Ostendorfer, Martin, Maler zu München , der ältere dieses Namens, welchen Einige mit Michael Osjendorfer für Eine Person halten, was nicht richtig ist, da Martin Ostendorfer schon zu An- fang des 16. Jahrhunderts thätig war. Er ist der beste Zögling der Schule von Landshut , und seine ersten Bestrebungen fallen schon um 1490. Es finden sich noch Werke von ihm, welche dieses bestätigen, allein sie chronologisch zu verzeichnen, ist nicht möglich. Zwei seiner Bilder sind in der k. Gallerie der St. Moritzkapelle zu Nürnberg , das eine den Martyrtod des heil. An- dreas, das andere den Tod des heil. Bartolomäus vorzutragen. Diese beiden Gemälde könnten aus der früheren Zeit des Künstlers sein,
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da die Zeichnung nicht ausgezeichnet ist. Auch die Färbung hat nicht jene Frische, welche wir in den Werken der alten Nürnbergerschule finden. Die Behandlung dieser Bilder ist ebenfalls im Ganzen ziem- lich oberflächlich, doch finden sich einige Köpfe, welche mit lo- benswerthem Fleisse ausgeführt sind. Ostendorfer malte auch Bild- nisse, deren aber beim Brande der neuen Veste die meisten zu Grunde gegangen sind. Er war Hofmaler Herzogs Wilhelm IV., und als solcher malte er seinen Gebieter und dessen Gemahlin Ma- ria Jacobäa, die Tochter des Markgrafen Philipp von Baden, Wilhelm verehelichte sich , und um jene Zeit malte Osten- dorfer auch das Bildniss ihres Vaters, welches neben jenem des Prinzen Philipp, Pfalzgrafen am Rhein und Bischofs in Brixen in der k. Gallerie zu Schleissheim sich befindet. Dann malte Osten- dorfer 1543 auch den jungen Prinzen Albert, den fünften Herzog dieses Namens. Dieses Bildnis befindet sich ebenfalls in Schleiss- heim. Es ist mit der obigen Jahrzahl und mit einem Monogramm versehen, welches ein O in Mitte des M vorstellt. Dieses Mono- gramm ist indessen ein Stein des Anstosses, indem es Einige dem Michael Ostendorfer von Regensburg, oder dem Michael Ossinger beilegen, die aber beide wahrscheinlich eine Person sind. Ein solches Monogramm, das nur in der Form etwas abweicht, findet man auf Holzschnitten, die vielleicht teilweise der Zeichnung oder dem Schnitte nach ihm angehören. Vielleicht ist dies namentlich mit dem Bildnisse eines bayerischen Prinzen zu Pferd von 1534, und mit jenem des Herzogs Friedrich von Bayern 1544, oder auch noch mit andern Blättern der Fall, die wir indessen im Artikel des Michael Ostendorfer aufzählen, da es zweifelhaft ist, ob Michael Ossinger in Holz geschnitten habe, mit grösserer Sicherheit aber dieses von dem Regensburger Ostendorfer behauptet werden kann. Heller und einige Andere nennen auch nur einen Michael Ostendorfer als Formschneider.
Das Todesjahr des Martin Ostendorfer ist uns unbekannt. Er scheint schon vor 1550 gestorben zu sein, da bald darauf Hans Ostendorfer als Hofmaler erscheint.
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