Oudry, Jean-Baptiste, Maler und Kupferstecher , wurde 1686 zu Pa-
ris geboren, und von seinem Vater, einem Maler und Gemälde-
händler, in den Anfangsgründen der Kunst unterrichtet. Hierauf
kam er zu M. La Serre, und endlich übte er sich fünf Jahre im
Atelier Largillière’s, wo er besonders in der Färbung grosse Fort-
schritte machte. Im Jahre 1717 wurde er Mitglied der Akademie
zu Paris, in der Eigenschaft eines Geschichtsmalers, als welcher er
sich durch ein großes Bild, die Anbetung der Könige im Capitel von
St. Martin-des-Champs legitimierte. Oudry wurde bald darauf auch
Professor und der König wies ihm eine Wohnung im Louvre an. Er
stand zu seiner Zeit in grossem Rufe, und daher wollte ihn Peter der
Grosse mit sich nach Russland nehmen; allein der Künstler fand wenig
Lust mit den derben Moskowiten zu verkehren, und er verbarg sich bis
zur Abreise des Königs von Paris . Auch einem Rufe nach Copenhagen
folgte er nicht.
Oudry malte bis zum Jahre 1727 ausschliesslich Geschichte und
Bildnisse, jetzt aber fing er an, mit Vorliebe die Thiermalerei zu
pflegen. Seine Thier- und Jagdstücke brachten seinen Ruhm an die
höchste Spitze. Die Bilder dieser Art kamen in die k. Schlösser,
und noch gegenwärtig sind letztere und das Museum zu Paris reich
an seinen Werken. Als eines der schönsten und grössten erklärte
man jenes im Schlosse Marly, wo er den König mit zwölf Grossen
des Reiches zu Pferde mit vielen Jagdhunden darstellte, lauter
Bildnisse nach dem Leben. Oudry’s Bilder sind sehr mannichfaltig,
denn er malte auch Landschaften, Blumen, Früchte und Kräuter,
Vögel und Fische und andere Dinge, die er in seinen grösseren
Oudry, Jean-Baptiste.
Werken anbrachte. Vasen und Basreliefs malte. Er nicht minder täuschend. Sein ausserordentliches Talent kann man vorzüglich in der Galerie zu Schwerin bewundern, wo 30 seiner schönsten Werke zu finden sind. Auch andere berühmte Galerien haben Bilder von ihm anzuführen. In der letzteren Zeit seines Lebens hielt er sich in Beauvais auf, und da starb er 1755. N. Largillière malte sein Bildnis und Tardieu hat es gestochen. Mme. Oudry hat ebenfalls sein Bildnis gestochen.
Eine bedeutende Anzahl seiner Werke ist in Kupfer gestochen von Aveline, Basan, Le Bas, Beauvarlet, Daullé, Du Plos, Eisen, Ferth, Aubert, Salvador, Huet u. a. Mr. d’Argensville scheint an- zudeuten, dass Le Bas die von Oudry geätzten Platten zu einem Buche mit Thieren und Jagden in 12 Blättern mit dem Grabstichel vollendet habe; allein diese Blätter sind nach Zeichnungen Ou- dry’s von Le Bas allein gestochen. Dann fertigte er Zeichnungen für eine Prachtausgabe von Lafontaine’s Fabeln, die von verschie- denen Meistern gestochen wurden.
Oudry hat selbst eine bedeutende Anzahl von Blättern radirt, welche im Peintre-graveur, français par Robert-Dumesnil II 190 ff. beschrieben sind. Zu den Hauptblättern gehören die ersten sechs und diejenigen des Roman comique von Scarron.
Die Thierjagden, eine Folge von 4 rechts oben numerierten Blättern, wie folgt:
Das Titelblatt mit einem Hirsch und einem Reiher an dem Aste aufgehängt, rechts zwei Falken. Am großen Steine liest man die Dedication an Mr. Bontemps 1725, und links: Se Vend à Paris chez l’auteur etc. H. 13 Z. 1 L., Br. 10 Zoll 1 L.
Die Rehjagd. Für den König gemalt: Arrêtés, cruels, arrêtés etc. H. 13 Z. 6 L. mit 2 L. Rand, Br. 10 Z.
Der Fuchs von den Hunden erreicht, für den König gemalt. Tel Fut l’effroit des Boulaillers etc. H. 13 Z. 5 L. mit 2 L. Rand, Br. 10 Z. 1 L.
Der Wolf von den Hunden angegriffen, für den König ge- malt: Je Monstre affamé de carnage etc. H. 13 Z. 5 L. mit 2 L. Rand, Br. 10 Z. 2 L.
Von diesen vier Hauptblättern gibt es folgende Abdrücke:
Vor der Schrift- und vor den Nummern.
Mit der Schrift, vor der Adresse an Gautrot, und mit den Nummern.
Mit Huquier’s Adresse und mit den Nummern. Bei Weigel 5 Thlr. 12 sfl.
Der Jagdhund steht einen Fasan, das Hauptblatt des Künst- lers, doch ohne dessen Namen. Im Rande rechts Verse: Ce chien qui fut dressé par un chasseur habile etc. H. 8 Z. 7 L. mit 15 L. Rand, Br. 9 Z. 2 L. Es gibt dreierlei Ab- drücke:
I) Reiner Aetzdruck ohne Schrift, rechts am Rande in halber Länge ein Flecken, welchen das Aetzwasser verursacht hat.
II) Vor der Schrift, aber der Flecken ist durch Überarbeitung fast verschwunden.
III) Mit der Schrift, und mit der Überarbeitung an den Terrassen mit Bäumen rechts im Grunde.
- Die vier Fischer, im Rande: Peint et gravé par J. B. Oudry, peintre ordinaire de Roy. Mit der Dedication an M. de Beringhep. H. 13 Z. 6 L. mit 17 L. Rand., Br. 10 Z. 2 L.
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