Os, Georg Jakob Johannes van, Zeichner und berühmter Blu- men- und Früchtemaler, wurde 1782 im Haag geboren, und sein Vater Jan van Os ertheilte ihm den ersten Unterricht in einer Kunst; die er selbst mit Beifall geübt hatte. Er machte in kurzer Zeit die er- freulichsten Fortschritte, und daher wurden schon seine ersten Zeichnungen mit grossem Beifalle aufgenommen. Er zeichnete die meisten Pflanzen und Blumen zu der berühmten Flora Batava von J. Kops, womit er im Haag Käufere Zeit zubrachte; als aber van Os 1800 in Amsterdam den Preis der Gesellschaft Felix Meritis erhalten hatte, liess er sich daselbst nieder, und fing mit allein Eifer, an in Öl zu malen. Dies gelang ihm ebenfalls in kürzester Zeit, denn schon auf der Amsterdamer Kunstausstellung von 1810 sah man ein Blumen- und Fruchtstück von ihm, welches eben so schr bewundert wurde, als eine Blumenvase mit Saftfarben gemalt. Jetzt sah man fast auf jeder Kunstausstellung Bilder von J. J. van Os; welche in ihm einen würdigen Nachfolger des größeren Jan van Huysum zu erkennen gaben. Im Jahre 1812 begab sich der Künstler nach Paris , wo seine Werke ebenfalls bewundert wurden, und er wurde häufig verwendet, um kostbare Gefässe der Porzel- lmanufaktur in Sevres mit Blumen und Früchten zu verzieren. In dem gleichen Jahre erhielt van Os zugleich auch den Preis der Malerei. In Paris ging er jetzt auch an, Vögel und Feder- wild zu malen, immerhin blieb aber die Blumenmalerei seine Haupt- beschäftigung. Zwei seiner Hauptbilder von 1815 brachte W. Jur- jans Ez zu Amsterdam um einen hohen Preis an sich. Als er wieder in’s Vaterland zurückgekehrt war, gab er 1816 zur Amsterdamer Kunstausstellung ein neues Blumenstück, welches noch mehr bewundert wurde, als die vorigen; allein: all dieser Beifall hielt ihn doch nicht lange im Vaterlande zurück. J. van Os ging 1817 wieder nach Frankreich, und nahm bei der Manufaktur in Sevres ein neues Engagement an. Er malte da mehrere Prachtgefässe, vernachlässigte aber auch die Ölmalerei nicht; denn man findet aus jener und der folgenden Zeit noch mehrere herrliche Blumen- und Fruchtstücke, Geflügel, totes Wild und auch Landschaften in Öl. Seine Kinder Flora sind auf das schönste geordnet, und Pomona kommt oft nur herbei, um den Reiz des Bildes zu verdoppeln und zu erhöhen. Die Frische und Harmonie der Färbung ist nicht selten bezaubernd, und seine Blumenmassen wirklich mit erstaunlicher Kraft gemalt, so dass bei aller Vollendung selbst in der Ferne die Wirkung noch außerordentlich ist. Die Franzosen nannten ihn den Rubens der Blumenmalerei; doch sind auch seine Landschaften mit Waldung u. s. w. trefflich, nur nicht so zart vollendet, was indessen keine Eintrag thüt. Ja einige schätzten seine freier behandelten Bilder noch mehr, als die fein ausgemalten. In Folge dieser außerordentlichen Vollendung gränzt er manchmal an Härte.
Wir haben von ihm eine Original lithographie, welche ein Blu- menstück zeigt, Lith. de C. Mollo, rue des marais, qu. roy. fol. /93-Offermans, Mlle. van, Malerin im Haag, kleine jetzt
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