Ott, Johann Nepomuk, Landschaftsmaler , wurde 1805 zu Mün- chen geboren, und da er schon in früher Jugend entschiedene Neigung zur Kunst verrieth, so war der Vater, der geheime Se- kretär Ott, dem Sohne auch nicht hinderlich, als er 1817 dieselbe zum Hauptfache erkor. Er besuchte die Akademie der Künste sei- ner Vaterstadt, erwarb sich da durch das Studium nach der Äntike bald eine große Fertigkeit im Figurenzeichnen, erwählte aber doch das historische Fach nicht, sondern die Landschaftsmalerei, worin ihm Professor W. v. Kobell gründlichen Unterricht ertheilte. Ne- benbei unternahm Ott auch vielfache Reisen in das bayerische Ge- birge, die ihm mit ihren Seen und blühenden Thälern reichen Stoff zur malerischen Darstellung boten. Die Bilder dieser Art er- warben ihm schon frühzeitig die Achtung der Künstler und Kunst- freunde des In- und Auslandes, und gegenwärtig zählt man ihn zu den vorzüglichsten Meistern seines Faches. Ott versäumte nichts zu seiner Ausbildung. Im Jahre 1832 reiste er mit Unterstützung des Königs nach Italien , wo er jetzt auch seine Vorliebe für die Marinemalerei befriedigen konnte. Nizza bot ihm zuerst Gelegen- heit, sich hierin zu üben, und etliche seiner Bilder stellen daher umliegende Küstengegenden mit Schiffen dar. Im folgenden Jahre setzte er seine Reise nach Genua fort, ging dann nach Livorno , Florenz , Rom und Neapel , besuchte auch Sicilien, und kehrte endlich mit einem reichen Schatze von Studien in das Vaterland zurück, wo er dann eine Reihe von schönen und effektvollen Bil- dern schuf. Von dieser Zeit an sah man von Ott neben den Landschaftsbildern auch Seestücke, die mit eben so grosser Wahr- heit aufgefasst, als trefflich behandelt sind. Ott befliss sich immer eines tiefen Studiums der Natur, und da er dieselbe von ihrer grossartigen, malerischen Seite zu fassen versteht, und dabei den glücklichsten Farbensinn besitzt, so fehlt es seinen Gemälden auch nie an Verehrern.
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