bilder nur in Wasserfarben ausgeführt wurden. Pacheco stiftete in seiner Vaterstadt nach 1611 eine Schule, und führte noch verschiedene Werke aus, die in Kirchen und Klöstern aufgestellt wurden. Er galt als geübter Maler, dem man es vergab, dass ihm die Gabe der Farbe versagt war. Auch in der Behandlung blieb er hart und trocken; doch sind seine Kompositionen großartig, die Figuren ernst und würdig, in ihrem geschichtlichen Costume, Alles gut gezeichnet, und nach den Gesetzen der Beleuchtung und Perspektive geordnet. Pacheco stand in grossem Ansehen, nicht als
lein in Sevilla, sondern auch in Madrid; wo er 1623 mit seinem Schwiegersohne D. Velasquez de Silva zum zweiten Male seinen Besuch erstattete. Mit besonderem Vertrauen beehrten ihn die Je- suiten in Sevilla, und das Inquisitions-Tribunal übertrug ihm das Amt, über Reinheit und Decenz der Bilder für Kirchen und öf- fentliche Feierlichkeiten zu wachen. Im Jahre 1613 malte er in der Kirche St. Isabel zu Sevilla ein jüngstes Gericht, wovon er selbst eine gelehrte theologische Beschreibung gibt. Im Kloster St. Hermenegildo sind von ihm zwei Bilder auf Achat gemalt, und ein Gemälde, welches St. Joseph vorstellt, wie ihm ein Traum den Argwohn gegen die ihm angetraute Maria benimmt, sieht man (oder sah man) in der Capelle der Verkündigung in jenem Colle- gium. In S. Clemente el Real ist von ihm die Versuchung des Herrn in der Wüste, und in der Carthause daselbst Johannes der Täufer. Zu Alcalá de Guadaira sieht man den heil. Sebastian in dem diesem Heiligen geweihten Kloster u. s. w. An diese Werke reihen sich eine Anzahl Bildnisse, unter welchen jenes seiner Gat- tin und des Miguel de Cervantes die schönsten seyn sollen. Pa- checo starb zu Sevilla 1654.
Dieser Künstler hat auch Gedichte und artistische Schriften hin- terlassen. Erstere, besonders seine Epigramme, sind voll Witz und Laune, und in letzteren sind schätzbare historische Nach- richten und treffliche Vorschriften über die Malerei. Höchst selten, besonders mit der Vorrede, ist sein Tratado de la pintura, Sevilla 1649, in 4. Sein Tratado de las pinturas sagradas soll ein Werk der Jesuiten sein. Äußerst selten ist ferner: Anuntiguedad, y
randezas de la pintura. Compuesto por F. Pacheco. Sevilla por Jeronimo Fajardo 1649, 4. Wohlgewert ist ein Exemplar ohne Titel auf 8 Thlr.
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