Ohmacht, Landelin

Ohmacht, Landelin, berühmter Bildhauer, wurde 1760 zu Dunningen bei Rottweil in Württemberg geboren, und als der Sohn schlichter Landleute sollte er zu gleicher Beschäftigung heranwachsen. Allein der ihm inwohnende Kunsttrieb äußerte sich bald in auffallender Weise, und so gaben ihn seine Eltern bei einem Schreiner zu Triberg in die Lehre, der indessen dem lernbegierigen Jüngling bald nicht mehr genügte. Seine Lehrzeit erstand er daher bei einem guten Meister zu Freiburg im Breisgau , noch günstiger war es für ihn, dass er auf Verwendung des Magistrats von Rottweil zu dem geschickten Bildhauer Melchior in Frankenthal kam. Dieser Künstler, dessen Leben wir ebenfalls beschrieben haben, wusste das Talent seines Schülers im ganzen Umfange zu würdigen, und seiner einsichtsvollen Leitung verdankte Ohmacht die ersten Grundsätze einer höheren Kunst und eines geläuterten Geschmackes. Im Jahre 1780 gab ihm der Magistrat von Rottweil Gelegenheit, seine Kenntnisse zu erproben, indem Ohmacht von diesem den Auftrag erhielt, für die heil. Kreuzkirche daselbst die Brustbilder von Christus und Petrus, und drei Tafeln, das Opfer Melchisedech’s vorstellend, in Basrelief auszuführen, die jetzt noch eine Zierde des Chores ausmachen. Hierauf begab sich der Künstler wieder nach Frankenthal zu Melchior, dann besuchte er Mannheim und Basel , bis endlich 1790 sein heißster Wunsch, Italien zu sehen, in Erfüllung ging. Bis dahin hatte er mehrere Büsten in carrarischem Marmor ausgeführt, welche idealisiert erscheinen, so wie der Mensch in besseren Momenten aussehen mochte. Ohmacht liebte das Unedle, Allzumaterielle nicht, doch verlor er nie die Ähnlichkeit. Ein vorzügliches Bildnis jener Zeit ist z. B. jenes von Lavater, welches er in der Schweiz ausgeführt hatte.

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