Oggione, Marco da

Oggione, Marco da, auch M. da Uglone und Uggione genannt, war Schüler des Leonardo da Vinci zu Mailand , schon 1400, also dass er zu den älteren Zöglingen jenes Meisters gezählt werden muss. Lomazzo und Lanzi rühmen diesen Künstler, und letzterer behauptet, wenig Lombarden hätten es zu der Höhe des Ausdruckes gebracht, wie Uggione z. B. in der Kreuzigung im Speisesaal von S. M. della Pace in Mailand, vor welcher Lanzi wegen der Mannigfaltigkeit und Schönheit, und des Geistes der Figuren wegen überrascht wurde. Dann glaubte Lanzi auch zur Überzeugung gekommen zu sein, dass wenige seiner Landsleute zu so kunstreichen Compositionen und zu so wunderlichen Trachten gekommen seien, als Marco. Neuere Schriftsteller stimmten

dieses Lob etwas herab. So nennt ihn Göthe (K. u. A. I, 3 S. 154)

zwar einen geschätzten Maler, doch ohne weit umgreifendes Talent, der sich aber das Verdienst seiner Schule erworben hat, vorzüglich in den Köpfen, obgleich er selbst da nicht immer gleich

bleibt. Kugler (Gesch. d. Malerei I. 167) erklärt den M. d’Oggione

als tüchtigen Axteiler im Stile des Leonardo, der aber die Kunst des Meisters und jene hinreißende Holdseligkeit und tiefere An- muth des B. Luini nicht besitze. G. v. Quandt [zum Lanzi 11. 410 (16)] behauptet dagegen wieder bei Veranlassung des Tadels, welchen Bossi wegen seiner Coupien des Cenacolo von Leonardo aus- spricht, Marco da Oggione sei doch einer von den Schülern jenes Meisters, welche am tiefsten in dessen Geist eindrangen, und viel- leicht Marco derjenige, in welchem der schwärmerische Zug Leo- nardo’scher Bilder nicht zur Manier, nicht zur Verzerrung wird. Nach Kugler ist Marco in technischer Hinsicht von jenen Meistern besonders durch einen gewissen kälteren Farbenton unterschieden, und in den Fresken von S. M. della Pace, die durch Barezzi ab- gezogen und in der Brera aufgestellt wurden, erscheint er ihm meist unruhig in der Composition, und im Einzelnen kleinlich. Unter Marcou’s Staffeleigemälden, sagt Kugler, finden sich dabei einige von schönem, ruhigem Adel, wie namentlich das Bild der drei Erzengel (in der Brera) in der Zeichnung der Gestalt- en und dem zarten Ausdrucke der Gesichter sehr bemerkenswert ist. In S. Eufemia zu Mailand ist eine Madonna auf dem Throne, in der Sakristei von S. Maria alle Grazie ein Johannes mit den Donatoren; im Besitze des Grafen Lecchi zu Brescia ist eine Kreuzabnahme. Im k. Museum zu Berlin ist eine Madonna mit Heiligen. S. Kugler’s Beschr. d. Gallerie S. 87,

Dann fertigte dieser Künstler zwei Copien von Leonardo’s be-

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