Os, Pieter Gerardus van, Zeichner und berühmter Thiermaler, wurde 1776 im Haag geboren, und von seinem Vater Jan in den Anfangsgründen der Malerei unterrichtet. Hierauf wählte sich Pieter den Paul Potter zum Vorbilde, so wie den Karel Dujardin, und eine Copie des berühmten jungen Stieres von Potter gelang ihm so vortrefflich, dass Prinz Wilhelm V. das Abbild neben einer von Os gemalten Copie von Dujardin in seiner Gallerie aufstellen ließ. Mittlerweile gestalteten sich die Verhältnisse für die Kunst immer ungünstiger, und P. van Os sah sich genötigt, Miniatur- bildnisse zu malen, und Unterricht im Zeichnen zu geben. Nach wehigen Jahren fing er aber wieder an, sein Lieblingsfach zu betreiben, d. h. Landschaften mit Rindern, Schafen und anderem Vieh zu malen, und hierin hat sich v. Os in der Folge einen fast europäischen Ruf gegründet. Er ist von grosser Korrektheit der Form, ein trefflicher Colorist, und besonders gut sind seine Wiesen gemalt. Dann sind seine Bilder von grösster Wirkung, nur in der Jetzteren Zeit etwas hart gemalt. Die Ereignisse von und 1814 zogen ihn einige Zeit davon ab, und gaben ihm Stoff zu
„anderer; Darstellung;“ Rr war nämlich Hauptmann der Freiwilligen,
und als solcher bei der Belagerung von Naarden , wo sich ihm
Gefechtszenen boten, jene zu zeichnen, und selbe dann in Öl auszuführen;
unter welchen die Blokade und Einnahme der Festung im Museum zu Amsterdam sich be-
finden. Von 1816 an sah man von diesem Künstler wieder Landschaften mit Thieren,
welche mit allgemeinem Beifalle aufgenommen und in den vorzüglichsten
Cabineten aufgestellt wurden. In Pavillon, bei Harlem, ist jene Landschaft mit Thieren,
die 1808 einen Preis gewann; andere seiner früheren Bilder erwarben Bren-
dano, Bonebakker, J. de Vos, de Valk, de Boer zu Amsterdam,
van Heekeren, van Brandenburg zu Utrecht und andere Kunst-
freunde des In- und Auslandes. Der Kaiser Alexander von Russ-
land kaufte 1813 ein Gemälde, welches den Einzug der Kosaken
zu Utrecht vorstellt, und ließ es im kaiserlichen Palast zu St. Peters-
burg aufstellen. Seine Gemälde sind zahlreich, und immer noch im
hohen Preise. So wurde 1830 bei der Auktion der Bilder des Professors
Bleuland ein Viehstück mit 1530 fl. bezahlt. Auch treffliche Zeich-
nungen finden sich von diesem Künstler, die ebenfalls in bedeuten-
dem Werthe stehen. P. v. Os wechselte öfter seinen Wohnsitz,
so lebte er etliche Jahre im Dorfe Graveland in Goorland, dann
in Hilversum, und zuletzt wieder im Haag, wo er 1859 starb. Er
war Mitglied der XV. des k. niederländischen Institutes, und Mit-
glied der Akademien zu Antwerpen, Amsterdam u. s. w. H. W.
Géfl!pll'i hat das Bildnis des Künstlers gezeichnet, und im Port-
rätwerke von Marcns ist selbes gestochen. Visscher, Bender, J.
Strütt etc. haben Einiges nach ihm gestochen.
Dagegen haben wir von P. van Os auch geistreich radirte Blätter.
Eine Folge von Kühen und Ochsen auf der Weide, sechs
Blätter, 4 Z. 9 L., Br., 5 Z. 6 L. H.
a) Der Tiegel: Altes Gemäuer, wo rechts ein Kalb ruht, an
der Mauer steht: P. G. van Os fec. Ao. 1798
b) Liegender Stier nach links, Hssil
c) Sehende Kuh nach rechts, in der Ferne ein Heuwagen,
d) Stehender Stier nach rechts, E. H. L. Aa
e) Grasender Stier mit Kupfriemen nach rechts.
f) Liegende Kuh am Pfahl.
Es gibt von dieser Capitalfolge Abdrücke vor der Schrift
und ohne Namen des Künstlers. Ein Probedruck bei Wei-
gels 5 Thlr. 8 gr. V.
- Eineseltene Folge von Viehstücken, zum Theil nach alten
Möistern: Potter, Berghem, Ruysdael. Auf dem ersten Blatte:
P. G. van Os f. et Exc. 1812, qu. 8., qu.; 4., qu. fol. u. fol.
Nach Weigel besteht diese Folge aus 18 Blättern; wir wis-
sen aber nicht, ob auch das folgende Blatt zu derselben
gehört. Die erwähnte Folge schützt Weigel auf 9 Thlr. - Die Pferde im Stalle, nach P. Potter, fol. Bei Weigel ein
erster Druck vor den Ueberarbeitungen 10 gr. - De Hollandsche Melk - Koeyeh, Les Vaches & lait, P. G.
van Os. ad viv. delin. et fecit, qu. roy. [ol.
Dieses Hauptblatt erschien 1803 zu Amsterdam bei E. Maas-
kamp. Es existiren davon Probedrücke vor der Schrift, und
höchst seltene Aetzdrücke, Weigel besitzt solche, mehr oder
weniger vollendet, 3 und 4 Thlr. an Werth.
- De Hollandsche Stier en Schaapen, Taurea et brevis, rechts
unten der Name des Meisters: P. G. van Os ad viv. delin. et fecit, roy. qu. fol. ; ;
Es gibt von diesem Haupthaltte äusserst seltene Aetzdrücke vor der Schrift, dann solche vor der obigen Schrift, wo der Name nur leicht radirt ist. Beide obigen Blätter erstmals 1803 bei E. Maaskamp zu Amsterdam. ;
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