Opitz, Georg Emanuel

Opitz, Georg Emanuel, Zeichner und Maler, wurde 1775 zu Prag geboren, und obgleich zur Jurisprudenz bestimmt, widmete er doch seine meiste Zeit der Kunst. Im Jahre 1806 beschloss er endlich, sich derselben ausschliesslich zu widmen, und hatte hierin bald solche Fortschritte gemacht, dass er als Portraitmaler ganz Deutschland durchreisen konnte. Bis zum Jahre 1811 malte Opitz fast ausschliesslich nur Bildnisse in Öl und Miniatur , setzte aber dann in Wien an, sein bedeutendes Talent zur Darstellung cha- rakteristischer Volkszenen in reicher Fülle zu entwickeln. Opitz hatte eine glückliche Gabe, Volkszenen gleichsam aus dem Leben herauszugreifen, und ausdrucksvolle, oft satyrische Gruppen zu- sammenzustellen. Im Jahre 1814 begleitete der Künstler die Her- zogin von Curland nach Paris , und da nun fand er reichen Stoff zur Darstellung charakteristischer Scenen, wie wir aus den Blättern ersehen, die später in die Welt hinaus gingen. Von Pa- ris aus ging Opitz wieder nach Deutschland zurück, verweilte ei- nige Zeit in Heidelberg , zu Altenburg und an anderen Orten, bis er endlich nach Leipzig kam, wo er die Stelle eines Professors erhielt, und eine grosse Anzahl von Werken schuf. Von hier aus verbreiteten sich über 3000 Blätter, oft des angenehmsten und lau- nigsten Inhaltes. Im Jahre 1816 fing er an, eine Art Sittense- mälde der Hauptstadt Frankreichs zu bearbeiten, und schon im folgenden Jahre erschienen zu Leipzig bei Brockhaus 4 Blätter, welche die ersten Tagesstunden vorstellen, vorzüglich Scenen aus der niedern Volksklasse, mit grosser Wahrheit, verständlich und ohne Uebertreibung aufgefasst. Im Jahre 1810 wurde dieses Werk fortgesetzt, unter dem Titel: Charakterscenen aus dem Leben in Paris. Die 24 Originalzeichnungen zu dieser Sammlung kamen in den Besitz des Herzogs von Sachsen-Gotha. Sie sind im Umriss radirt und zugleich auch von Opitz selbst durch Text erläutert. Aus- serdem erwähnen wir noch:

  1. Die Herabnahme des Standbildes Napoleon’s von der Sie- gessäule auf dem Vendômeplatz zu Paris den 8. April 1814, s. gr. roy. qu. fol.

  2. Lager der Cosaken in den elsäsischen Feldern zu Paris 1814, s. gr. roy. u. fol.

Diese beiden Blätter sind mit eben so vielem Fleisse ge- zeichnet als radirt.

  1. Erinnerung an Karlsbad. Der Neubrunnen mit sehr vielen charakteristischen Figuren umgeben, s. gr. roy. qu. fol. Ein mehr im Umrisse radirtes Blatt,

  2. Leipziger Messscenen, mehrere Blätter Umrisse, fol. u. s. w.

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