Oppenheim, Moriz

Oppenheim, Moriz, Maler, wurde 1800 zu Hanau geboren, und hier vom Direktor Westermayer in den Anfangsgründen der Kunst unterrichtet, bis er nach München sich begab, um an der k. Aka- demie seine Studien fortzusetzen. Im Jahre ging Oppen- heim nach Italien , hielt sich längere Zeit in Rom auf, ging dann nach Neapel , und kehrte endlich 1825 wieder nach Deutschland zurück. Er liess sich in Frankfurt nieder, wo der Künstler gegen- wärtig die Stelle eines Professors der Malerei bekleidet. Oppen- heim wählt mit Vorliebe Darstellungen aus dem alten Testamente, aus der Geschichte eines alten Volkes, dem er der Geburt nach selbst ange- hört. Mehrere seiner Werke sind ausgezeichnet zu nennen, da sie in patriarchalischer Einfalt und mit zartem Sinne behandelt sind. Von den früheren Bildern, noch in Rom gemalt, besitzt Thorwaldsen jenes, welches die Zurückkunft des jungen Tobias vorstellt, und ein anderes stellt David vor, wie er vor Saul die Harfe spielt, Diese beiden Gemälde, die Oppenheimer 1824 vollendete, erfreuen durch die geläufige Composition und durch den edlen Charakter der Figuren. Ein kleineres, ebenfalls treffliches Bild aus jener Zeit ist im Besitze des Banquier Rothschild. Es stellt Susanna im Bade dar. Nach einiger Zeit malte Oppenheim das schöne Bild des heimkehrenden jüdischen Soldaten aus dem Befreiungskriege, welches 1834 die badische Judenschaft ankaufte, um es dem Schrift- steller Rieser, dem tüchtigen Verfechter ihrer Emancipation, zu verehren. Oppenheim’s Darstellungen aus dem alten Testamente und aus dem Leben der Juden sind zahlreich, schön geordnete Charakter-Genrebilder, von grossem Schmelz der Farbe, und voll- endet bis zum geringsten Beiwerke. Die technischen Mittel stehen diesem Künstler vollkommen zu Gebote.

Seine neuesten Gemälde dieser Art sind Noah und seine Familie aus der Arche blickend; die Mansarde; das Lauherhüttenfest; die Theaterloge; und, besonders berühmt wurde im Kunstblatte 1838 S. 46 die Rückkehr des preussischen Soldaten jüdischen Glaubens zu seiner Familie. Er kam während des festlichen Mahles am Abend des Schabbes, und konnte daher gleich Platz nehmen. Er sitzt an der Seite des Vaters neben der ihn liebkosenden Schwester, der erstere aber schielt nach dem Orden, dem ihm unheimlichen Kreuze. Die Malerei ist gut, heisst es im Kunstblatte, das Fleisch

hat wie runde Wachsfiguren Relief, und die Gewänder sind täu- schend wahr, nur wird bemerkt, dass es Schade sei, dass dieses dem Inhalte nach so vollkommene Bild an einigen künstlerischen Schwächen leide. Im Jahre 1859 malte Oppenheimer für den Rö- mersaal in Frankfurt Otto Vl., und für die Sokrates - Loge Jo- seph II. Das erstere dieser Bilder fertigte er aus Auftrag des Frei- herrn S. von Rothschild.

Dann malte Prof. Oppenheim auch Bildnisse, in welchen er eben- falls meisterhaft zu nennen ist. Zwei der von ihm gemalten Por- traite, jene der Literatoren H. Heine und L. Börne, hat F. C. Vogel lithographiert, so wie das Bild der Susanna im Besitze des Frhrn. C. von Rothschild 1829. A. Rethel lithographierte nach ihm zwei Blätter mit scenischen Randbildern: Shakespeare und Göthe in ganzer Figur. Dann haben wir nach seiner Erfindung zwölf Umrisse zu Göthe’s Hermann und Dorothea, 10 lithographierte Blätter von A. Lucas, Frankfurt 1828.

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