Orens oder Owens, Jurian oder Jürgen, Maler und Radierer , wurde 1600 geboren, nach Sandrart zu Amsterdam , nach Andern zu Tönningen. Sandrart gibt 1620 als das Geburtsjahr des Künst- lers an, was unrichtig ist, da Owens schon 1633 in Dienste des Herzogs Christian Albrecht von Gottorp gerufen wurde. Dass Owens 1600 das Licht der Welt erblickt habe, sagt uns aber das eigenhändige, von Weinwich (Kunstens Histurie etc. S. x01) er- wähnte Bildnis des Künstlers, auf welchem steht: Jurian Owens 1666, anno aetatis 66. Rumohr und Thiele (Gesch. der k. Kupfer- stichsammlung in Copenhagen S. 42) glauben, Owens stamme aus einer holländischen Remonstrantenfamilie, die in Tönningen sich niedergelassen haben könnte; denn in dortiger Kirche ist das Grabmal „Georgii et Mariae Ovens 1641.“ Vielleicht ist daher die Meinung entstanden, Owens sei dort geboren, weil dieses aber nicht positiv bewiesen ist, so könnte auch Sandrart in einer Hin- sicht Recht haben. Dass Owens selbst die Stadt Amsterdam nicht gleichgültig war, beweist auch der Umstand, dass er vor den Kriegsunruhen dahin sich zurückzog. Er erlangte da das Bür- gerrecht, kam aber wieder nach Dänemark zurück, und starb in Friedrichstadt. So gibt Weinwich an, Pantoppidan, Mar. Dana- ica II. 341, fand aber angezeigt, dass der Künstler in Schleswig ge- storben sei. Im Dome daselbst sind von ihm zwei Bilder von 1648 und 1670, die Asmus Carstens in seiner Jugend mit besonderer Liebe studierte, die grösste Anzahl seiner Werke bewahrte aber einmal das Schloss in Gottorp. Rumohr und Thiele erwähnen nur noch einige daselbst befindliche Bilder: die Vermählung Christian I., bezeichnet J. Ovens f. 1663; Christian I. Besuch beim Papst, J. Ovens f. 1665. Zu Friedrichstadt ist eine Altartafel mit dem Leichname Christi, J. Ovens f. anno Chr. 1675. Descamps sah
von ihm auf dem Rathhause in Amsterdam eines der besten Werke,
die Verschwörung des Claudius Civilis vorstellend, Bildnisse der
vornehmsten Amsterdam’schen Bürger beim Abendmahle im Walde
Schlakerbosch. In der Sammlung des Conferenzrajhes F. C. Bugge
wird ebenfalls ein Bild von Ovens, welches O. J. Rawert, dessen
Schwiegersohn, in einem nur für Freunde gedruckten Cataloge
jener Sammlung beschreibt. Es ist dies das Portrait einer mit
Erden und Edelsteinen geschmückten Dame, Venus vorstellend,
wie sie auf einer Balustrade ruhend die schön gezeichnete rechte
Hand an die nackte Brust legt. Cupido steht hinten. Dieses Bild
ist lebendig aufgefasst, von natürlicher Färbung und bedeutender
Rundung. Ovens erinnert in seiner Manier an Rembrandt. Er
war ein guter Zeichner, und behandelte Handzeichnungen sogar
markiger, als die Gemälde, wie B. v. Rumohr bemerkt. Van Schup-
pen stach nach ihm das Bildniss des berühmten Alchymisten Bory
oder Burrhus, ;
In der erwähnten Geschichte der k. dänischen Kupferstichsamm-
lung von Rumöhr und Thiele sind seine eigenhändigen Radierun-
gen beschrieben, die bisher grösstentheils unbekannt geblieben
sind, wie hier im Auszuge folgt:
- Der Wallfisch, flüchtig radirt auf unpolierter Platte. Der
Fisch liegt auf der Seite, der Kopf nach links gerichtet,
wo man auch ein verkürztes Pferd mit seinem Reiter und
eine andere Figur sieht. Auf dem Thiere sind vier Personen
beschäftiget. Am obern Rande steht:
Eiderst JU. OV.
Anno 1659 ‚ fec. Bı
Ost Fri (nach Rumohr Batavus Ostfri-
sius bedeutend).
Höhe des in dem bezeichneten Werke beschriebenen, oben um
„einige Linien beschnittenen Exemplars: 2 Z. 11 L., Breite 4 Z.
9 Lin.
- Bildniss des Gottorp’schen Kanzlers: Joh. Adolph Kielmann,
fast in Halbfigur, in ovaler, aus einem leicht anradirten
Lorbeerkranz bestehenden Einfassung. Unten vier Jat, Vers:
Quem vis consilii etc. Dieses ausdrucksvolle Bildniss ist
meisterlich leicht und mit spielender Nadel radirt. verräth
aber wenig Erfahrung im Aetzen. Rumohr und Thiele fanden
auf ihrem unten etwas beschnittenen Exemplare keinen
Namen des Urhebers, es gehört aber nach Zeichnung und
Formenauffassung dem Ovens an. Seine Nadel möchte, in
ihrer entschiedenen Eigenthümlichkeit, nur etwas ganz allge-
meinhin mit jener von Renesse zu vergleichen seyn. H. 8Z.
7 Ln, Br., 6 Z 7 Lu
Von demselben gottorpischen Kanzler gibt es auch andere
Bildnisse, welche mit dem obigen nicht zu verwechseln sind.
Das eine, in etwas neuerer, immer doch ähnlicher Bekleidung und in vorgerückterem Alter: Jürgen Ovens ad vivum faciebat, Hans Strauch ecffigiem sculpebat, H. 12 Z. 8 Lin,
Br. 9 Z. 5 14 Vielleicht rührt von Ovens der Kopf her, da
Strauch in einem anderen Bildnisse Kielmann’s in jener
Hinsicht mehr Schwäche und Unkenntniss verräth.
- Die Inauguration der Universität Kiel, Darstellung dieser
Festlichkeit in vielen, wohlradirten und charaktervollen Fi-
guren, in dem Werke: Academiae Kiloniae fundatae ejus-
dem inaugurationis panegyrica descriptio. Autore A. J. Tor-
uato 1 fol. Dieses Blatt ist fein, mit mehr Sorgfalt und
Jleichmässigkeit radirt, als die vorkergehenden Blätter, so dass die Verfasser der Geschichte des k. dünischen Kupfer- stichkabinets hier die Einhülfe und Mitwirkung technischer Kupferstecher annehmen wollen. In der Behandlung der Ge- sichter und Haare wird aber noch immer dieselbe leichte Nadel bemerklich, wie in obigen Blättern. Höhe mit voll- ständigem Plattenrande 7 Z. 3 L., Br. 8 L. Bei Weigel 3 Thlr. 12 gr.
Friedenshandlung zu Breda etc. 1667. H.92 10 L.? Br. 12 Z. 0 L. An diesem ‚Blatte, welches H. Strauch frei nach R. de Hooghe copirt zu haben scheint, vermuthen die Her-
ren von Kumohr und Thiele nur einige Theilnahme des Ovens,
Overradt‚ &. Querrat,
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