Oesterreich, Mathias

Oesterreich, Mathias, Maler und Radierer , wurde nach einigen 1716 zu Hamburg geboren, oder nach einer anderen Angabe zu Lübeck 1726, was teilweise unrichtig ist, da sich der Künst- ler auf dem Blatte mit St. Ignaz nach P. Rotari selbst M. O. Ambergese nennt. Er kam in jungen Jahren nach Dresden, lernte da von J. B. Groni das Zeichnen, und blieb von 1741—57 in jener Stadt. Im Jahre 1751 wurde er beim Cabinet der Kupferstiche und Zeichnungen angestellt, und 1753 wurde er Unterinspektor der Gemälde für die preussischen Fürsten. Oesterreich hatte Kenntnisse von Gemälden und andern Kunstsachen, die er sich auf seinen Reisen in Italien gesammelt hatte; und daher wurde ihm die Anfertigung von einigen Gemäldekatalogen anvertraut, wie jenes der Sammlung des Kaufmanns Eimken 1761, 4.; des Cabinets des H. J. H. Stein 1763; der Sammlung Stengling’s in Hamburg . Im Jahre trat Oesterreich mit Bewilligung seines Fürsten in preussische Dienste, als Direktor der Galerie in Sanssoucy, als welcher er zu Berlin starb. Er gab auch eine Beschreibung der Galerie und des Cabinets in Sanssoucy heraus, in zweiter Auflage von 1770; französisch .

M. Oesterreich hat auch mehrere Blätter radirt, die teilweise selten zu nennen sind. Die meisten sind zu zwei Folgen vereinigt, die unter folgenden Titeln erschienen;

Ghezzi. Dresden 1750. 25 Blätter mit dem Titel, fol. Ver-

mehrt mit Zeichnungen von G. B. Internari, 42 Blätter,

Dresden 1766. Unter den ‚Cagrikaturen ist er selbst und In-

ternari in der Mönchskirche, der Maler J. Canale, die Ca-

ellmeister Jomelli und Thioli, die Ärzte Lanzi und

Jolanti etc.

  1. Recueil de quelques dessins de plusieurs habiles maîtres

tirés du cabinet de Mr. le Comte de Bruhl. Dresden 1752,

40 Blätter, fol. Diese Sammlung ist nach Zeichnungen von

Boitard, S. Cantarini, La Hire, Procaccini, Rafael etc.

  1. Die heil. Jungfrau mit dem Kinde, nach A. Carracci, fol.

  2. Piramus und Thysbe, Rom 1746, qu. fol.

  3. Die Zeit beschneidet dem schlafenden Amor die Flügel, kl.

u. fol.

  1. Eine heil. Familie, nach Procaccini, fol.

  2. Plafond in einem Gebäude des ehemaligen Brühl’schen Gar-

tens zu Dresden, nach Palko, fol.

Österreich, Charlotte, Erzherzogin von, nachmalige Königin beider Sicilien (geb. 1752), muss unter den geschickten Zeichnenden genannt werden. Im Jahre 1767 übersendete sie der

Akademie in Wien eine Zeichnung, welche einen alten Mann vor-

stellt, der in Andacht den Rosenkranz in der Rechten hält, 7

Schuh 5 Zoll hoch und 11 Zoll breit. Am 7. März desselben Jahres

überreichte der Kunstliebenden Fürstin die Akademie das Ehren-

diplom. Sie radirte auch einige Blätter, und zu Neapel unterrichtete sie später F. Mura in der Malerei. Radirte hat sie:

  1. Der Bauer auf dem Fasse sitzend mit dem Glase, 1766. H.

4 Zoll 10 L., Br. 3 Zoll 9 L.

  1. Ein auf dem Fasse sitzendes Mädchen mit einem Huhn in

den Händen, 1767. In gleicher Grösse.

Österreich, Karin Anna, Erzherzogin von, geboren 1738,

malte und radirte in Kupfer. Sie brachte um 1772 16 Gemälde zu-

sammen: Landschaften, Marinen, die Beschäftigung des Länd-

mannes; Stillleben.

Österreich, Dominicus, Maler von Iglau in Mähren, wurde

1721 geboren. Er malte Bildnisse und historische Darstellungen,

gewöhnlich heiligen Inhalts. In der Kapelle zu Altenberg in Böh-

men ist von ihm ein mystisches Bild der heil. Dreifaltigkeit. An-

dere kamen in den Privatbesitz. Starb um 1790.

Österreich, Dominicus, Maler und Neffe des Obigen, wurde

1750 zu Iglau geboren, und auf der k. k. Akademie der Künste

in Wien zum Künstler herangebildet. Er malte Bildnisse, Histo-

rien und Landschaften; seine Hauptwerke sind aber die Altarblät-

ter. Mewxel (Künstlerlexicon 1800) sagt auch, Österreich habe

in der Sienesischen Feuerlackirarbeit eine besondere Kunst beses-

sen. In dieser Manier fertigte er für den König Stanislaus von

Polen einen Caffeetisch. Er fertigte viele solche lackirte und aus-

gelegte Arbeiten, hauptsächlich in Krakau. Starb um 1830.

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