Ottini, Pasqualotto, Maler von Verona, war Schüler von F. Brusasorci, und dem Meister in der Kunstweise verwandt, weshalb er mehrere von jenem angefangene Bilder vollendete. Ottini sah Bilder Rafael’s und die übrigen Meisterwerke der römischen und venezianischen Schulen, doch vermisst man in seinen Werken die Strenge des Styls jener früheren Meister. Indessen sind Ottini’s Bilder noch immer sehr schätzbar; sie haben schöne, ausdrucksvolle Figuren und Köpfe, Bewegung und Leben. In S. Stefano zu Verona
ist von ihm ein Gemälde des Kindermordes; noch besser ist aber
in S. Giorgio sein heil. Nikolaus mit anderen Seeligen, im besten
venezianischen Colorit, wie Lanzi sagt. Domherr Speth, Kunstreise
1.34, erwähnt in S. Giorgio ein Altarbild mit St. Bernhard, in Ge-
sellschaft mehrerer Kirchenväter, über welchen die Madonna schwebt.
Speth sagt, die Madonna habe bei ihrer eigenen Demuth zu viel
Bewegung, die Väter aber charakterisiren Geistesstärke, Vertrauen
und ein tiefer männlicher Sinn. Die Umrisse sind mit Sicherheit
geführt, der Faltenwurf ist breit und großartig und die Färbung eräflig. Ottini zeigt hier grosse Kunstfertigkeit. Er steht in Verona aber auch in grosser Achtung, und Graf A. Carli hält ihn in der „Istoria di Verona“ dem Paolo an Werth gleich. Pazzo lässt ihn 1630, ohngefähr 60 Jahre alt sterben, nach einer andern Angabe starb aber der Künstler im 307ter Jahre an der Pest.
G. Zancon stach nach ihm den Kindermord und die Abnehmung vom Kreuze in Umrissen,
Bartsch P. Gr. XVII. p. 208 beschreibt ein radirtes Blatt von diesem Künstler, welches eben so gut gezeichnet als geistreich com- punirt ist. Er hat es geätzt, da aber das Scheidewasser nicht über- all durchgegriffen hatte, so musste er die Platte mit dem Grabsti- chel überarbeiten. Ottini verfuhr aber dabei ebenso verständig, als zierlich. Das Blatt ist selten:
- Die Jünger legen den Leichnam des Herrn in das Grab, da- bei ist Maria in Tränen, und eine andere heil. Frau im gröss- ten Schmerze. Links ist ein Mann mit der Fackel, und oben sieht man drei Engel mit den Marterwerkzeugen. Im Rande steht:
Corpus virgineum Christi etc. Rechts liest man: Pasq.s Otti, s Ver,® inc. H. 13 Z. und 5 L. Rand, Br. 11 L. Z.
Weigel 2 Thir. 36 gr.
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