Opie, John

Opie, John, Historienmaler , geboren in der Grafschaft Cornwall 1761, gestorben zu London . Dieser berühmte Künstler war der Sohn armer Eltern, und einzig verdankt er es dem Dichter Peter Pindar (Wolcott), dass er aus seiner Dunkelheit gezogen wurde. Dieser nahm den Knaben zu sich, unterrichtete ihn selbst und hielt ihm Lehrer, und erfreute sich auf solche Weise in Bälde der Entwicklungs- des Talentes seines Schützlings. Sein erstes Gemälde war das Bildniss eines alten Bettlers, welches ihm so gut gelang, dass er in Exeter in kurzer Zeit als Portraitmaler genannt wurde. Im 10. Jahre begab er sich nach London , und da er mit jedem Augenblicke geizte, so war auch bald sein Ruf begründet, besonders durch historische Bilder, von welchen das eine den Tod des David Rizzio, das andere den Tod des Königs Jakob von Schottland vorstellt. Das Bild von Rizzio’s Tod befindet sich jetzt im Saale der Guildhall, und es zeigt, dass Opie ein eminentes Talent zum Historiker besessen habe. Die Köpfe sind voll Leben, und das Ganze von trefflichem Hell-Dunkel. J. Opie hätte in London auch zahlreiche Aufträge zu Bildnissen erhalten; allein er suchte so viel wie möglich im höheren Fache der Kunst Beschäftigung, und fand sie zunächst durch Boydell und Macklin. Der erstere liess durch ihn etliche Scenen für seine Shakespear-Gallery malen, und Macklin solche für seine Prachtbibel. Zu den berühmtesten Bildern dieser

Art zählte, man das Opfer der Tochter Jephtas, die Darstellung
im Tempel und den Tod der Saphira, welche durch die Neu-
heit der Composition und durch das ausserordentliche Relief der
Figuren überraschte. Gerühmte Bilder sind ferner die Verhaftung
Mortimer’s; Rizbah auf dem Felsen bei den Leichen ihrer Söhne;
Hubert und Arthur für Woodmason’s Shakespeare, angeblich ein
Meisterwerk; Juliet auf dem Balcon im Mondscheine, eine senti-
mentale Engländerin; Juliet’s Scheintod u. a. Zu seinen Haupt-
werken gehören auch jene, die sich gegenwärtig im Besitze des
Sir Thomas Baring befinden: Lady Gray, wie sie Edward IV. um
Erstattung des Besitzthumes ihres verstorbenen Vaters bittet, ein
Bild von grosser Kraft der Farbe, aber schwacher Zeichnung;
König Heinrich VI., Act. III. S. 2; Antonius schwört dem Könige
von Sicilien, dessen Kind auszusetzen, Wintermährchen Act. II.
S. 3, von grösser Gluth der Farbe und schlagender Wirkung. Die
Farben sind von einer Dicke, als ob sie mit der Maurerkelle auf-
getragen wären. Hier und da sind sie weich geworden, s. Waagen
in Kunst und Künstler etc. II. 256. In der Sammlung des H. Neeld
zu London ist die Krönung des Knaben Heinrich VI., ein Bild
von kräftiger Haltung. An diese grösseren historischen Bilder rei-
hen sich kleinere Staffeleibilder, komischen und sentimentalen In-
halts, dann einige Landschaften und mehrere Bildnisse, besonders
die männlichen, wie jenes des jungen Schauspielers Roscius; des
Mr. Holkroft, des Freundes unsers Künstlers; des alten Bücher-
wurmes Tresham; des Herzogs von Gloucester in Lebensgrösse,
1806, von J. Fox 1805 u. s. w. Sein eigenes Bildnis ist im Dul-
wich College. Man sollte auch erwarten, dass Opie auch das
Bildnis seines ersten Wohltäters, des Dichters Peter Pindar, ge-
malt. Der Künstler entzweite sich mit diesem Satyriker; schon in
früher Zeit, und daher malte er ihn in den Bildern des Todes
Rizzio’s und Jakobs I. als Mörder.

John Opie wird in früheren Schriften unbedingt als der grösste
englische Künstler gerühmt, und auch jüngere geben ihm das Lob
eines der bedeutendsten Meister der englischen Schule. Kräftige
Färbung und freie Pinselführung, gute Vertheilung der Licht- und
Schattenmassen, einfach grossartige Behandlung und lebendige,
bestimmte Charakteristik hebt Dr. Kugler, Gesch. d. Malerei II
208, als Hauptverdienst seiner Gemälde hervor. Im Jahre 1805
wurde er an Fuseli’s Stelle Professor der Akademie, an welcher
er Vorlesungen gab, abgedruckt im Library of the fine arts; or
Repertory of painting etc. 4 Voll. London 1831, 32. Seine Gattin
war Schriftstellerin, welche 1808 die Vorlesungen ihres Mannes
herausgab.

J. Taylor: den Tod Rizzio’s, The Murder of D. Rizzio; J. Fittler:
Mortimer’s Verhaftung; J. R. Smith: Age and Infancy; V. Green:
A School, A Winter’s tale; die Gebrüder Faedus: Juliet’s Scheintod;
T. Ryder: den Tod Jakobs I.; R. Thew und Taylor: ausser Faedus
Bilder der Shakespeare Gallery; W. Ward: The minstrel; P. Simon:
die träumende Nymphe.

Johann Adolph, Zeichner und Maler, geboren zu Dresden 1763,
gestorben 1825. Er besuchte sechs Jahre die Akademie seiner Vater-
stadt, und dann trat er daselbst als ausübender Künstler an. Beson-
ders Ruf erwarb er sich durch seine Silhouetten, als aber diese Kunst
ausser Mode kam, verlegte er sich auf das Landschaftszeichnen. In
Öl malte er wenig.

Vorsicht

Diese Seite wurde maschinell erstellt. Die Zuverlässigkeit der OCR ist durch die Qualität der Scans, der Software und des Workflows zwangsläufig beschränkt. Eine menschliche Korrektur und Redaktion fand nicht statt.

Das Ziel dieser Seite ist es, die gezeigten Resourcen einfach zugänglich zu machen. Für Zitate und eine direkte Nutzung sind sie nicht ausreichend. Hierfür ist notwendigerweise das originale Quellenmaterial hinzuzuziehen.

Der zugrundeliegende Scan ist hier zu finden https://archive.org/details/bub_gb_qsM-AAAAcAAJ_2/