Olmdorf oder Olmendorf, Hans von

Olmdorf oder Olmendorf, Hans von, Maler in München , ein einer der bedeutendsten Künstler, die schon daselbst arbeiteten. Er war Hofmaler des Herzogs Sigmund, des Erbauers der Metropo- litenkirche zu U. L. Frau. Hans von Olmdorf malte für diese

Kirche mehrere Bilder, auch für andere Kirchen und für Klöster; es scheinen aber wenige mehr erhalten zu sein. In der königl. Gallerie zu Schleissheim sind indessen noch acht seiner Werke, die sich ehedem in der von Herzog Sigismund erbauten Kirche zu Blutenburg bei Nymphenburg befanden. Diese Kirche ist interessant, auch der Glasgemälde wegen, wozu Hans von Olmdorf wahrscheinlich die Cartons fertigte, nach welchen der alte Hans Hebenstreit, vermutlich die Fenster gemalt hat. Aussenüber dem Eingange der Kirche ist Gott Vater, auf einer Art Thronessel dar- gestellt, wie er den Leichnam seines göttlichen Sohnes auf dem

Schooss hält, an einen Kupferstich erinnernd, welchen Dibdin dem Meister E. S. von zuschreibt, No. 118 unseres Verzeich- nisses, aber vielleicht Olmdorf’s Werk. Das Bild ist in Fresco ge- malt, so wie die anderen Darstellungen, die sich von Aussen an der Wand der Kirche hinziehen. Es sind dies biblische und allegori- sche Darstellungen mit Sprüchen in gotischen Charakteren, die jedenfalls in die Zeit des Künstlers hinaufreichen. Diese Malereien sind sehr verbleicht, man erkennt aber noch mehrere schöne und gemüthvolle Köpfe. Die in der Kirche aufgestellten, jetzt in Schleissheim befindlichen Bilder sind auf Holz und Goldgrund ge- malt, etwas streng in den Formen, aber in Zeichnung und Fär- bung nicht ohne erhebliches Verdienst. Das eine dieser Bilder stellt in kleinen Figuren die Verwandtschaft der heil. Jungfrau dar, 1401 gemalt; ein anderes zeigt die Taufe Christi und auf der Rück- seite den heil. Sigismund mit dem bayerischen Wappen. Ein drit- tes Bild ist jenem über dem Eingange der Kirche ähnlich, Gott Vater mit dem Sohne auf dem Schooss vorstellend, auf dessen Schulter das Symbol des Geistes, die Taube, sitzt, lebensgrosse anze Figuren. Dann ist da auch eine Krönung Mariä durch die reineinigkeit, wo der heil. Geist ebenfalls in menschlicher Gestalt erscheint. Auf der Rückseite kniet Herzog Sigmund am Betstuhle und hinter ihm ist der heil. Bartolomeus. Ein anderes Gemälde zeigt den Erlöser mit der Weltkugel von Heiligen umgeben; ganze Figuren. In halber Figur malte er auf einer weiteren Tafel die vier Evangelisten, und auf einer anderen die 14 Nothhelfer. Auf der Burg in Nürnberg ist von ihm ein Familienstück, fast in Lebensgrösse. Es stellt die Mutter mit dem Kinde am Fenster dar,

und neben ihr ist ein Knabe, der Seifenblasen macht. Dieses Bild ist hart und streng gemalt, aber nicht ohne glückliche Auf- fassung natürlicher Motive. Das Todesjahr des Künstlers ist un- bekannt, er muss aber ein ziemlich hohes Alter erreicht haben, da er noch 1518 in voller Thätigkeit war. Er malte von 1507 — 1518 am Choraltare der ehemaligen Stiftskirche zu Altenötting in mehreren Abtheilungen die Leidensgeschichte des Herrn. Die bekannte Zerstörungswuth der neuern Zeit hat auch an dieses Werk Hand angelegt, und es zerstreut.

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