Onatas, Bildhauer und Maler, der Sohn des Micon von Aegina,
blühte Ol. 78 — 83, wie aus dem Vergleiche der Quellen, welche von Onatas handeln, hervorgeht. Unter den alten Schriftstellern, die von diesem Künstler handeln, ist nur Pausanias zu nennen, da Plinius seiner nicht gedenkt. Aus Pausanias wissen wir aber, dass Onatas nicht geringer geschätzt wurde, als irgend einer von Dädalus und aus der attischen Schule herstammenden Künstlern. Das Material, welches der Perieget zerstreut darbietet, haben Schel- ling, Thiersch und O. Müller kritisch erörtert, und nicht wenig hat auch Sillig durch die Umarbeitung Catalogus artificum von Junius dazu beigetragen;
Unter den Werken dieses Künstlers nennt Pausanias zuerst die gehn Ellen hohe Erzstatue des Herkules, welche die Thasier zu Olympia weihten. Noch mehr rühmt er den Apollo aus Erz, wel- cher zu Pergamus aufgestellt war. Apollo war ein Lieblingsgegen- stand der grossen Künstler, welche Phidias zunächst vorhergingen, und unter diesen stellte Onatas den Gott als einen zum Jüngling reifenden Knaben von grossartiger Schönheit dar. Die Pergamener ver- ehrten ihn unter dem Namen des Ar6illwv xailirexvos, und davon ist eine andere colossale Statue des Onatas, der A4xollwrp ßBovuraıs, in welchem Zeus und Leto’s Schönheit sich verjüngt zeigte, Anti- pater in Anthol. Palat. IX, 238. Die Phäncaten erhielten von Ona- tas ein Bild des Mercurius, woran ihm sein Sohn oder Schüler Calliteles half. Diese Statue stand zu Olympia, mit Helm und Tunica, den Widder tragend. Dann fertigte Onatas für Phigalia ein Bild der Demeter Meläna von Erz, wobei er das alte ver- brannte Schnitzbild nachahmte, mit Pferdekopf, aus dem Drachen und andere Thiere hervorwachsen, Delphin und Taube.
Onate. — Onghena, Ch. . 355
Hand. Der achäische Städtebund weihte in Olympia eine Statuen- gruppe der griechischen Helden, welche um den Kampf mit Hector loosten. Es waren deren acht, und ihnen gegenüber stand Nestor, der ihre Loose in den Helm wirft. Diese neun Bildsäu- len sah Pausanias noch, die zehnte aber, jene des Ulysses, soll Nero nach Rom gehbracht haben. Nur Agamemnon allein war mit seinem Namen bezeichnet, der von der Rechten zur Linken ge- schrieben war, und auf dem Schilde des Idomeneus las man, wie Pausanias versichert, dass Onatas, von Micon auf Aegina ge- zeugt, neben vielen andern Werken auch dieses gefertiget habe, Dann erzählt Pausanias, dass ebenfalls die Stadt Tarrent einen Sieg über die Peuketier durch eine Gruppe des Onatas gefeiert habe, welche in Kriegern zu Pferd und zu Fuss bestand. Unter diesen nennt Pausanias den König Opis, Taras und Phalanthus, und als Theilnehmer an der Ausführung den Calynthos. Dann nennt Pausanias das Dankgeschenk des Hieron, welches dessen Sohn Dinomenes nach Olympia machen liess. Es war diess ein Siegeswagen, von Pferden gezogen, auf welchen Knaben sassen, Den erstern fertigte Onatas, die Pferde mit den Knaben Calamis, Hieron starb Ol, 78, 2 (467 a Ch. n.), und so muss diess eines der ersten Werke des Künstlers gewesen seyn.
Dann wird der Aeginete Onatas auch als Maler mit Auszeich- nung genannt, doch weiss man nur von wenigen, aber figuren- reichen historischen Bildern. Im Vestibulum des Tempels der Mi- nerva Area zu Platea malte er mit Polygnot an der Wand den er- sten Feldzug der Argiver gegen Theben, den Tod des Eteocles und Polynices, und den Schmerz ihrer Mutter Euryganea über
diesen doppelten Verlust.
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