Oliver, Peter, — Oliver, John.
cher er manchmal sogar den Vater übertraf, vornehmlich in Zartheit der Ausführung. Die Gemäldesammlungen von Carl I. und Jakob I. zierten von ihm einst 13 historische Bilder, und davon waren noch zu Walpole’s Zeiten sieben im Cabinet der Königin Carolina. Für Oliver’s schönstes Werk erklärt Walpole das Bildniss der Gattin des Künstlers, welches so viel Leben und Ausdruck hat, wie der Vater nie zu geben wusste. Dieses Bild besass die Herzogin von Portland ; wo es sich jetzt befindet, wissen wir nicht zu bestim- men. Die von Füssly erwähnte Copie des Holbein’schen Bildnis- ses des Prinzen Edward II. als Rind, ehedem im Cabinete des Herzogs von Devonshire , ist jetzt in der Gemäldesammlung zu Chiswick . Sie ist mit großer Feinheit gemalt. Eine der schönsten Miniaturma- lereien, welche bis dahin erschienen, ist seine Copie von A. van Dyck’s Familienbild des Sir Kenelons, seiner Gattin und zweier Söhne, in ziemlich grossem Formate, und ehedem im Besitze Wal- pole’s. Diesen Sir Kenelon Digby malte Oliver wenigstens drei- mal, seine Gattin nach und nach sechsmal und die Geliebte des ehrenwerthen Patron dreimal. Diese Bildnisse, wohl erhalten, fand man erst gegen Anfang unsers Jahrhunderts in einem alten Hause zu Wales wieder auf, mit anderen Malereien, auch solche von Isaac Oliver. König Carl II. hatte viele Miniaturen Oliver’s bei- sammen, und darunter waren mehrere treffliche Stücke aus dem Nachlasse des Künstlers, welche er von der Wittwe gegen eine Leibrente von 300 Pf. erhalten hatte. Später schenkte er die mei- sten seiner Geliebten, und als ihm einmal die Aeusserung der Wittwe, welche sagte, dass sie, in Vorausschung dieses Missbrau- ches der Bilder, dem Könige selbe nie gegeben hätte, zu Ohren
kam, wurde derselben die Pension entzogen. Oliver’s
Werke waren zahlreich, da er von jedem Bilde eine Copie für sich nahm; jetzt aber sind sie dennoch selten. Er fertigte auch treffliche Zeichnungen, besonders in Tuschmanier. Andere führte er mit schwarzer Kreide oder mit dem Stifte aus. Peter starb 1600 oder 1664, wie Vertue angibt.
Vertue sagt, dass dieser Künstler auch kleine historische Blätter geätzt habe, er nennt aber keines derselben. Vertue’s Angabe scheint indessen doch seine Richtigkeit zu haben. Es findet sich ein Blatt, welches die halbe Figur eines Mädchens vorstellt, das in einem Buche liest. Die Erfindung wird dem Parmesano zuge- schrieben; im ersten Drucke ist das Blatt ohne Zeichen, im spä- teren wurden die Buchstaben P. O. auf die Platte gesetzt. Dass Oliver mehreres nach Zeichnungen Parmegianino’s gearbeitet habe, ist bekannt, und so könnten ihm vielleicht die im Artikel des Fran- cesco Mazzuoli VIII. 523 aufgezählten Blätter des Anonymus F. P. (fecit Peter?) angehören.
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