Oppenort, Gilles Marie

Oppenort, Gilles Marie, Zeichner und Architekt , geboren zu Paris 1672, gestorben 1742; Er war der Sohn eines Ebenisten, der ihn die Anfangsgründe der Zeichenkunst lehrte, und hierauf nahm sich H. Hardouin seiner an, bis Oppenort endlich nach Italien sich begab, wo er acht Jahre verweilte, aber an echter Kunst wenig zunahm. Er huldigte dem Geschmacke seiner Zeit in über- triebenem Maasse, und schon D’Argensville bemerkt, dass der Bei- fall, den Oppenort’s Werke ernteten, beinahe den Verfall der Baukunst in Frankreich bewirkt hatte, welche indessen zu jener Zeit ohnehin schon tief gesunken war. Der erwähnte Schrittstel- ler nennt diesen Künstler den französischen Borromini, was für ihn kein grosses Lob ist, da jener Baukünstler bekanntlich dem Verfalle der Architektur Thür und Thore geöffnet. Bauten finden sich indessen wenige von ihm, nur etliche Altäre, wie der Haupt- altar von St. Germain - de - Prés, und Monumente, die er nach seinen Zeichnungen ausführen liess, in desto größerer Anzahl wa- ren aber letztere vorhanden. Huquier u. a. stachen nach seinen Zeichnungen eine bedeutende Anzahl von Blättern mit Decoratio- nen zu Gebäuden und Zimmern, und diese Blätter waren es zu- nächst, die in ihrer Überzahl auf die Baukunst Einfluss hatte. Mr. D’Argensville fand indessen an diesen Verzierungen Brunos Gefallen, und so weiß man wohl nicht genau, weshalb

D’Argensville ihn in einer Hinsicht verdammte. Oppenort fand in- dessen zu seinen Lebzeiten viele Neider und Tadler, nach seinem Tode aber priesen ihn alle, und seine Zeichnungen wurden mit Gold aufgewogen.

Oppenort war Direktor der k. Manufakturen und Garteninten- dant der k. Häuser. Dann war er auch Hofdecorateur, als wel- cher er die Festlichkeiten leitete. Wer Muster von Grabmälern, Altären, Zimmerdecorationen, Portalen, Obelisken, Consolen, Leuchtern, Trophäen und anderen Zierstücken dieses Künstlers sehen will, den verweisen wir auf die Blätter von Huquier. Letz- terer stach mit Dunker nach ihm auch eine Sammlung von Blät- tern mit antiken Figuren, und Cochin eine Arabeske mit Paris und Venus, umgeben von andern Gottheiten, als Vorbild für eine Ta- sche. Mit Cochin und Choffart stach Oppenort eine Kollektion von 6 Blättern mit Cartouchen, Wappen und Adressen. Huquier stach das Bildnis des Künstlers, F. A.

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