Oort, J., der Schuhmacher.
Scheffer, Bauer mit dem Glas; „Der schwarze Glas“.
Schmidt, J. F., zwei Bauern am Fuße, mit Glas und Pfeife.
Schneid, der Spielmann der Bauernfamilie in der Hütte, nach dem Bilde des „Vandewalle“ aus der Sammlung, radirt, alle in Farben.
Simpson, J. exc., der Leyenpfeifer.
Sommes, P., van, Bauern im Wirtshaus, der Lautenspieler. J. H20.
Spengler, C., „Lustspiel“.
Spronk, E., ein Fest unter der Linde.
Stollser, der Sänger.
Saygerhoef, J., der Bauernball und Wirtshaus, die mit den Messern fechelnden Bauern; eine Bauerngruppe, wie der Bauer seine Eltern einladen will; zwei trinkende Bauern mit Glas und Pfeife; der Anger am Fenster bei Licht, ohne Namen; das Wirtshaus mit der alten Wirthin, oder der grüne Becher.
Visscher, J. und C., die Trinker in der Schenke; der Trinker, welcher der Frau mit dem Glase zugespricht; das Weib mit dem Glase neben zwei Bauern; die wandernden Musikanten; das Innere einer Tabakwiese; die Justigen Bauern, gewöhnlich „les patineurs“ genannt; die Familie mit dem spinnenden Weibe; der alte Bauer mit einer Weibe in Unterredung, „het zoute Scholetje“; der Violinspieler und der kleine Leyermann; der Tanz in der Schänke; Gruppe von 4 Rauchern und Trinkern, in der Mitte ein Weib; spielende
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‚ahd trinkende Bauern unter der Laube; die Bauernhoch- zeit, het baere bruytje; die Trictracspieler unter dem Schar- dache etc., s. Visscher im Lexicon. . ]
. Wäilkbe, J.’G., ‚Bons amis, zwei rauchende Bauern, nach dem Bilde aus Wille’s Cabinet.. : i _-
Dann haben wir:
Das Werk des A. v. Ostade in ‚Nachahmungen bteiner Radirun- gen und als Imitationen und geätzte Zeichnungen in Zeich- nungsmanner nach Art des Ploas van Amstel ausgeführt. 24 Blätter incl. des Portraits in Aquatinta oder Bistermanier, 4. Dieses ist in Holland oder England erschienen und selten.
Das eigenhändige Werk des Künstlers.
Ostade; hat selbst sehr geistreich in Kupfer radirt, und eine bedeutende Anzahl von Blättern geliefert, die von Kunst- sammlern sehr gesucht werden. Bartsch, P. gr. I. 351, be- schreibt deren 51, im Rigal’schen Cataloge, in Frenzel’s Catalog der Sammlung des Grafen Sternhberg-Manderscheid u. s. w., werden aber auch noch etliche andere Blätter ge- nannt, die ebenfalls zu dem Werke dieses Künstlers gehören. Der Catalog der Sammlung des Grafen Rigal ent- hält eine grosse Anzahl von Varianten, die Bartsch nicht
kannte, und so fanden wir es für nötig, neben dem Peintre- graveur besonders auch den Rigal’schen Catalog zu be- rücksichtigen, und andere Bemerkungen beizufügen. Die alten Abdrücke sind selten geworden, besonders im
ganzen nicht oft zu finden. Zum ganzen Werke findet sich
ein eigener Titel: ‚Werck compleet van den vermaarde
Schülder Adriaan van Ostade, alles door hem zelfs geinven- teert en geest. Oeuwre complette d’Adrien van Ostade, Pein- tre célèbre Inventé et gravé par lui-même, “ Dabei findet man gewöhnlich das Bildnis des Künstlers, von J. Gole nach C. d. Sart in schwarzer Manier gestochen. Ostade ist in halber Figur nach links dargestellt, mit Mantel und
Perücke: Adrjanus van Ostade. Pictor Harl. Bat.
Natus A. MDCX. et Denatus Ao. MDCLXV; C. Dusart Pinxit, J. Gole fec. et Exe. H.-6 Z. 3 L., Br.’5 Z. 4 L.
Es gibt indessen noch andere Bildnisse von diesem Künst- ler, in halber Figur nach rechts, mit breitkräftigem Hute,
in Collet und Mantel, Oval mit der Umschrift: Adriani van Ostade Pictoris, im Rande links; A van Ostade del. Effigies, rechts J. Gole exc. In schwarzer Manier. H. 7 Z. 20., Br. 6 Z. 4 L. Dann haben wir einen Stich von
Dusart's Gemälde von der Gegenseite, Unten am Oval sind mehrere Kupferstiche, und der Genius betrachtet gerade je- nen mit dem Charlatan. Links unten steht: Q. P. 548. M.
52 Z. 6 L., Br. 3 Z. 4 L. - ;
Schliesslich erwähnen wir noch eines Bildnisses, welches den
Ostade sitzend vorstellt, wie er den rechten Arm auf den Tisch legt, wo eine Büste steht. Er hat einen Hut auf, eine grosse Krause um den Hals, und einen Mantel um. Auf einem Papiere, welches auf dem Tische liegt, liest man,
doch undeutlich, den Namen: Ostade f., verkehrt geschrie- ben. H. 4 Z. 10 L., Br. 4 Z. Im ersten Drucke fehlt die
Schrift,
Die Originalplatten Ostade’s erhielt später Basan, welcher selbe retouchiren liess. Auch die Ausgabe der Veuve Jean ist retouchirt, und die fehlenden Platten No. 1 und 2 wur- den copirt. R. Weigel werthet eine sehr seltenen frühe Aus- gabe auf 18 Folioblättern mit Titel und Portrait auf 25 Thlr.
Bartsch theilt die Radierungen dieses Künstlers in Classen ein, wie folgt:
I. Classe; Büsten.
- Der lachende Bauer mit schwarzer Mütze im Profil nach rechts sehend. Rechts im Grunde, der bis auf wenige Schatten weiss ist, sind die Buchstaben A. O. H.11 Z. 3L Br. 1 Z. 1 L.
Im ersten Drucke vor den Buchstaben und vor der Ein- fassungslinie. Bei Weigel 11 Thlr. 4 gr. 1 2) Büste einer lachenden Bäuerin im Profil, mit weisser Mütze und in schwarzer Jacke nach links. Der Grund ist bis auf wenige Schatten weiss. Das Gegenstück, oben im Hinter- grunde A. O. H.2 Z.41 L., Br. 1 Z. 1 L.
Im ersten Drucke vor den Buchstaben und vor der Ein- fassung. 3) Ein alter Bauer mit einer schwarzen spitzigen Mütze, en face.
Auf weissem Grunde; links über der Schulter; A. V. O, H. 22 Z.6 L., Br. 2 Z. 1 L. ;
Im ersten Drucke vor der viereckigen Einfassungslinie; im zweiten mit derselben und mit einem ausgearbeiteten Stück Gewand um die Schultern; die dritten Abdrücke sind re- touchirt, im Gesichte und besonders an der Mütze stark beschattet.
Ein lachender Bauer in Dreiviertelansicht mit einer platten Mütze nach rechts, wo man die Buchstaben A. O. sicht. H. 2 Z. 6 L., Br. 2 Z. 1 L.
Im ersten sehr seltenen Drucke vor der Bordure und mit schwarzem Hintergrunde. Bei Weigel 3 Thlr. 12 gr.
Im zweiten Drucke mit den Spuren des ausgekratzten dunk- len Grundes und vor der Schrift, Bei Weigel 2 Thlr.
Im dritten mit den Buchstaben.
II. Classe; halbe Figuren.
A. Einzelne Figuren.
- Der Raucher, die linke Hand auf den Tisch gelehnt, wie er mit der Rechten die Pfeife anzündet. Links oben: A. V. O. Oval. H.2 Z.6L., Br. 2 Z. Im ersten Drucke vor der Umfassungslinie. Später wur- den verschiedene Veränderungen vorgenommen.
- Der lachende Raucher, en face, nach rechts gerichtet und vor dem Tische sitzend. Im Rande: A. V. Ostade. H. 3 Z. 8 L., Br. 3 Z. 5 L.
- Der Bauer vor der Thüre, fast en face, bläst auf einem kleinen Kuhhorn. Ueber der Thüre steht: A. V. OSTADE. H.3 Z.8L., Br. 3 Z. 2 L. Der alte Leyermann, en face, eine hohe Mütze auf dem Kopfe. A. V. Ostade 1647. H.4 Z., Br. 3 Z.4 L.
Nagler’s Künstler-Lex. Bd. X, 26.
Z
Ostade, Adrian van.
„Im ersten Drucke vor der verstärkten Einfassungslinie. „Bei Weigel 1 Thir. 8 gr. . | 9) Der Bauer in der Haysthüre, rechts des Blattes, nach links gewendet, „l’Observateur“ genannt. A. V. Ostade, H. 3 Z. Br. 3 Z. 3 L. Bei Weigel 18 gr.
- Der Bauer im Mantel am Fenster, mit der Pfeife in der
Rechten und dem Kruge in der Linken. A. V. Ostade. H. 7 Z. 3 L. mit 3 L. Rand, Br. 5 Z. 8 L.
B. Zwei Figuren.
Die ländliche Zärtlichkeit oder der verliebte Alte. Ein Mäd- chen vertheidigt sich gegen die Zudringlichkeit eines alten Bauern. A. V. Ostade, H. 5 Z. 10 L. mit Rand, Br. 4 Z.
Der Gang nach dem Markte, oder die Frau mit dem Korbe
ler:hält sich auf dem Wege mit einem Manne, im Grunde
das Dorf mit dem Wirthshause. Rechts unten A. V. O., H. 3 Z. 6 L., Br. 2 Z. 11 L.
C. Mit drei Figuren.
- Drei Raucher beim Kamine, der eine steht im Hinter- grund mit dem Glase. Am Kamine steht: A. V. Ostade, H. 2 Z. 11 L., Br. 2 Z. 4 L.
„Im ersten Drucke vor der Einfassungslinie,“
Die Bäuerin mit zwei Kindern. Unten nach links sind die Buchstaben A. V. O. H. 3 Z. 2 Z., Br. 2 Z. 6 L.
Der leere Krug. Drei Bauern am Tische, von welchen der eine in den leeren Krug bläst, der andere eine Pfeife hält, Links im unteren Rand A. V. Ostade, H. 3 Z. 10 L. mit
dem Rande, Br. 3 Z. 6 L.
Im ersten Drucke ist der Hut oder die Mütze des rechts
sitzenden Rauchers sehr hoch.
Die Bäuerin vor dem Hause mit dem Kinde auf dem Schoß, welches nach der Puppe verlangt; rechts steht ein Mann, A. V. O. 1670. H. 3 Z. 9 L., Br. 3 Z. 3 L.
Die Schule; links der Lehrer im Sessel, mit dem Zeiger
in der Linken, womit er in das Alphabet des vor ihm ste- henden Knaben deutet etc. Oben mit A. V. O. bezeichnet. H. 3 Z. 3 L., Br. 2 Z. 11 L.
- Der Messerstich, eine Composition von 5 Figuren; Bauern, die sich beim Spiele entzweiten, und nun mit dem Messer aufeinander eindringen. Im Grunde schreit ein Weib mit
dem Kinde. Am Rande: A. V. Ostade, 1663. H. 4 Z. 7 Z., Br. 5 Z. 4 L.
Im ersten Drucke unterscheidet man hinter dem Bauern, der das Messer empor hält, die Dielen der Thüre, und drei Kartenblätter auf dem Fasse. Diesen sehr seltenen Abdruck kannte Bartsch nicht; im zweiten Drucke sind jene Theile
nur mit Mühe zu erkennen. Bartsch hatte auch kein Exem-
plar mit dem Rande.
- Der Sänger mit dem Notenblatte am Fenster, wie ihm einer seiner Cameraden mit der Kerze leuchtet. Über dem Kopfe des Sängers erscheint ein Bauer, und drei andere im Grunde. Unten rechts: A. v. Ostade fecit et excudit. Dieses Blatt ist in Holland unter dem Namen Rederyker bekannt, in
Frankreich unter jenem der Harangudurs. H. 8 Z. 1 L, ohne 5 L., Rand, Br. 6 Z. 10 L. Die ersten Abdrücke, wo über dem Kreuzstocke des Fen- sters der Topf mit dem Löffel fehlt, sind selten. Es gibt auch neue Abdrücke.
FT Classe, Ka. Eine einzige Figur, 20) Der alte gebückte Bettler, nächst links pehend. Rechts un- ten stehen die Buchstaben A. V. o. Oben rund. H. 2 Z. L., Br. 2 Z. 2 L. 21) Der stehende Bettler im Camisol mit den Händen auf dem Rücken. Links unten A, V. o. H. 3 Z. 2 L., Br. 2 Z. 3 L. o. Graf Rigal besass einen Abdruck, wo über den Kopf des Bettlers die Nadel und des Schroteisens sichtbar sind. 22) Der Bettler im Mantel mit einem grossen Hute, Links un- ten im ersten Drucke vor der Einfassungslinie, im zweiten mit derselben, im dritten, gewöhnlichen Drucke sieht man die Buchstaben kaum mehr. 23) Das Innere einer verfallenen Scheune, rechts im Grunde neben der Leiter ein Weib. Links nach unten: A, V. ostade R2 1647. H. 5 Z. 9 L., Br. 7 Z. Die ersten, wenig überarbeiteten Abdrücke haben keine Einfassungslinie, der Balken ist nur in Umrissen, während er später, an einer Seite mit Contre-Taille bedeckt ist. Am Hüten des Weibes ist eine weisse Stelle. Ein solcher Ab- druck kostet bei Weigel 2 Thlr. 12 gr.
B. Mit zwei Figuren. 24) Die Alte mit einem Mann auf dem Wege nach rechts, wie sie ihre linke Hand auf seine Schulter legt. Links oben: A. V. ostade. H. 2 Z. 11 L., Br. 2 Z. 4 L. 25) Die Haspelitin an der Thürschwelle, welche nach dem links vorn stehenden Mantel sieht. Vorn rechts: A V. o. Oben rund, H. 3 Z. 6 L., Br. 2 Z. 10 L. 26) Die zwei Figuren Fischer am Canale, in einer Landschaft, der eine mit der Angel, Rechts unten im Wasser: A V. o. H. 4 Z., Br. 6 Z. 5 L. 27) Der Schuhflicker in seiner Bude; gegenüber ein Bauer mit der Pfeife sitzend. Auf dem Boden A V. Ostade 1671. H. 6 Z. 10 L. mit 6 L. Rand, Br. 5 Z. 4 L.
Im ersten Drucke vor den Schattenpartien und vor der Contre-Taille am Dache des Hauses rechts zwischen Bäu- men, im zweiten Drucke hängen die Bäume bei der Hütte mit der Laube des Hauses zusammen. Ein solcher sehr seltner Abdruck vor der weitergeführten Weinlaube kostet bei Weigel 3 Thlr. 8 gr.
C. Mit drei Figuren, 26) Drei groteske Figuren; zwei Männer und eine Alte, links der eine stehend, mit grossem Hute und einer Schürze, ge-
en die Alte gekehrt, die einen Korb trägt. Im Grunde inks ist ein Bauer am Hause. H. 3 Z. 3 L., Br. 2 Z. 4 L.
Im ersten Drucke vor den mit dem Stichel bewirkten Schattenpartien, und vor der Einfassungslinie,
- Der Brillenhändler, welcher einer Alten seine Ware an- bietet; links vorn ist ein Knabe, rechts unten steht: A V. Ostade. H. 3 Z. 8 L., Br. 3 Z. 2 L.
Im ersten Drucke von der geätzten Platte, ohne Kreuz- striche in den Schatten, und die Umfassungslinie bloss mit der Nadel gerissen; im zweiten sind die Schatten meist mit Con- trast-Flächen bewirkt, die Umfassungslinie ist nachgestochen ; im dritten Drucke sind die Schatten ganz überarbeitet, die Fenster und der Taubenschlag sind mit der trockenen Nadel behandelt; im vierten Drucke scheint an mehreren Theilen die Mezzotinto angewendet zu sein,
- Die Sängerin links am Tische im Zimmer, deren Gesang der Bauer auf der Violine begleitet; gegenüber sitzt ein Bauer mit dem Glase. Rechts unten: A V. Ostade. H. 4 Z. 6 L., Br. 3 Z. 4 L. Dieses Blatt heisst auch das kleine Concert.
Es gibt von diesem Blatte dreierlei Abdrücke, und ein Unicum (?) in der Sammlung des Königs der Niederlande, wo der Grund ganz weiss ist. Dieser Abdruck war früher in der Sammlung des H. van Leyden sen.
Im ersten, sehr seltenen Drucke ist rechts an den Mützen des Trinkers und des Violinspielers nichts weiter gearbeitet, die Thüre im Hintergrunde, vor welcher jener saß, ist unverändert, der Boden, auf welchem Tisch und Krug stehen, ist nicht angedeutet.
Im zweiten Drucke sind an den weissen Theilen der Kap- pen einige Ueberarbeitungen zu erkennen, am Boden, wo Tisch und Krug stehen, erkennt man die Bohlen, die Thüre hinter dem Violinisten ist offen, und die untere Linie ist doppelt.
Im dritten Drucke wurde die Platte retouchirt, die Kugeln des Trinkers ist ganz mit Taillen bedeckt, und der Ton des Ganzen ist viel lebhafter.
- Die Spinnerin rechts am Hause, vor ihr ein Bauer und ein Kind. Links unten: A V. Ostade 1652. H. 5 Z., Br. 3 Z. 5 e
Im ersten Drucke sind viele Stellen nur mit einfachen Strichlagen behandelt, und die Bordure ist nicht mit dem Grabstichel gestochen. Ein solcher seltener Abdruck kostet bei Weigel 3 Thlr.
Der Maler im Atelier vor der Staffelei, im Grund zwei Kinder als Farbenreiber. Pictor Apellaea pingas licet etc. g. v. n. 205. vil. fecit et excud. H. 7 Z. 9 L. ohne 6 L. Rand, P. 3
Die Priorität der Abdrücke erkennt man an der Haube des Malers. Im ersten Abdrucke ist sie höher, fast weiss, von der Stirne hinauf nur mit zwei länglichen Schatten versehen, und dann fehlt das excudit. Man nennt diese Abdrücke auch jene mit der hohen Haube.
Im zweiten Drucke erscheint die Haube nicht mehr so hoch, man bemerkt aber die Stelle noch, wo sie abgenommen wurde. Sie ist auf der rechten Seite beschattet.
Ostade, Adrian van. 405
Im dritten Drucke bemerkt man jene Spuren nicht mehr, und der Grund ist ganz überarbeitet.
D. Mit vier Figuren.
Der Familienvater, le pere nourricier. Er sitzt am Camine, und gibt dem Kinde zu essen, im Grunde isst der Knabe, und die Frau steht vor dem Ofen. Rechts unten: A. V. Ostade 1648. H. 4 Z. 7 L., Br. 3 Z. 4 L.
Im ersten Drucke vor den Taillen auf der hellen Seite des Kessels und am Rohre des Ofens,
Das Benedicite, oder das Tischgebet. Die Bauernfamilie beim Tischgebete, Rechts an der Ofenverkleidung: A. V. Ostade 1653. H. 5 Z. 6 L., Br. 4 Z. 7 L.
Im ersten Drucke ist der Alte blossköpfig; im zweiten hat er eine Mütze auf. So sagt Bartsch; im Catalog Rigal heißt es aber, der Alte habe eine grosse Kappe auf, der Grund sei fast weiss, und man bemerke die Spuren des Schab- und Glätteisens. Im dritten Abdrucke ist der Grund ganz zurecht gemacht. Ein sehr seltener Abdruck ohne Mütze kostet bei eigel 5 Thlr.
Die Lauserin, l’épouilleuse, de Luizeknipsterje, eine sitzende Frau, welche dem in ihrem Schoß ruhenden Manne das Ungeziefer vom Haupte sucht. Hinter ihnen steht der Bauer mit dem Kruge, im Grunde rechts ein Kind, welches aus der Schüssel isst, und daneben sieht man die Katze. H. 5 Z. 6 L., Br. 7 Z. 2 L. Weigel wertet dieses Blatt auf 18 Thlr.
Dieses Blatt ist das allerseltenste des Meisters, und daher geht es bei kompletten Exemplaren gewöhnlich ab. Es wird von einigen Kennern dem Isaac van Ostade zugeschrieben, und vielleicht mit mehr Recht, da Hüsgen in Frankfurt a. M. eine Zeichnung in Aquatinta besass, welche Isaacs Namen trug. Cath. Prestel hat jene Zeichnung in Aquatinta gestochen; s. desswegen Isaac van Ostade am Schlusse.
E. Zu mehreren Figuren.
Der Schleifer beim Schuhflicker, der ihm ein Messer zum Schärfen überreicht. Am Hause im Grunde lehnt ein Mann im Mantel, rechts in der Ferne noch mehrere Figuren.
Rechts unten: A. V. Ostade. H. 3 Z. 1 L., Br. 2 Z. 0 L.
Der Mann mit einer Frau im Gespräch, ersterer im Mantel, letztere mit dem Korbe. Im Grunde die Strasse nach dem Dorfe, ein Mann mit dem Bündel und zwei Kinder, Links unten: A. V. Ostade. H. 3 Z. 1 L., Br. 2 Z. 9 L.
Die wandernden Musikanten vor dem Bauernhause rechts des Blattes, und auf der Bank vor dem Hause sitzt der Bauer mit dem Glase. Links unten: A. V. Ostade. H. 3 Z. 9 L., Br. 3 Z. 2 L.
Im ersten Drucke mit den Lichtern in den oberen Massen des grauen Baumes neben dem Hause, und vor den Contre- Taillen der kleinen Bank rechts.
Die zwei Trictracspieler in der Schenke; rechts ein Bauer am Fenster mit dem Kruge in der Rechten, in der Mitte und etwas nach rechts: A. V. Ostade. H. 3 Z. 3 L., Br. 2 Z. 8 L.
Adrian van Ostade,
Die zweiten Abdrücke haben im Grunde und in den Schatten- teilen der Figuren einen viel kräftigeren Ton, als die früheren.
Die zwei alten Klatschweiber, im Grunde links am Strauche einige Kinder, Links unten: A. v. Ostade, H. 5 Z. 9 L., Br. 3 Z. 3 L. ; Ä.
Der Bauer, welcher vor der Hütte das Schwein schlachtet, dessen Blut die Räuerin auffängt. Dabei steht noch ein andrer Mann, und eines von den drei Kindern leuchtet, da die Handlung zur Nachtzeit vorgeht. Unten nach links der Name. Durchmesser 4 Z. 2 L. ; :
Es gibt von diesem Blatte dreierlei Abdrücke. Die ersten sind reine Aetzungen. Die Haube des links stehenden Bauern ist fast weiss, derselbe zur Hälfte beleuchtet, in der Mauer eines Hausgiebels sieht man zwei Fenster übereinander, und der Himmel ist rechts teilweise weiss. In Holland heisst dieser Abdruck met de hreede lighten. Ein solcher bei Weigol 4. Thlr. 7.
Im zweiten Drucke ist der Himmel vollendet, die Fenster des Giebels sind kaum mehr zu erkennen, aber die Licht- seite der Mütze und die ganze rechte Seite des links stehenden Bauern sind noch so wie im Aetzdrucke.
Beim dritten Drucke wurde die Platte mit dem Stichel überzogen, die Mütze des Bauern schattirt, und diese Figur hat nur auf dem Gesichte, auf dem rechten Arm und Schenkel einen leichten Lichtstreifen.
Das Innere einer Schenke, wo der Bauer der Wirthin die Zeche bezahlt. Im Grunde rechts sind drei Bauern im Ge- spräch, ein vierter schürt das Feuer an, und der fünfte bidn in seinen Krug. Rechts unten steht der Name. H. 3 Z. 2 L. ; Br. 3 Z. 2 L.
Im zweiten Drucke sieht man unter der Bank, wo der Krüg steht, und im Schlagschatten keine Contre-Taillen.
Der Marktschreier rechts; vor dem Zelte stehend, und auf einem Fasse seinen Kram ausbreitend. Vor ihm steht ein Mann, ein Weib mit Korb und Stock und sechs Kinder. Rechts unten: A. v. Ostade, links leicht eingeritzt 1648. Dies ist eines der schönsten und seltensten Blätter des Meisters. Oben abgerundet, H. 5 Z. 6 L., Br. 4 Z. 6 L.
Im Rigal’schen Cataloge werden viererlei Abdrücke be- schrieben.
Im ersten Drucke ist links im Grunde am Bauernhause ein Mann mit seinem Kinde, und die Einfassungslinie fehlt noch.
Im zweiten Drucke sind diese beide Figuren und das Haus durch eine Gruppe von vier Kindern ersetzt, und die Ein- fassungslinie ist gezogen.
Im dritten Drucke bemerkt man an der Terasse, vorzüglich rechts, wo der Name steht, neue Überarbeitungen, denn die Wolken im Himmel.
Im vierten Drucke wurde die Platte ganz retouchirt, Überarbeitungen an der Terasse sind nicht mehr sichtbar.
Der bucklichte Wolinspieler vor dem Hause, unter dessen Thüre ein Weib mit dem Kinde steht. Daneben sitzt der Bauer mit der Pfeife auf der Bank. Links unten steht der Name. H. 5 Z. 8 L., Br. 4 Z. 5 L.
Ostade, Adrian van. 407
Im ersten Drucke bemerkt man an dem vor der Thüre sitzenden Manne, unten an der Thüre, am Gipfel des Hauses und rechts vom Fass keine Kreuzstriche. Die beleuchtete Seite der Mütze des zunächst an der Ulme stehenden Bauern ist mit der kalten Nadel behandelt, und der Schatten des viereckigen Turmes im Grunde ist nur mit leichten Strichen angedeutet.
Im zweiten Drucke bemerkt man die Kreuzstriche, aber die erwähnte Mütze des Bauern ist weiß geworden, während die Schattenteile des Turmes dieselben sind.
Im dritten Drucke ist die Mütze und der beschattete Teil des Turmes mit dem Grabstichel behandelt.
Bei Weigel im ersten Drucke 2 Thlr. 16 gr.
Die Familie in der Stube, le Mönage villägeois, rechts vorn sitzt das Weib am Ofen, und gibt dem Kind auf dem Schoosse zu essen. Hinter ihr schneidet der Vater den beiden Knaben das Brod vor. Nach rechts unten steht: A. V. Ostade 1647. H. 6 Z. 6 L., Br. 5 Z. 8 L.
Die ersten Abdrücke sind von schwacher Arbeit, später wurde die Platte mehr überarbeitet, und erhielt kräftigere Wirkung. Man erkennt diese Abdrücke an den drei Stufen der Stiege, welche man nach der Richtung des runden Tisches hin sieht. Diese Stufen sind im ersten Drucke fast ganz weiß gelassen, im zweiten mit horizontalen Strichlagen bedeckt. Dann sieht man in den späteren Abdrücken an der Decke Kreuzstriche.
Die Kermess, oder das Dorffest bei der Weintaube vor dem Wirthshause. Ein Mann und ein Weib tanzen zum Schalle der Flöte und des Tamburin, und umherum steht eine grosse Anzahl von Leuten. Links vorn ist eine Fischreuse, rechts ein Schwein. In der Mitte unten ist Ostade’s Namen. H. 42.7 L., Br. 62.4 L.
Die ersten Abdrücke sind weniger ausgeführt, als die zweiten, und letztere von grösserer Wirkung. Man unterscheidet sie am Giebel des Hauses hinter der Tänzerin, der im ersten Drucke mit einer horizontalen Strichlage bedeckt, im zweiten auch noch mit Querstrichen versehen ist. Links am Eingange der offenen Thüre, am Dachwerke der Schenke und am Giebel des dritten Hauses sieht man im ersten Drucke ebenfalls keine Kreuzstriche.
Das Fest (la guinguette) unter dem grassen Baume auf dem Platze des Dorfes, auch die Schenke genannt. Unter dem Baume sitzen neben anderen fünf Bauern und ein Weib um den Tisch, rechts vor dem Wirthshause tanzt ein Paar in Gegenwart vieler Zuschauer. Auch ein Charlatan treibt sein Spiel, und anderes Volk fesselt der Glückshafen bei der Kirche. H. 4 Z. 6 L., Br. 8 Z. 3 L.
Der Tanz im Wirthshause, de Boezenhal oder het groote Binnenhuis. Mitten in der Stube sieht man das tanzende Paar, und umherum gruppiren sich Bauern und Bäuerinnen. Rechts im Rande steht: A. v. Ostade fecit et excud. H. 9 Z. 4 L., Br. 11 Z. 8 L.
Die seltenen ersten Abdrücke sind vor dem Namen Ostade’s, die zweiten, stärker überarbeiteten haben selben, wie oben; Der vierte der Schinken, die an der Decke hängen,
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