Oesterley, Carl

Oesterley, Carl, Dr., Historienmaler , Zeichner und Radierer von Göttingen , bildete sich unter Leitung des Professors Matthäi, und galt als einer der fleißigsten und begabtesten Zöglinge jenes Mei- sters. Bis zum Jahre 1825 übte er sich im Zeichnen, jetzt aber fing er auch an, seine Compositionen in Öl auszuführen. Sein erstes Werk dieser Art stellt die Schlussscene aus Göthe’s Götz von Berlichingen vor, Elisabeth und Götz, halblebensgrosse Figuren. Schon dieses sein erstes Werk berechtigte zu ungemeinen Erwar- tungen, da das Bild nicht nur in Zeichnung und Ausführung, sondern auch den höheren Anforderungen der Kunst genügte. Auf dieses Gemälde folgten mehrere andere, lauter Werke, die das Gepräge eines denkenden und genialen Künstlers an sich tragen, Darunter sind auch treffliche Sepiazeichnungen, meistens streng- historischen Inhalts, wie jene mit Friedrich Barbarossa und Hein- rich dem Löwen, wie der Kaiser denselben fussfällig um seine

.. Teilnahme an dem Zuge nach Italien bittet: Ein großartiges

. ‚Ölgemälde jener Zeit, eine in sich vollkommen abgerundete und abgeschlossene Composition, stellt Moses dar, wie er während

_ der Schlachten der Israeliten wider die Amalakiter von Hur und

u Aaron im Gebete unterstützt wird. ‚Dieses Gemälde.‚sah man ne- ben jener Zeichnung auf der Kunstausstellung zu Hannover 1835.

Im Jahre 1836 constituirte sich in Hannover ein Comite zur Ein- sendung von Skizzen für die Bestellung eines grössern historischen Gemäldes, und da fand sich unter den neun, grössentheils sehr interessanten und ausgezeichneten, eingesendeten Skizzen eine von Dr. Oesterley. Diese Zeichnung, welche von den Schiedsrichtern ausgewählt wurde, stellt Jesus vor, wie er den Jüngern das Kind als Vorbild darstellt. Im Jahre 1857 fiel dieses grosse, bib- lisch-historische Bild bei der Verloosung des Kunstvereines einem Prediger in Lüneburg. Der Künstler erhielt 100 Louisd’or da- für. Ein anderes Gemälde des Künstlers, welches der Verein von Hannover 1837 als Vereinsgeschenk von H. Loedel stechen liess, stellt die „Iphigenie“ vor. Im Jahre 1838 vollendete er das über 30 Fuss hohe, in Fresco gemalte Altarbild der Schlosskirche in Hannover. Es stellt die Himmelfahrt Christi dar, ein in Concep- tion und Technik höchst gelungenes Werk. Ein schönes Staffelei- gemälde, welches 1838 der kurhessische Kunstverein in Cassel an- kaufte, stellt eine Scene aus Bürger’s „Leonore“ vor: Leonore fuhr ums Morgenroth empor aus schweren Träumen. Dieses Bild litho- graphirte L. Noel als Vereinsgeschenk von 1839.

Professor Dr. Oesterley widmete sein Talent auch kleineren Un- ternehmungen. So gab er Umrisse zu Schiller’s Wilhelm Tell her- aus, die er selbst auf Stein zeichnete, 12 Blätter, Berlin 1832, qu. fol. Im Jahre 1833 verband er sich mit dem zuvor dargeschiedenen Prof. C. O. Müller zur Herausgabe eines höchst interessanten Werkes, unter folgendem Titel: Denkmäler der al- ten Kunst, nach der Auswahl und Anordnung von C. O. Müller, gezeichnet und radirt von C. Oesterley; Göttingen 1833, qu. fol. Im Jahre 1838 erschien des zweiten Bandes erstes Heft, qu. fol.

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