Oexlein oder Oechsel, Johann Lorenz oder Leonhard,
Medailleur und Edelsteinschneider, wurde in Nürnberg ge-
boren, und von dem obigen Künstler unterrichtet, bis er 1735
nach Wien reiste, wo sich Richter und Sennaro seiner annahmen.
Oexlein hatte schon in Wien den Ruf eines geschickten Künstlers,
so dass er beim k. k. Münzamte hätte Anstellung finden können;
allein er zog es vor, die berühmtesten Münzstätten zu besuchen,
bis ihn 1737 seine Vaterstadt als Münzmeister in Pflicht nahm. Hier
verbreitete sich in kurzer Zeit sein Ruf auch im Ausland, und
der König von Polen und Sachsen suchte ihn in seine Dienste zu
bringen. Oexlein richtete indessen diesem Fürsten die neue Münze
ein, versah dieselbe mit den nötigen Stöcken, und kehrte dann
wieder nach Nürnberg zurück, mit dem Versprechen, für den
König bei jeder Gelegenheit neue Stempel zu schneiden, da er
den Titel eines polnisch-sächsischen Hofmedailleurs hatte. Im
Jahre 1750 ging er nach Bayreuth , um die Vermählungsmedaille
des Markgrafen zu fertigen, und 1760 berief ihn der Fürstbischof
zu Würzburg , um für die Münze lauter neue Stöcke zu schnei-
den, woranf sich der Künstler nach Fulda begab. Hier schnitt
er das Bildnis des Bischofs und mehrere Münzstempel. Mittler-
weile arbeitete er noch wieder für den sächsischen Hof, für seine
Vaterstadt u. s. w., und zuletzt beschloss er daselbst in Ruhe zu
leben. Er starb auch in Nürnberg 1788 mit dem Rufe eines der
vorzüglichsten deutschen Medailleurs seiner Zeit. Seine Werke
sind sehr zahlreich, besonders die Münzen und Medaillen. Sie
sind mit den Buchstaben LL. OE. oder mit Oe. bezeichnet. Her-
ler (Jäck’s Pantheon II. 75) zählt diejenigen auf, welche er für das
Bisthum Bamberg gefertigt hat: die Sedisvacanzmünze mit Kaiser
Heinrich II. im Ornate 1746, in größerem und kleinerem Format,
die erstere mit dem Namen des Künstlers, die andere mit den Ini-
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tialen desselben bezeichnet den Sedisvacanzthaler mit St. Georg zu Pferd 1753; eine solche Sedisvacanzmedaille von 1770 mit Kai- ser Heinrich und Kunigunde, und den Sedisvacanzthaler von dem- selben Jahre, ohne Monogramm. Die Medaille ist in Zepernick’s Sammlung von Capitels-Sedisvacanzmünzen und Medaillen abge- bildet. An diese Münzen reihen sich die Medaillen mit den Bild- nissen August III. von Polen und des Bischofs von Fulda, die Schaumünzen auf die Krönung Kaiser Joseph’s II. in Mainz, eine solche auf den Sieg über die Türken 1770, auf den Hubertsburger Frieden, auf das Attentat gegen den König von Polen 1771, auf das Jubiläum der Buchdruckerkuhst in Nürnberg 1730 etc. Dann schnitt er auch in Edelsteine, sehr gerne in Erholungsstunden.
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